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21.07.2012
Raucher, Fettleibige zahlen mehr
Kritik am Vorsorge-Modell der SVA
Symbolbild (© APA)
Wer SVA-Kunde ist und einen geringeren Selbstbehalt bezahlen will, muss sich seit 1. Jänner 2012 auf die Waage stellen und andere Untersuchungen über sich ergehen lassen. Die Sozialversicherung der Gewerblichen Wirtschaft will mit ihrem Vorsorge-Modell ihre Kunden dazu animieren, Blutdruck und Gewicht zu senken sowie übermäßigen Alkoholkonsum und Rauchen aufzugeben.
Entscheidend, wieviel der Kunde zahlt, sind Gesundheitsziele, die mit einem Arzt bei einer Gesundenuntersuchung festgelegt werden. Erreicht der Kunde diese binnen eines halben Jahres, zahlen sie in den zwei bis drei darauffolgenden Jahren nur zehn statt zwanzig Prozent Selbstbehalt.
+++ Wer ungesund lebt, soll mehr zahlen +++
Mehr Vorsorgeuntersuchungen im ersten Halbjahr
In den ersten sechs Monaten ließen sich insgesamt 35.518 Selbstständige beim Arzt durchchecken. Die Zahl der Vorsorgeuntersuchungen ist um 43 Prozent gestiegen. SVA-Obmann und Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl ist "stolz" auf die Kunden, die SVA muss sich für ihr Vorsorge-Modell aber auch heftige Kritik gefallen lassen.
Der Selbstbehalt, der für die Versicherten – es sei denn sie sind befreit – bei jedem Arztbesuch anfällt, spült jährlich etwa 52 Mio. Euro in die Kassen der SVA. Außerdem gehen Selbstständige, wohl auch wegen des Selbstbehalts, nur drei Mal im Jahr zum Arzt, während Angestellte fünf Mal und Beamte (auch sie müssen einen Selbstbehalt entrichten) vier Mal jährlich einen Arzt aufsuchen.
Krankenkassen sehen Belohnung kritisch
Die Gebietskrankenkassen kritisieren die finanzielle Belohnung für das Gesundheit, was nur bedingt in der eigenen Hand liege. Auch Volker Plass, Bundessprecher der Grünen Wirtschaft, ist skeptisch: "Wir werden zwei Dinge erleben: Die Gesunden werden sich ihre zehn Prozent abholen, während Hochrisikopatienten, die fest rauchen und sich Schweinsbraten reinstopfen, gar nicht hingehen werden", sagte Plass am Freitag in der Presse. Ob sich die SVA damit langfristig Geld spare, sei fragwürdig.
BZÖ-Gesundheitssprecher Abg. Dr. Wolfgang Spadiut spricht sich für das Bonussystem aus. "Auch die Krankenkassen müssen endlich umdenken, denn mit einem Bonussystem würden sich diese auf lange Sicht gesehen enorme Kosten ersparen".
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