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26.07.2012
Zahlungsunfähig
Neckermann meldete Insolvenz an
Neckermann Österreich kämpft vor Gericht um seine Sanierung. (© dpa)
Auch die Kreditschützer klingen optimistisch, zumal keine Überschuldung vorliege, allerdings durch die hohe Abhängigkeit von der deutschen Mutter Zahlungsunfähigkeit vorliege. Man werde sich aber um einen Partner umsehen müssen. Die rund 300 Mitarbeiter von Neckermann Österreich waren vergangenen Dienstag vorsorglich beim AMS zur Kündigung angemeldet worden.
Da die neckermann.de GmbH die Deckung der Liquiditätserfordernisse der Neckermann Österreich nicht sicherstellen konnte, habe man entschieden, einen Antrag zur Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung zu stellen, hieß es in der Aussendung.
600 Gläubiger betroffen
Das bei Gericht eingereichte Sanierungskonzept sehe neben der Aufrechterhaltung des laufenden Geschäftsbetriebs, die Entschuldung des Unternehmens, die Suche nach strategischen Partnern und Investoren, die weitere Forcierung des E-Commerce- und Vertriebspartnergeschäfts sowie die langfristige Sicherung des Weiterbestands mit den bestehenden Mitarbeitern vor. "Ziel der Geschäftsführung ist es, das Unternehmen ohne Mitarbeiterabbau in eine erfolgreiche Zukunft zu führen", hieß es.
Betroffen sind auch mehr als 600 Gläubiger. Den Aktiva von rund 48 Mio. Euro stehen Passiva von etwa 40 Mio. gegenüber, wobei es sich um "Going Concern"-Werte handle, so die Creditreform. Käme es zum Konkurs, ergäbe sich eine radikale Entwertung des Umlaufvermögens und eine Quote in Höhe von lediglich rund 16 Prozent. Wie KSV und AKV mitteilten, sei aktuell eine 20-prozentige Quote geplant, zahlbar binnen zwei Jahren.
Suche nach einem Investor
Voraussetzung für die Fortführung der Neckermann Österreich AG ist der Abschluss eines neuen Factoringvertrages mit einem Finanzierungsinstitut, um über den Verkauf und die Vorfinanzierung kurzfristig zu Liquidität zu kommen, so die Kreditschützer vom AKV. Weiters müsse ein Betriebsmittelkredit über 1,4 Mio. Euro erlangt werden und von der deutschen Mutter ein 60-tägiges Zahlungsziel eingeräumt werden.
70 Prozent des angebotenen Sortiments - 600.000 Artikel aus den Bereichen Mode, Möbel und Technik - werden aus Deutschland übernommen, der Rest werde von rund 600 Lieferanten zugekauft. Im Zuge des Sanierungsverfahrens müsse es auch Bemühungen geben, einen Investor zu finden, der das Risiko übernimmt. Das Grundkapital der Neckermann Versand Österreich AG beläuft sich auf 10,1 Mio. Euro.
Neckermann hatte 1994 den Versandhandel des Grazer Traditionskaufhauses Kastner & Öhler übernommen. In den folgenden Jahren baute man den Grazer Standort als Drehscheibe für die Osteuropa-Aktivitäten aus. Laut AKV wurde das Unternehmen bereis im Krisenjahr 2009 getroffen und ein Verlust eingefahren.
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