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08.08.2012

Flugbegleiter verärgert

Lufthansa steht Streik ins Haus

Frankfurt am Main - Lufthansa-Maschine

Lufthansa-Maschine bei der Landung in Frankfurt: Ein Streik des Kabinenpersonals steht im Raum (© Reuters)

Nach dem Arbeitskonflikt bei der Tochter AUA in Folge des Betriebsübergangs auf Tyrolean droht nun auch der Mutter Lufthansa ein Streik ihrer Stewards und Stewardessen. In einer Urabstimmung hätten sich 97,5 Prozent der Mitglieder für einen Streik ausgesprochen, sagte der Chef der Gewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, am Mittwoch.

Die 18.000 Kabinenangestellten werden die Arbeit aber nicht sofort niedergelegen. Zunächst wolle die Gewerkschaft noch ein letztes Tarifangebot der Lufthansa abwarten, das der Konzern am 16. August vorlegen wolle. Falls das Offert nicht weitreichend genug sei, könnte am 17. August ein Streik beschlossen werden, betonte der Gewerkschaftsführer. Auch bei der AUA tobt seit vielen Monaten ein Arbeitskonflikt. Hier geht es um den Übertrag des Flugpersonals in den Kollektivvertrag der AUA-Tochter Tyrolean.

Sparschritte sind Angestellten ein Dorn im Auge
Der Tarifkonflikt zieht sich bereits seit Monaten hin. Dabei geht es den Arbeitnehmervertretern nicht so sehr um höhere Gehälter. Gestritten wird vielmehr um die Sparschritte, die die Lufthansa ihren Mitarbeiter an Bord zumuten will. Sturm laufen die Gewerkschafter vor allem gegen den Einsatz von Leiharbeitern, die auf Flügen von und nach Berlin die Stammbelegschaft ersetzen. Da die Stewardessen - bisher wurden 130 rekrutiert - flexibler und länger eingesetzt werden können, spart die Lufthansa nach eigenen Angaben ein Fünftel der Kosten.

Gleichzeitig befürchtet Ufo, dass die Airline noch weitere Einschnitte in der Vergütungsstruktur vornehmen will. Die sind nach Ansicht der Lufthansa-Manager nötig, da die Kranich-Linie in Europa mit Billigfliegern wie Ryanair oder Easyjet konkurriert, die wesentlich niedrigere Kosten haben - auch weil das Personal wesentlich schlechter bezahlt wird. Die Lufthansa hingegen fliegt auf vielen Europarouten Verluste ein.

Lufthansa: Verhandlungen weder abgebrochen noch gescheitert
Die Gewerkschaft hatte ihre Mitglieder Mitte Juli zur Urabstimmung aufgerufen, nachdem der Konzern nach Gewerkschaftsangaben die jüngsten Ufo-Vorschläge als nicht verhandelbar abgelehnt hatte. Ein Lufthansa-Sprecher betonte, dass die Verhandlungen weder abgebrochen noch gescheitert seien. Die Lufthansa sei nach wie vor daran interessiert, zusammen mit Ufo nach Lösungen in dem Konflikt zu suchen. Die Streikbereitschaft der Stewardessen und Stewards hat die Lufthansa-Aktien bei den Anlegern unpopulär gemacht. Die Titel rutschten um mehr als vier Prozent auf 9,83 Euro ans Dax -Ende.

Die Lufthansa sieht sich nicht nur im Europa-Verkehr unter Druck. Auf den lukrativen Fernstrecken nach Asien und Australien luchsen der Airline schnell wachsende Rivalen aus dem Nahen Osten wie Emirates oder Air-Berlin-Partner Etihad zunehmend Passagiere ab. Um nicht ins Hintertreffen zu geraten, hat die Lufthansa Anfang des Jahres das größte Sparprogramm ihrer Geschichte gestartet.

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