"Europa braucht den Euro nicht" Wirtschaft

Thilo Sarrazin wettert gegen den Euro

Thilo Sarrazin wettert gegen den Euro

Thilo Sarrazin bei der Präsentation seines neuen Buchs "Europa braucht den Euro nicht" (© dapd)

Thilo Sarrazin bei der Präsentation seines neuen Buchs "Europa braucht den Euro nicht"
Thilo Sarrazin bei der Präsentation seines neuen Buchs "Europa braucht den Euro nicht"

Der kalkulierte Eklat: Thilo Sarrazin ("Deutschland schafft sich ab") hat ein neues Buch geschrieben. Der Titel ist Programm: "Europa braucht den Euro nicht".

Für die Missstände macht Sarrazin - Ex-SPD-Mandatar und Ex-Bundesbanker - vor allem die (deutsche) Politik verantwortlich: Eine Währungsunion ohne politische Union habe niemals Bestand. Dieser Anstrengung habe sich die Politik aber nicht unterzogen, sagte Sarrazin am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung seines umstrittenen Buches "Europa braucht den Euro nicht". Deutschland sei stattdessen eine unklare Wette auf Kosten deutscher Interessen eingegangen.

Ökonom unterstützt Sarrazins Thesen
Der Ökonom Prof. Stefan Homburg stützte etliche Aussagen Sarrazins und zog teils radikalere Schlüsse. "Ich sehe das Buch als Aufklärung", sagte er bei der Präsentation. Das Buch sei sehr ausgewogen und fundiert. Es sei aber kein "Kochbuch" für Euro-Retter. Keine der Thesen sei eine "steile These", sagte der Experte für öffentliche Finanzen.

Sarrazins bizarre Holocaust-These
Zentrale These in Sarrazins Buch ist, dass der Euro bisher überwiegend Nachteile gebracht habe. Empörung hatte noch vor Erscheinen die These ausgelöst, die Deutschen seien als Buße für Weltkrieg und Holocaust bereit, auch ihr Geld in europäische Hände zu legen. Der Volkswirt fordert, dass Länder, die dauerhaft gegen den Stabilitätspakt verstoßen, den Euro-Raum verlassen. Griechenland hält er für einen hoffnungslosen Fall.

Zweites Aufregerbuch
Der langjährige Berliner Finanzsenator Sarrazin war in Deutschland in den vergangenen Jahren schon mehrfach mit polemischen Äußerungen und Publikationen angeeckt. In seinem Buch "Deutschland schafft sich ab" kritisierte er 2010 die Einwanderungs- und Bildungspolitik in Deutschland. Vor allem seine Thesen über die Erblichkeit von Intelligenz und die geringere Integrationsbereitschaft muslimischer Zuwanderer lösten heftige Kontroversen aus. Das Buch stieß in Presse und Fachwelt auf breite Ablehnung, wurde aber ein riesiger Verkaufserfolg.

APA/red.

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