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28.02.2012

Gutes Ergebnis für Servus TV

TV-Studie sorgt für Unmut bei ORF-Chef

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz

Zornige Reaktion auf das Ergebnis der Studie: ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz (© AP/Zak)

Eine neue Studie der Rundfunregulierungsbehörde RTR sorgt für Aufsehen in der heimischen TV-Branche: Demnach ist der Unterhaltungsanteil von ORF eins sehr hoch. ATV habe sein Profil noch nicht gefunden. Einzig Servus TV wird wirklich positiv bewertet - der Red Bull-Sender sei eine Bereicherung für die TV-Landschaft.

83 Prozent aller auf ORF eins ausgestrahlten Sendung seien dem Metier "Unterhaltung" zuzurechnen, sagen Studienautor Jens Woelke und sein Team. Das Öffentlich-Rechtliche hat demnach einen höheren Anteil an "leichter Kost" als die Privaten.

Lob gab es für die "stabile Programmspartenstruktur" des Rundfunks allgemein, das Kinderfernsehen auf ORF eins und die ausgewogene und informative Berichterstattung auf ORF 2.

Wrabetz: Studie "tendenziös" ORF-Chef Alexander Wrabetz bringt die Studie dennoch auf die Palme: In einer langen Aussendung zerpflückt der Generaldirektor Woelkes Studie als "tendenziös" und "methodisch verfehlt".

Dass der Unterhaltungsanteil in ORF eins besonders hoch sei, liege primär daran, dass die kommerziellen Sender bis zu 40 Prozent ihrer täglichen Sendezeit mit Werbung, Teleshopping und Promotion füllen würden. In dieser Zeit laufe im ORF hochwertiges Unterhaltungsprogramm. Bei der Studie werde laut Wrabetz außerdem die Frage der Programmqualität vollkommen vernachlässigt.

ATV fehle es an Profil
ATV hat dagegen laut Studienfazit "sein Programmprofil noch nicht ganz gefunden". Zwar ist der Unterhaltungsanteil seines Senders im Vergleich zu 2009 von 53 auf 45 Prozent zurückgegangen, der höhere Anteil an fernsehpublizistischen Sendungen beschränkt sich jedoch vorwiegend auf Informationsunterhaltung und vor allem "Human Touch"-Themen.

Zu viel Gleiches im TV
Das Gesamtprogramm der einzelnen Stationen sei verwechselbarer geworden, heißt es in der Studie.

Allein der Anteil an Parallelprogrammierung sei etwa bei ORF eins von 15 auf 28,2 Prozent gestiegen. Das Unverwechselbarkeitsgebot untersage es dem ORF nicht, amerikanische Serien zu zeigen, wurde vom ORF erwidert, die parallelen Ausstrahlungen seien auch auf Koproduktionen mit anderen Sendern zurückzuführen.

Lob für Servus TV
Freuen dürfen sich die Fernsehmacher in Didi Mateschitz' Dosenimperium: Neueinsteiger Servus TV verzeichnete einen "ungewöhnlich hohen fernsehpublizistischen Anteil für einen privaten Sender" (Woelke) mit insgesamt 71 Prozent (zu sieben Prozent Unterhaltung).

Der Sender ist jedoch wenig tagesaktuell und arbeitet viel mit Wiederholungen.

Auch Puls 4 schneidet gut ab Grund zur Zufriedenheit gibt es auch bei Puls 4: Der Sender liegt bei einem Anteil von 50 Prozent Unterhaltung und 24 Prozent Fernsehpublizistik, also Informations- und informative Unterhaltungssendungen, und zeichnet sich programmprofiltechnisch laut Studie durch "eine deutlich höhere Binnenvielfalt als ATV oder ORF eins" aus.

Analyse einer Programmwoche
Kommunikationswissenschaftler Woelke hat für seine Querschnittanalyse die Daten einer Woche des vergangenen April für die Vollprogramme ORF eins, ORF 2, ATV, Puls 4 und Servus TV herangezogen und die Studie in vergleichbare Untersuchungen aus Deutschland und der Schweiz eingebettet.

Red./APA



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1 Kommentar von unseren Lesern

0

Roellchen (17)
28.02.2012 18:33

ORF
Für was zahlt unserereins die ORF Gebühr? Wegen der Kultur? Wohl eher nicht.

Vielleicht nur deshalb, weil es zwischen den niveaulosen amerikanischen Serien keine Werbung gibt?

Nun, das kann zumindest der Bayrische auch und der kostet nix.


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