Abos rückläufig Wirtschaft

Konsumentenschützer beklagen Geldnot

Konsumentenschützer beklagen Geldnot

Konsument verliert jährlich zwei Prozent an Abo-Kunden (© Screenshot: Konsument.at)

Konsument
Konsument verliert jährlich zwei Prozent an Abo-Kunden
Der Verein für Konsumenteninformation feiert am Freitag sein 50-Jahre-Jubiläum. Aufgrund von radikalen Einsparungen ist dem Unternehmen allerdings nicht nach Party zumute.

Seit nunmehr fünf Jahrzehnten testen die Verbraucherschützer Produkte von Frankfurtern bis hin zu Kaffeemaschinen und beraten Konsumenten. Das Geld dafür kommt zu einem Gutteil vom Verkauf der Zeitschrift Konsument, der Eigenfinanzierungsanteil beträgt mittlerweile drei Viertel. Der Rest stammt aus Mitgliedsbeiträgen. Diese wurden aber seit 20 Jahren nicht mehr valorisiert. Die Folge: Der VKI muss seine Kosten reduzieren und kann freiwerdende Stellen nicht mehr nachbesetzen. Die Belegschaft schlägt nun Alarm. "Die Einsparungsgrenze ist erreicht." Die Wirtschaftskammer indes droht damit, ihre Mitgliedschaft zu kündigen.

"Wenn man noch weiter den Rotstift ansetzt, ist der Konsumentenschutz in Österreich gefährdet", warnten die VKI-Betriebsrätinnen Ulrike Docekal und Julia Jungwirth. Noch weniger Personal hieße weniger Tests und weniger Beratungen. Sie fordern von den Sozialpartnern als Träger des VKI "intelligente Konzepte" und eine langfristige finanzielle Absicherung des Vereins, so wie dies auch im aktuellen Regierungsübereinkommen festgeschrieben sei. Es fänden dazu immer wieder Gespräche statt, zu einem "klaren Bekenntnis, dass Konsumentenschutz eine öffentliche Aufgabe ist, die der VKI erfüllen soll", habe man sich aber noch nicht durchgerungen.

Seit 2001 seien die Mitgliedsbeiträge von Arbeiterkammer (AK), Wirtschaftskammer (WKÖ), Gewerkschaftsbund (ÖGB) und Landwirtschaftskammer (LWK) real um 42 Prozent geschrumpft, nominell habe das Minus 28 Prozent betragen. "Während die Kosten unaufhörlich steigen, sind die Beiträge der Mitgliedsorganisationen gleich geblieben", warnen auch die VKI-Geschäftsführer Franz Floss und Josef Kubitschek im Jänner-Konsument. Bisher habe es der VKI aber immer wieder geschafft, das Loch durch neue Aufträge zu schließen.

APA/red

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1 Kommentar
hueher Veteran (421)

Antworten Link Melden 0 am 12.02.2012 04:12

Für schwachsin ist genug Geld vorhanden, für Soziales und wie für diese Organisation nichts.................
Man sollte froh sein, das es den VKI bei uns gibt !!
Die Kammern schwimmen im Geld, aber für freie Dienstleister gibts nix.
Mir hat der VKI schon gehlfen, vielen Dank dafür..........., ich hoffe er besteht noch lange!!

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