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11.02.2013
"Mein Herz gilt Wien"
Christoph Schönborn gilt als Papst-Kandidat
Italiens Medien sehen in Schönborn einen würdigen Nachfolger. (© APA)
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Papst-Amt im Wandel?
Rücktritts-Folgen
Italienische Medien räumen Christoph Schönborn gute Chancen ein, Nachfolger Josef Ratzingers und damit der 266. Papst zu werden. "Unter den Ausländern gibt es einen Kardinal, den viele für Benedikts Nachfolge als perfekt erachten: Es handelt sich um den Österreicher Schönborn, einen ehemaligen Schüler Ratzingers. Auch wenn Benedikt im Konklave nicht über seinen Nachfolger entscheiden kann, wird sein Einfluss - und das ist ein vollkommen neuer Aspekt - als entscheidend erweisen", kommentierte die römische Tageszeitung "La Repubblica" am Dienstag.
Kardinal Christoph Schönborn (© APA)
"Im Zeichen der Kontinuität mit dem Papst steht die Kandidatur von Kardinal Schönborn, einem äußerst gebildeten Schüler Ratzingers und Nachfahren einer alten Familie der böhmischen Aristokratie, der für das Konklave 2005 mit dem Zug nach Rom reiste und sich selber am Bahnhof den Koffer trug. (...) Schönborn, der schon damals zu den Papst-Kandidaten zählte, ist ein ausgewogener Reformator, der eine Spitzenposition im Kampf gegen Kindesmissbrauch eingenommen und sogar die alte Garde in der Kurie kritisiert hat", so die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera".
Quoten auf Schönborn stehen schlecht
Laut diversen britischen Buchmachern, die kurz nach Bekanntgabe des Papst-Rücktritts bereits Wettquoten auf dessen Nachfolger veröffentlichen, hat Schönborn allerdings höchstens Außenseiterstatus. Zwischen 25/1 und 33/1 stehen die Chancen, dass der Österreicher das Amt des Ponifex erhält.
Nach dem Rücktritt des in einen Kindersex-Skandal verwickelten Groer wurde er 1995 dessen Nachfolger. Machte sich als Redakteur für den Katechismus der Katholischen Kirche weltweit einen Namen. Seine liberalen Aussagen zum Thema Homosexualität haben in der Kirche für Debatten gesorgt.
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OSCAR ANDRES RODRIGUEZ MARADIAGA (70) aus Honduras, Salesianer, wurde zeitweise als aufgehender Stern der lateinamerikanischen Kirche gefeiert. Der polyglotte Kleriker spricht nach seinem Psychotherapie-Studium in Innsbruck auch passables Deutsch. Er gilt als begeisterter Musiker und ist auch offen für ökumenische Fragen.
JORGE MARIO BERGOGLIO (76), Argentinier und Erzbischof von Buenos Aires, macht sich für sozial Schwache stark. Ist Jesuit, ob das ein Nachteil oder Vorteil sein kann, ist schwer abzuschätzen. Noch nie in der Kirchengeschichte war ein Jesuit Papst.
PETER ERDÖ (60): Der Ungar ist seit 2003 Erzbischof von Esztergom-Budapest. Damit ist er auch Primas des Landes. 2006 wurde er zum Präsidenten des Rats der Europäischen Bischofskonferenzen bestellt.
ANGELO SCOLA (71), Italiener, seit 2002 Patriarch von Venedig, gilt als aufgeschlossen. Der Moraltheologe und Philosoph leitet seit 1995 die Lateran-Universität und das Päpstliche Institut für Ehe-und Familienstudien. Ins Kardinalskollegium wurde Scola 2003 aufgenommen.
PETER KODWO APPIAH TURKSON (64), aus Ghana, Vorsitzender der nationalen Bischofskonferenz, Erzbischof von Cape Coast. Er gehört mehreren vatikanischen Kommissionen an, zu Hause setzte er sich für Entwicklung und Umweltschutz ein. Wurde 2003 völlig überraschend zum Kardinal ernannt. Er gilt bei den britischen Buchmachern als Topfavorit für die Nachfolge Benedikts.
ANGELO BAGNASCO (70): Italiener, Bagnasco ist Präsident der italienischen Bischofskonferenz. Der Erzbischof von Genua wurde im März 2012 vom Papst weitere fünf Jahre an der Spitze des italienischen Episkopats bestätigt.
MARC OULLEtT (69): Der Kanadier ist der Leiter der Bischofskongregation. Trotz seiner guten Beziehungen in der Kurie könnte die starke Säkularisierung in seiner Geburtsregion Quebec gegen ihn arbeiten.
Archivbilder zeigen mögliche Kandidaten für die Papst-Nachfolge. (© ANSA L'OSSERVATORE ROMANO))
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3 Kommentare von unseren Lesern
Chris_Meinun... (2)
11.02.2013 17:46
Müssen denn immer Methusalems in so ein Amt?
Erfahrung und Wissen sind sicher von Nöten um diesen schweren Job zu bewältigen. Aber in einer Zeit mit so viel Veränderung und Herausforderungen sollten einmal auch geistig und körperlich aktive Menschen dieses Amt übernehmen. Wenn man in die Kirchengeschichte zurückgeht, dann ware es sicher nicht die Greise, welche für die Menschheit etwas bewegt haben.
Dieses Alt und Mächtig Gehabe muss doch einmal ein Ende nehmen, lasst die Macht die für die Zukunft arbeiten. (PS.: ich bin auch schon ein 50+ und man sollte die nächste Generation schon früher an schicksalsbeeinflussende Stellen lassen).
Ikaros (226)
11.02.2013 20:45
Antwort auf Müssen denn immer Methusalems in so ein Amt?
Das Problem ist jedoch, dass wenn man jüngere Leute in dieses Amt lässt, dieses dann ja auch länger belegt wird. Der Papst wird auf Lebenszeit gewählt, wenn ein 40jähriger da reingewählt wird kann er 30-40 Jahre im Amt bleiben. Zurücktreten ist nämlich recht unüblich (es kam bisher nur 1 Mal vor, und zwar 1294). Und andere machen sowas ja vor (siehe die Queen).
skyrider (555)
11.02.2013 17:07
Auf einen deutschsprachigen Papst, . . .
ein weiterer aus deutscher Sprachgruppierung? Nie! Der einzige Österreich-Kandidat, wenn überhaupt, wäre der Erzbischof Kardinal DDr. König gewesen - und DER ist es nie geworden! Die heutigen Kirchenvertreter geraten nicht einmal in den Verdacht, in die Nähe der Persönlichkeit des DDr. König, zu geraten!
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