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19.09.2012
5% Lohnerhöhung gefordert
Herbstlohnrunde startet mit Metallern
Die Metaller wollen wie jedes Jahr mehr Geld. (© Archiv)
Die Verhandlungen finden heuer erstmals nicht mit der gesamten Metallindustrie statt. Der weitaus größte Fachverband, die Maschinen-und Metallwarenindustrie (FMMI), ist aus dem bisherigen Verbund ausgeschieden, wodurch die Gewerkschaften heuer mit allen sechs Verbänden getrennt sprechen. Den Auftakt machte die FMMI, die rund 120.000 der 180.000 Metaller vertritt.
Ausgangsbasis für die Verhandlungsrunde ist eine Inflationsrate von 2,8 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten, im Vorjahr gab es ein Plus bei den Kollektivverträgen von im Schnitt 4,2 Prozent. Nach einer sehr guten Auftragslage in den vergangenen zwei Jahren hat sich zuletzt der Ausblick für die Metallindustrie eingetrübt. Einen Abschluss unter der Inflationsrate hat die Gewerkschaft schon ausgeschlossen, alles unter einem Dreier vorm Komma wäre für die Betriebsräte wohl schwer zu argumentieren. Gefordert wurde eine fünfprozentige Erhöhung der Löhne.
In der Wirtschaftskammer wird verhandelt
Das Verhandlungsteam der Arbeitnehmer wird - wie schon in den Jahren zuvor - von Rainer Wimmer (Pro-Ge) und Karl Proyer (GPA) angeführt. Das Team der Industrie ist heuer neu. Verhandlungsführer des FMMI ist der Vorarlberger Unternehmer und stellvertretende FMMI-Obmann Johannes Collini. Zum Team gehören weiters Veit Schmid-Schmidsfelden, Geschäftsführender Gesellschafter der Rupert Fertinger GmbH, und Karin Exner-Wöhrer, Vorstandsvorsitzende der SAG Motion.
Verhandlungsort ist traditionell die Wirtschaftskammer Österreich. Gefeilscht wird um die Mindest- und Ist-Löhne sowie um die Lehrlingsentschädigung. Ob die Industrie auch Änderungen bei den Arbeitszeiten - sprich längere Durchrechnungszeiträume für die Überstundenabgeltung - durchsetzen will ist noch offen.
Wimmer: "Nicht mit Butterbrot abspeisen"
Pro-Ge-Chef Wimmer will sich bei dieser Kollektivvertragsrunde "nicht mit einem Butterbrot abspeisen lassen", wie er am Mittwoch im ORF-Morgenjournal sagte. Auf die Frage, ob die Forderung angesichts einer Inflation von 2,8 Prozent "deutlich über drei Prozent" liegen werde, sagte Wimmer: "Zahlen können nicht genannt werden, aber sie können davon ausgehen."
Für Wimmer bleibt ein gemeinsamer Kollektivvertrag für alle Metaller hohe Priorität. "Der gemeinsame Kollektivvertrag ist für uns heilige Erde", formulierte Wimmer: "Wenn es sein muss, werden wir auch um diesen gemeinsamen Kollektivvertrag kämpfen."
Wimmer verwies auf eine Arbeiterkammerstudie, wonach die abgelaufenen zwölf Monate für die Metallindustrie "sensationell" gewesen seien. Zugleich seien 70 Prozent der Gewinne abgeschöpft und die Gagen der Manager um 60 Prozent erhöht worden, zitierte Wimmer: "Jetzt sind einmal die Arbeitnehmer dran, die sind es nämlich, die diesen Erfolg ermöglicht haben". Daher fordere die Gewerkschaft eine "ordentliche Lohnerhöhung, wo die Menschen auch im Geldbörsel etwas spüren".
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