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21.11.2011

System vor Kollaps?

Die große Pensions-Lüge in Österreich

Pensionsvertreter

Die Pensionsvertreter Kohl (li.) und Blecha haben keinen finanziellen Probleme (© Graf)

9,6 Milliarden Euro! So viel muss der Staat heuer – trotz Pensionsversicherung – den Rentnern zusätzlich zuschießen. Kein Wunder: 80 Prozent der Österreicher gehen zu früh in Pension – darunter sind auch 210.000 "Invaliditäts-Frührentner". Ohne Änderungen haben Junge im Alter nichts zu lachen, warnen Experten.

"Hacklerregelung", Invaliditätsrente – der Ansturm auf die Frühpension ist so groß wie nie. Die Pensionskassen können die Finanzlast nicht mehr tragen, staatliche Zuschüsse explodieren. Steht das System vor dem Kollaps? "Die staatlichen Zuschüsse werden sich laut Berechnungen in 30, 40 Jahren verdoppeln", sagt Pensionsexperte Thomas Url vom Wirtschaftsforschungsinstitut." Will man den heute 20-Jährigen dann noch eine Pension garantieren, wird das nur über massive Steuererhöhungen gehen. Denn die jetzigen Maßnahmen reichen nicht aus."

Die Regierung will zumindest dem Ansturm auf die Invaliditätsrente einen Riegel vorschieben. "Aber es geht viel zu langsam", sagt Sandra Mühlbacher vom Institut für höhere Studien. "Denn in den kommenden 10 bis 20 Jahren gehen die geburtenstarken Jahrgänge in Pension. Dann wird’s tragisch. Für die heutige Jugend wird’s dann viel weniger Pension geben."

Ärgerlich: Nach Berechnungen des Grünen Karl Öllinger erhält SP-Pensionistenvertreter Karl Blecha als Altpolitiker eine Brutto-Pension von 15.000 Euro im Monat.

Die Top 5 der Politiker-Renten:

Franz Vranitzky

Franz Vranitzky (© Graf)

1 - Franz Vranitzky, bis zu 400.000 Euro brutto/Jahr:
Der Altkanzler (SP) bezieht laut Karl Öllinger (Grüne) Rente als Ex-Generaldirektor der Länderbank – und zwar 16 Mal jährlich!

Wolfgang Schüssel

Wolfgang Schüssel (© Graf)

2 - Wolfgang Schüssel, bis zu 218.400 Euro brutto/Jahr:
Der Altkanzler (VP) fällt in die alte Politiker-Pensionsregelung, die 1997 auslief. Heißt: Maximalbezug, 14 Mal im Jahr.

Pensionsvertreter

Karl Blecha (© Graf)

3 - Karl Blecha, bis zu 210.000 Euro brutto/Jahr:
Der Pensionistenvertreter (SP) ist ein Spezialfall: Bezieht laut Öllinger Minister- UND Abgeordnetenpension – trat diese mit 56 Jahren an.

Elisabeth Gehrer

Elisabeth Gehrer (© Ehm)

4 - Elisabeth Gehrer, bis zu 140.000 Euro brutto/Jahr:
Die Ex-Ministerin (VP) kann sich ihre Zeit in der Vorarlberger Landesregierung auf die Ministerpension anrechnen lassen, sagt Öllinger.

Pensionsvertreter

Seniorenbundvertreter Andres Kohl l. und Karl Blecha (© Graf)

5 - Andreas Kohl, bis zu 84.000 Euro brutto/Jahr:
Der Pensionistenvertreter  (VP) erhält normale Abgeordnetenrente plus Zuschläge, z. B. für das Amt des Nationalratspräsidenten (laut Öllinger). 


(© Stefan Knoll)

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3 Kommentare von unseren Lesern

0

saint13 (278)
22.11.2011 15:22

Dann
sollten vielleicht Firmen nicht die Leute in zwangs Pension schicken und dann ums habe gehalt die Pensionisten wiedereinstellen.
es sollte mal mehr in der verwaltung Kontrolliert werden was da vor sich geht.
Ich gönne es diesen Herrschaften die wie oben angegebenen summen als Pension beziehen, aber möchte als Steuerzahler wissen für welche leistungen die herren es beziehen.
und dann möchte ich noch wissen wie es ist, für die personen die ihr ganzes leben lang arbeiten müßten, und müssen Trockenes Brot essen, weil es sich sonst nicht ausgeht???!!!!!!!
da rennt irgendetwas schiff, aber nichts gutes

mfg

0

vieto (32)
22.11.2011 10:31

Pension
Es gibt eine mindest Rente von 850,-Euro also soll es
doch auch eine Obergrenze geben von 3000.-netto oder
brauch man im Alter noch mehr ? Vielleicht fürs ????????
Aber es soll jeder seine Pension bekommen.

0

Sunny_Y (421)
22.11.2011 06:50

was soll das ewige Gejammere???
um den Profit zu optimieren, fällt doch keinem was besseres ein, als Personal eizusparen. Also die älteren und damit teureren MitarbeiterInnen in die Frühpension zu drängen. Das gilt für die Privatwirtschaft genauso wie für den öffentlichen Dienst.
Hat schon mal jemand ausgerechnet, was man sich bei den Frühpensionisten erspart? Die Abschläge, die man da hinnehmen muss, sind ja nicht gerade gering.
Die Frageist doch letztendlich nur, welchen Budgettopf es trift.


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