30.000 Euro Plus Wirtschaft

Wirbel um Erlöszahlen der "Spanischen"

Wirbel um Erlöszahlen der "Spanischen"

"Keine Angst, Frau Chefin, ich beiß nicht!" Nikolaus Berlakovich (l.) und die Generaldirektorin der Spanischen Hofreitschule, Elisabeth Gürtler, mit einem Lipizzaner im Rahmen der Jahrespressekonferenz der Hofreitschule. (© APA)

Spanische Hofreitschule
"Keine Angst, Frau Chefin, ich beiß nicht!" Nikolaus Berlakovich (l.) und die Generaldirektorin der Spanischen Hofreitschule, Elisabeth Gürtler, mit einem Lipizzaner im Rahmen der Jahrespressekonferenz der Hofreitschule.
Erstmals in der Geschichte des Traditionsunternehmens hat die Spanische Hofreitschule im Vorjahr laut vorläufigen Zahlen einen -wenn auch kleinen - Gewinn erwirtschaftet. Für den "Freundeskreis" der Hofreitschule keine Kunst: Ohne Subventionen wäre dies nicht möglich gewesen, wird kritisiert. Insgesamt konnte die Hofreitschule einen Gesamterlös von 10,2 Mio. Euro lukrieren (zum Vergleich: 2010 waren es 8,1 Mio. Euro).

"30.000 Euro ist nicht viel, aber es ist immerhin ein Plus", so Geschäftsführerin Elisabeth Gürtler am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. 2010 betrug der Verlust noch 950.000 Euro. "Es ist damit das wirtschaftlich erfolgreichste Jahr in der Geschichte der Spanischen Hofreitschule", freute sich Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich (V).

Für den "Freundeskreis" der Schule hält dieser Betrag einer genaueren Untersuchung nicht stand: So hätte die Institution ohne einer öffentlichen Subvention des Landwirtschaftsministerium in Höhe von Euro 720.000 Euro kein positives Betriebsergebnis erreichen können.

Für die Hofreitschule gibt es für die erfreulichen Zahlen mehrere Gründe:
  • Mehr Vorführungen. Die Zahl der Auftritte sei sukzessive gesteigert worden (74 Vorführungen, 211 öffentliche Morgenarbeiten; Gewinn: 6,04 Mio. Euro - ein Plus von 8 %), was der Freundeskreis mit Hinweis eines daraus resultierenden Qualitätsverlusts von Anfang an kritisiert hatte
  • Zweite Equipe. Außerdem sind seit dem Vorjahr zwei Equipen im Einsatz. Während eine im Ausland Gastspiele gab - etwa in Paris, Brüssel und London - (1 Mio. Euro Erlös), bestritt die andere zeitgleich Vorführungen in Wien. Auch diese Maßnahme stieß aufgrund mangelnder Ressourcen ebenfalls auf Kritik bei den "Freunden".
  • Vermietung. Weitere Einnahmen brachten Lizenzen sowie die Vermietung von Immobilien wie der Hofapotheke oder Wohnungen in Piber, berichtete Co-Geschäftsführer Erwin Klissenbauer. Für den Freundeskreis stellt diese Rechnung eine "Rosstäuscherei" dar: Die Republik hätte der Hofreitschule Räumlichkeiten kostenlos (also auf Kosten der Steuerzahler) überlassen. Sich mit den aus der Vermietung lukrierten Erlöse von rund Euro 500.000 Euro zu schmücken, sei "schlichtwes frech".

"G´riss" um Partyräume
Beliebt sei die Möglichkeit, die Räumlichkeiten der Hofreitschule für Events zu mieten: "Wir können uns der Anfragen nicht erwehren", so Gürtler. Eigenveranstaltungen wie die "Fete Imperial" und ein Fund-Raising-Event in Wien sowie das Lipizzanerkulinarium im steirischen Gestüt Piber brachten etwas mehr als 250.000 Euro Reinerlös.

Weitere Gewinne geplant
Auch 2012 soll es wieder schwarze Zahlen geben: In der Budgetplanung sind über Sponsoren und weitere Vermietungen ein Gesamterlös von 9,85 Mio. Euro und ein Gewinn von 324.000 Euro vorgesehen. Und auch heuer sollen die Hengste wieder auf Tournee gehen - u.a. nach Paris, Rotterdam und Birmingham. Zudem will die Hofreitschule zum internationalen immateriellen UNESCO-Kulturerbe aufsteigen.

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