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14.09.2012

Mehr Zeit zum Sparen

Griechen brauchen auch nach 2020 Hilfe

Eurogruppen-Präsident Jean-Claude Juncker drängt Griechenland zur Einigung auf das Sparpaket

Eurogruppen-Präsident Jean-Claude Juncker drängt Griechenland zur Einigung auf das Sparpaket (© ANA-MPA)

Laut Medienberichten geht die Troika davon aus, dass Griechenland länger als geplant Finanzhilfen brauchen werde. Die schwächelnde Wirtschaft ist der Grund dafür, dass die Regierung auch nach 2020 Hilfskredite benötigen wird.

Die Gläubiger Griechenlands gehen laut einem "Handelsblatt"-Bericht nicht mehr davon aus, dass das Land bis 2020 seine Schuldenlast wieder selbst tragen kann. Dieses Ziel sei nicht mehr erreichbar, berichtete die deutsche Zeitung (Montagausgabe) unter Berufung auf Kreise der Troika aus Europäischer Union, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB). Daher werde das Land länger als geplant Finanzhilfen brauchen.

Damit erwiesen sich grundlegende Annahmen für das zweite Hilfspaket für Griechenland als hinfällig, hieß es in dem Bericht weiter. Bei der Bewilligung neuer Kredite in Höhe von 130 Milliarden Euro war Bedingung, dass Athen bis 2020 seine Staatsverschuldung auf 120,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts senkt. Dazu sollte die griechische Regierung ab 2014 einen jährlichen Primärüberschuss von 4,5 Prozent des BIP ausweisen. Dieses Ziel werde Athen nun nicht vor 2016 erreichen, berichtete die Zeitung weiter unter Berufung auf Troika-Kreise.

Warten auf Grünes Licht
Zusätzliche Hilfsmilliarden für Athen soll es aber nicht geben. Wegen des innenpolitischen Gerangels um das neue Athener Sparpaket werden die Griechen noch mehr als einen Monat auf neue Hilfskredite warten müssen. Die Ressortchefs bekamen von den Kontrolleuren von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) sowie Internationalem Währungsfonds (IWF) einen Überblick zu den laufenden Sparberatungen. Ein positives Votum dieser "Troika" ist Voraussetzung dafür, dass Athen grünes Licht für eine Teilzahlung von 31,5 Milliarden Euro aus dem laufenden Hilfsprogramm von 130 Milliarden Euro bekommt.

Zur Streckung der Sparziele gibt es bisher keine Beschlüsse. "Falls das Defizit schlechter ausfällt wegen der schlechten Wirtschaftsentwicklung, könnte es etwas mehr Zeit geben" sagte der Niederländer Jan Kees de Jager, und fügte hinzu: "Aber nicht mehr Geld." Auch IWF-Chefin Christine Lagarde sagte: "Zeit wird als eine Option in Betracht gezogen."

+++ Troika zweifelt am Athener Sparprogramm +++

Mehr Zeit zum Sparen
Der griechische Regierungschef Antonis Samaras hatte wochenlang in den wichtigsten Hauptstädten des Eurolandes darum gebeten, angesichts der tiefen Rezession mehr Zeit beim Sparen zu bekommen. Er hofft, dass Athen das EU-Defizitziel von drei Prozent der Wirtschaftsleistung erst 2016 erfüllen muss, zwei Jahre später als mit der "Troika" vereinbart.

Fraglich ist auch, ob Griechenland die angestrebte Reduzierung der Gesamtschulden auf 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes bis 2020 schaffen kann. Entsprechenden Fragen wich Lagarde aus: "Dafür ist es noch zu früh." Vor allen Dingen der IWF hatte bisher strikt auf dem 120-Prozent-Ziel bis 2020 bestanden.

Die Konjunkturlage in der Eurozone bleibt schwierig. EU-Währungskommissar Olli Rehn, ein Aufschwung werde erst kommendes Jahr erwartet, später als zunächst vorhersagt. Eine genaue Prognose werde er im November vorlegen. Viele Länder, vor allem im Süden des Kontinents, stecken in der Rezession.

APA/red.

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