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22.02.2012
Nach Streit um Lipizzaner-Gagen
Die irrsten Zulagen in Österreich
(© Jelio Anton Stefanov)
Der Fall eines Oberbereiters an der Spanischen Hofreitschule sorgt derzeit für einen skurrilen Streit am Arbeitsgericht Wien - Heute.at hat berichtet. In Österreich werden viele Bundes- und Landesbedienstete mit irren Zulagen bedacht. Die seltsamsten Gagen im Überblick:
- Wien zahlt Magistratsbediensteten, die in der Bestattung tätig sind, eine eigene Zulage für das Verlöten von Särgen (4,39 Euro pro Sarg).
- Auch eine Leichenentkleidungsgebühr wird ausbezahlt – bis zu 26 Euro pro Fall.
- Einsatz von „Scanmobilen“ (Röntgenfahrzeuge, zb. mobiler Zoll) zur Auffindung von geschmuggelten Tabakwaren: Bis zu rund 26 Euro/Monat „Erschwerniszulage“
- Für das Beobachten des Wetters werden je nach Anstrengung 2,5 bis 3,9 Euro täglich und rund 78 bis 155 Euro monatlich ausgezahlt.
- Aufwandsersatz für Künstler der Hofmusik für Musikinstrumente: 8,8 Euro/Monat.
- Wassermesserableser erhalten pro Monat 97,48 Euro als Zusatzgage, wenn der Durchschnitt der in einem Quartal NICHT abgelesenen Wassermesser weniger als acht Prozent beträgt, und pro Arbeitstag 3,48 Euro zusätzlich.
- Auch eine Bildschirmzulage für das Arbeiten am Computer gibt es noch: Je nach Dauer pro Tag vier bis zehn Euro.
- Der Staatssender ORF zahlt Mitarbeitern für die telefonische Erreichbarkeit am Wochenende extra 84 Euo.
- Raumpflegerinnen erhalten eine monatliche Putzzulage von 27,85 Euro.
- Für einen Jäger im Bundesdienst wird jeder einzelne Schuss, bei dem etwas getroffen wurde, berechnet. Dafür gibt es diverse Schuss- und Fangpauschalen, natürlich abseits der Jagdzulage, für diese wird bis zu 24,8 Euro monatliche Aufwandsentschädigung gezahlt.
- Städtische Fotografen erhalten pro Monat 84,21 Euro extra, weil sie im Zuge von Baudokumentationen auf Kräne und Dächer steigen müssen.
- Für ORF-Bedienstete gibt es "Entschädigungen für Frack und Smoking" (65 Euro bzw. 102 Euro).
- Bei den Nebengebühren in Wien regelt eine Beilage die "Gefahrenzulage für Stadtgärtner, die mit der Pflege der Hänge-Pelargonien in den an der Rathausfassade angebrachten Fensterkisten betraut sind. Pro Arbeitsstunde kassieren die Beamten 0,59 Euro extra.
- Als Erschwerniszulage gibt es für die Handschriftenuntersuchungsstelle eine Zehnfingerabdrucksammlung. Die zivilen Bediensteten im Bundeskriminalamt kassieren monatlich zwischen 18,4 Euro und 38,9 Euro.
- Bekleidungspauschale (Kleiderabnützung) zwischen 3,7 und 19,7 Euro monatlich.
- Auch der Staatssender ORF ist ein Zulagen-Paradies. Beispiel: Für telefonische Erreichbarkeit am Wochenende bekommen Mitarbeiter extra 84 Euro.
- Wer beim ORF arbeitet erhält Höhenzulagen für Arbeiten ab 1.500 Metern Seehöhe (zb. Sportreporter im Zuge ihrer Berichterstattung).
- Magistratsbedienstete in der Bestattung können extra eine "Leichenentkleidungsgebühr" verrechnen – pro Körper bis zu 29 Euro.
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7 Kommentare von unseren Lesern
kritikus (26)
23.02.2012 19:23
Reine Neidgesellschaft
Zulagen hat es immer gegeben und wirds immer geben, solange die Grundgehälter eher zum Sterben als zum Leben sind.
webinformati... (51)
23.02.2012 17:15
Ohne EU wäre das alles nicht so wichtig!
Ohne die Kapitalverkehrsfreiheit der EU und die Möglichkeit des Casino-Kapitalismus, ohne Schuldenunion zur Rettung der verspekulierten Gelder der Finanzindustrie, kurz: Ohne Umverteilung von unten nach ganz oben, würde es uns viel, viel besser gehen und wir müssten sich nicht gegenseitig zerfleischen und mit dem Finger auf Privilegien etc. zeigen.
Wir brauchen die EU nicht! Die Hochfinanz braucht die EU um uns auszuplündern.
www.eu-austritt.blogspot.com
kassandra306 (1)
23.02.2012 15:26
leichenentkleidungsgebühr
was nun? 26 € wie am anfang des artikels oder 29 € wie am ende des artikels?`oder ist die nebengebühr während des lesens gestiegen?
das grundgehalt ist derart niedrig, daß die bediensteten auf diese zulagen angewisen sind!
an0nym (16)
23.02.2012 13:04
Zulagen
Ja aber warum bekommt eine Raumpflegerin eine Putzzulage? Oder ein Bestatter eine Zulage fürs zulöten von Särgen? Diese Tätigkeiten sind ja für diese Berufe eine Selbstverständlichkeit!!!
aborigini (16)
23.02.2012 11:18
Zulagen an den Pranger???
Ich arbeitete 28 Jahre als Buslenker bei der Gem. Wien! Als ich anfing, gab es Zulagen für jeden Sche..., jetzt, als ich aufhörte waren es nur mehr sehr wenige, dafür höhere Zulagen. Ma bedenke aber: Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld gab es nur vom Grundgehalt und wenn man im August 3 Wochen auf Urlaub war, gab und gibt es im Oktober praktisch nur Grundgehalt, sprich ca.1200€ netto (nach 28 Jahren Betriebszugehörigkeit). Ja und wenn man " schlimm " ist können Zulagen gekürzt werden. Ich wäre schon in Schillingzeiten für ein Fixgehalt gewesen, weil dann hätte es statt einer kleinen Zulage für Sonntag-, od. Feiertagdienst doppeltes Gehalt gegeben, sowie für Nachtstunden zw. 22:00 und 6:00!
Das bedenken aber die, die nur auf die Beamten schimpfen nicht. Also, wie immer. Zuerst Hirn einschalten, dann nachdenken und dann mitreden.
miss_moffett (2)
23.02.2012 09:48
Erreichbarkeit
In unserer Firma wird die telefonische Erreichbarkeit ausserhalb der Dienstzeit höher abgegolten.
Der Grund ist ganz einfach, wenn man "Rufbereitschaft" hat, darf man nicht länger als 30 Minuten in die Firma brauchen. Das heisst, am Wochenende keine Ausflüge oder Kurztrips. Ich verstehe nicht, warum das so ein Skandal sein soll.
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