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11.09.2012
71.000 Euro Rechnung
Manager von voest-Tochter in Bordell-Affäre involviert
(© Boris Roessler (dpa))
Ein im Mai 2010 fristlos entlassener Geschäftsführer der voestalpine Kloeckner Bahntechnik GmbH (Duisburg) habe in der Zeit von 2005 bis 2009 falsch ausgewiesene Belege über rund 71.000 Euro für 35 Bordellbesuche eingereicht, bestätigte voestalpine-Sprecher Peter Felsbach am Dienstag. Zuvor hatten „Handelsblatt“ und die WAZ-Mediengruppe darüber berichtet.
Champagner-Feiern
Der Geschäftsführer der deutschen Tochter des österreichischen Stahlkonzerns voestalpine soll den Berichten zufolge mit Kunden und Geschäftsfreunden über Jahre hinweg in einem Berliner Nobelbordell rauschende Feste gefeiert und bei ihren Rotlichtabenden Champagner für 250 Euro die Flasche bevorzugt haben. Die deutsche voestalpine-Tochter war am Schienenkartell beteiligt, in dem mehrere Stahlproduzenten überhöhte Preise abgesprochen hatten - zulasten unter anderem der Deutschen Bahn. Deshalb verhängte das deutsche Bundeskartellamt im Juli dieses Jahres Bußgelder von insgesamt 124,5 Millionen Euro.
Voestalpine trat in dem Verfahren als Kronzeuge auf und zahlte einen Teil des Bußgeldes. In einem zweiten Verfahren beim Bundeskartellamt werden derzeit Absprachen zulasten von städtischen Verkehrsbetrieben behandelt, wie der voestalpine-Sprecher bestätigte.
Erst Absprachen, dann Swingertreff
„Aus unserer Sicht ergibt sich kein Hinweis, dass diese schwerwiegenden Verfehlungen eines ehemaligen Geschäftsführers und das Kartell zusammenhängen“, so Felsbach. Einem Insider zufolge, den wiederum das „Handelsblatt“ zitiert und der selbst bei mehreren Besuchen im „Bel Ami“ dabei gewesen sein will, sollen diese Abende der Kitt für den Zusammenhalt des illegalen Schienenkartells gewesen sein, schreibt die Zeitung. Die Truppe habe auch „Die Eule“ im deutschen Ratingen und den Oberhausener „Swingertreff“ besucht. Zuvor hätten sie beim Abendessen Preise und Mengen abgesprochen.
Die Sexabrechnungen seien von einer Gastronomiebetriebs GmbH ausgestellt worden und jahrelang nicht bemerkt worden, weil das Spesenvolumen von 10.000 bis 15.000 Euro pro Jahr im normalen Rahmen liege, sagte der Sprecher. Mit der angeblichen GmbH wurden die Rotlichtabrechnungen getarnt.
Manager musste zahlen
Nach ersten Hinweisen sei der Vorfall extern untersucht und der Mitarbeiter entlassen worden. Das Landgericht Duisburg habe die Entlassung und damit den Sachverhalt bestätigt, und der Mann habe die 71.000 Euro zurückzahlen müssen, so Felsbach. In dem Verfahren war der Manager im Juni 2011 zur Zahlung von insgesamt 200.000 Euro verurteilt worden.
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