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02.09.2012

Dauer und Ort noch offen

Ab Dienstag wieder Lufthansa-Streikchaos

Pilotenstreik - Frankfurt

Am Dienstag geht der Streik in die nächste Runde (© dpa)

Die Flugbegleiter der Lufthansa setzen ihren Streik an diesem Dienstag fort. Wo genau gestreikt werde, solle mindestens sechs Stunden vor Beginn der jeweiligen Aktion bekanntgegeben werden, sagte ein UFO-Sprecher. Fluggäste müssen sich damit abermals auf erhebliche Behinderungen und Flugausfälle einrichten. Der Arbeitskampf werde fortgesetzt, weil die Lufthansa nach dem Streik am Flughafen Frankfurt "keinerlei Signal" an UFO gegeben habe.

Die Gewerkschaft hatte die Lufthansa am Freitag zum ersten Mal für acht Stunden bestreikt - zunächst nur am Frankfurter Flughafen, dem wichtigsten Drehkreuz des größten Luftfahrtunternehmens Europas. Dadurch waren europaweit Hunderte Flüge ausgefallen, Tausende Passagiere saßen fest. Auch rund ein Dutzend Österreich-Flüge wurden gestrichen, auch am Samstag fielen als Nachwirkung des Streiks noch rund 18 In- und Auslandsflüge aus. Mehrere hundert Menschen mussten die Nacht auf Feldbetten verbringen. Das Unternehmen geht von einem Millionenschaden durch den Streik aus.

Wo es am Dienstag weitergeht mit den Streiks, war zunächst unklar. Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag), wonach Düsseldorf, München und Berlin in Gewerkschafterkreisen als favorisierte Streikstandorte genannt wurden, konnte ein UFO-Sprecher nicht bestätigen. Die Gewerkschaft rechnete nach eigenen Angaben mit einem erheblichen Chaos aufgrund des bevorstehenden Streiks. "Da wir am Freitag erlebt haben, dass die Lufthansa ihre Möglichkeiten über-und die Streikbeteiligung unterschätzt hat, geschweige denn in der Lage war, den Sonderflugplan aufrecht zu erhalten, steht zu vermuten, dass dies am kommenden Dienstag auch nicht klappen dürfte", erklärte UFO.

Der Streik war nach dem Scheitern langwieriger Verhandlungen am Dienstag ausgerufen worden. Die Gewerkschaft UFO verlangt in den seit 13 Monaten andauernden Verhandlungen nach drei Jahren Nullrunden fünf Prozent höhere Entgelte. Außerdem fordert sie das Ende der Leiharbeit und Schutz gegen die Auslagerung von Jobs. Lufthansa plant hingegen mittelfristige Einsparungen bei den Personalkosten und will dafür unter anderem die Beförderungsstufen strecken. Das Unternehmen bietet 3,5 Prozent Gehaltsplus bei einer Laufzeit von drei Jahren und längeren Arbeitszeiten.

Parallel zu der Auseinandersetzung mit UFO laufen auch Tarifverhandlungen der Lufthansa mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Falls auch diese scheitern, so fürchten Beobachter, könnten sich die Piloten mit den Flugbegleitern verbünden und gemeinsam in den Ausstand treten.

APA/red.

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