Als besonders problematisch gelten die alten Tarifverträge. Das Unternehmen garantierte den Mitarbeitern bis zuletzt automatisch einen Inflationsausgleich und Beförderungen. Dadurch steigen die Personalkosten jährlich um sieben Prozent. Der ehemalige Vorstand wagte sich aber nie an das Thema heran. Austrian hat heute in der Summe wieder die gleichen Personalkosten wie 2008, obwohl das Unternehmen in der Zwischenzeit mehr als 2000 Stellen abgebaut hat.
Bei Tyrolean würden die Piloten zwar vorerst die gleichen Gehälter wie bisher bekommen, aber keine Steigerungen mehr. Sie haben ein Sonderkündigungsrecht und Anspruch auf Abfindungen in Höhe von 39 Monatsgehältern. Sollen besonders viele diese Option wählen, droht Austrian ein Liquiditätsengpass. Der Lufthansa-Aufsichtsrat muss entscheiden, ob er weiteres Geld bereit stellt. Bei Lieferanten und Bodenmitarbeitern konnte Austrian anders als beim fliegenden Personal angesichts der heiklen Lage einige Konzessionen erreichen.