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05.11.2011
Rückkehr zur Drachme?
Faymann zu Euro-Austritt der Griechen
Werner Faymann mit Blick auf Euro und die Drachme (© Ronald Zak)
"Die Griechen haben keine Chance, im Euro-Raum wettbewerbsfähig zu werden. Sie müssten ihre Löhne um die Hälfte senken. Das geht nur durch Austritt und Abwertung", meldete sich Hans-Werner Sinn, der Präsident des ifo Instituts in München, in der Wirtschaftswoche zu Wort.
"Alles technisch machbar"
Hieß es bis jetzt ein Euro-Austritt wäre rechtlich gar nicht möglich, meinte Sinn jetzt, dass alles technisch machbar ist, "die Trennung der Tschechischen Republik von der Slowakei hat es gezeigt" .
Grenzen schließen, Überweisungen verbieten, Flug- und Bahnverkehr einstellen
Währungsexperte Manfred Neumann, Uni-Professor in Bonn, geht noch einen Schritt weiter und gibt in der Wirtschaftswoche praktische Tipps für die Umsetzung des Euro-Austritts. "Am besten führt man die Währungsreform an den Weihnachtsfeiertagen durch", um Panik-Abhebungen bei den Banken zu vermeiden. Die Rückkehr zur Drachme müsse heimlich vorbereitet werden. Das Land müsse abgeschottet, die Grenzen geschlossen werden. Banküberweisungen müsse man verbieten, Flug- und Bahnverkehr einstellen. "Um die neuen Scheine zu drucken, braucht man etwa drei Tage", rechnete Neumann vor.
Die Briten wetten sogar schon auf das Ende des Euros.
Ausstieg "nicht weniger schwierig als der Verbleib in der Eurozone"
Auch Bundeskanzler Werner Faymann schließt in der Österreich-Ausgabe von Sonntag eine Rückkehr zur Drachme nicht aus. "Der Austritt aus der Eurozone ist dann eine Möglichkeit, wenn Griechenland die Bedingungen nicht erfüllt und die Reformen nicht umsetzen kann." Gleichzeitig meint der Bundeskanzler aber auch, dass ein Euro-Ausstieg "für Griechenland aber sicher nicht weniger schwierig als der Verbleib in der Eurozone" wäre.
Hoffnung
Hoffnung für den Euro in Griechenland sieht Faymann nur wenn "das Sparpaket umgesetzt wird. An diese Bedingungen sind auch die weiteren Zahlungen geknüpft. Bevor die Griechen nicht nachweisen, dass sie die Bedingungen von EU und IWF umsetzen, wird kein weiteres Geld überwiesen." Zur raschen Umsetztung will Griechen-Premier Papandreou eine Einheitsregierung bilden, stößt aber auf Widerstände in der Opposition.
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