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23.05.2012
Sonst kaum Erkenntnisse
Ronny Pecik in Telekom-Aufsichtsrat gewählt
Großaktionär Ronny Pecik (© HELMUT FOHRINGER (APA))
Pecik hält nach eigenen Angaben 21 Prozent an der Telekom, und das sei "derzeit ausreichend". Der Aufsichtsrat wurde auf Peciks Antrag von acht auf neun Eigentümer-Vertreter erweitert. Ursprünglich hatte Pecik beantragt, den Aufsichtsrat um zwei Mitglieder zu erweitern, auch sein Partner, der ägyptische Milliardär Naguib Sawiris, sollte gemeinsam mit Pecik in das Kontrollgremium einziehen.
+++ Prüfbericht bestätigt Missstände bei Telekom +++
Dass Sawiris entgegen dem ursprünglichen Plan nicht nach Wien kam und sich auch nicht der Wahl in den Aufsichtsrat stellte, begründete Pecik mit der aktuellen politischen Situation in Ägypten, wo heute Präsidentenwahlen stattfinden. Sawiris sei eine treibende Wirtschaftskraft in Ägypten und spiele auch in der Politik eine wichtige Rolle, daher könne er vorerst nicht in den Telekom-Aufsichtsrat einziehen. Dass er sich mit seinem Partner zerstritten habe, wie in einer Zeitung zu lesen war, wies Pecik vor der Abstimmung entschieden zurück.
Unternehmen "filetieren"
Den Vorwurf, er würde Unternehmen nur kaufen, um sie zu "filetieren" und dann mit Gewinn wieder zu verkaufen, wies Pecik zurück. "Sie werden in meinem Leben kein einziges Unternehmen finden, das ich filetiert habe. So habe er etwa die damals marode VA Tech saniert, und er sei auch der wesentliche Gründer der A-Tec gewesen, die er erfolgreich an die Börse begleitet habe. "Ich bin im September 2006 ausgestiegen, den Rest der Geschichte kennen wir."
Die Telekom Austria ist nach Ansicht von Pecik eine "Perle" unter den österreichischen Unternehmen. Darum habe er auch gemeinsam mit seinem Partner 800 Mio. Euro investiert. Daraus habe er noch Kreditverbindlichkeiten von 640 Mio. Euro. "Ich glaube daran, dass das Unternehmen viel kann. Ich habe die Chance genutzt, dass ein großes Aktienpaket am Markt war", so der Investor.
Mitglieder entlastet
Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrates wurden von der Hauptversammlung erwartungsgemäß entlastet. Die Wirtschaftsprüfer von BDO Deutschland, die vom Aufsichtsrat beauftragt worden waren, die Malversationen bei der Telekom im Zeitraum 2000 bis 2010 zu untersuchen, hatten zwar mehrfach "dolose Handlungen" zum Schaden des Unternehmens festgestellt - allerdings konnten die aktuellen Vorstände und Aufsichtsräte damit nicht in Verbindung gebracht werden. Es seien in der Vergangenheit Dinge passiert, die die Reputation des Unternehmens nachhaltig geschädigt hätten und die aufgeklärt werden müssten, "sonst haben wir keine Zukunft", sagte TA-Generaldirektor Hannes Ametsreiter.
Kleinanlegervertreter Wilhelm Rasinger vom Interessenverband der Anleger (IVA) erklärte nach der Hauptversammlung, dass ein emotioneller Aufreger gefehlt habe. Man habe die Aktionäre mit zweieinhalb Stunden Bericht eingeschläfert. Dennoch zeigte sich Rasinger mit der Haltung des Vorstandes zufrieden: Nun sei "der Weg frei, um sich mit der Gegenwart und Zukunft des Unternehmens" zu beschäftigen. Die Telekom ist seiner Ansicht nach "aus dem Sumpf der Skandale herausgekommen". Zu Pecik sagte Rasinger, dass zwar ein Mann allein im Kontrollgremium nicht allzu viel bewirken könne. Er sei sich aber sicher, dass Pecik "Farbe in den Aufsichtsrat" bringen werde. Ihn interessiere aber vor allem, wie sich Peciks Engagement in Zahlen auswirken werde. Der Dividendenvorschlag von 38 Cent pro Aktie wurde von der HV angenommen.
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