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07.09.2012

Etappensieg für Gewerkschaft

Streik-Ende: Lufthansa stimmt Schlichtung zu

Lufthansa-Flugbegleiter im Streik

Mitarbeiter der Lufthansa demonstrierten mit Plakaten am Flughafen "Franz-Josef Strauß" in München. Die Firmenbosse machten erste Zugeständnisse. (© Peter Kneffel (dpa))

Die AUA-Mutter Lufthansa beendet den Einsatz von Leih-Stewardessen in Berlin und ging damit einen großen Schritt auf die streikende Kabinengewerkschaft UFO zu. Das Unternehmen verzichte "einseitig, auf absehbare Zeit und ohne weitere Vorbedingungen auf den Einsatz von externen Kabinencrews in Berlin", kündigte Vorstandschef Christoph Franz in Frankfurt an. Dazu wurde eine Schlichtung vereinbart.

Die rund 200 betroffenen Stewardessen der Zeitarbeitsfirma Aviation Power sollen im kommenden Jahr Jobangebote der Lufthansa erhalten. Franz verspricht sich von dem Schritt Fortschritte in den festgefahrenen Tarifverhandlungen für die rund 18.000 Flugbegleiter der Lufthansa Passage.

"Wir hoffen, dass dieser Schritt der Gewerkschaft UFO hilft, mit uns gemeinsam in konstruktiven Gesprächen den Weg zu einer zukunfts- und wettbewerbsfähigen Vergütungsstruktur für die Mitarbeiter der Kabine zu beschreiten."

Noch am Freitag hatten die Leiharbeiter dafür gesorgt, dass Lufthansa aus Berlin Europaflüge anbieten konnte, während die Lufthansa-Crews streikten. Passage-Vorstand Carsten Spohr dankte am Flughafen Tegel den Beschäftigten und kündigte die Jobangebote für das kommende Jahr an. "Damit haben sie eine sichere und gute Perspektive in unserem Konzern."

Schlichtung vereinbart
Lufthansa und die Flugbegleiter haben weiters eine Schlichtung vereinbart. Die Streiks werden ausgesetzt, sagte der Chef der Gewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies. Ein Schlichter wird noch gesucht. Während der Schlichtung gilt Friedenspflicht. Diese Pflicht läuft ab Mitternacht. Bis adhin muss der Streik zu Ende gehen.

Im Schlichtungsverfahren geht es nach Angaben von Ufo in erster Linie um die Vergütungsfragen. Parallel dazu sollen aber über alle anderen strittigen Fragen wie Leiharbeit verhandelt werden. "Damit ist die Ufo sehr zufrieden", sagte Baublies. Es sei der Gewerkschaft immer um ein Gesamtpaket gegangen. Die Lufthansa habe quasi kapituliert, indem sie für Freitag fast alle Verbindungen gestrichen habe. Lufthansa bestätigte, dass bereits seit Donnerstag nach einem Ausweg gesucht wurde.

Das erwartete Chaos blieb aus
Wegen des Streiks musste Europas größte Fluggesellschaft am Freitag weit mehr als die Hälfte ihrer Flüge streichen, rund 100 000 Reisende waren von dem beispiellosen Ausstand betroffen. Selbst die Pilotenstreiks aus den Jahren 2001 und 2010 hatten nicht eine derart durchschlagende Wirkung. Chaos gab es aber weder an Flughäfen, Bahnhöfen noch auf den Autobahnen. Es war bereits die dritte Streikwelle nach zwei regional begrenzten Ausständen seit Freitag vergangener Woche.

Sonderflugplan fast durchgezogen
Das Restprogramm der Lufthansa bestand wesentlich aus Flügen nicht bestreikter Tochtergesellschaften wie Germanwings und Eurowings. Man habe den Sonderflugplan mit kleinen Abstrichen fliegen können. Auch einige Überseeziele wurden von Frankfurt und München angeflogen, sagte ein Sprecher der Airline.

Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt blieb es ruhig. Mit mehr als 60.000 SMS und E-Mails hatte die Fluggesellschaft ihre Gäste über die Flugausfälle informiert. Für Samstag sind nur noch 18 Verbindungen gestrichen.

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