"Produktive Gespräche" Wirtschaft

Euro-Krise: Griechen-Lob von EU & IWF

Euro-Krise: Griechen-Lob von EU & IWF

Noch keine Jubelstimmung in Griechenland, doch die Geldgeber sind zuversichtlich, dass Euros ins Land fließen. (© Reuters)

Athen Griechische Flagge
Noch keine Jubelstimmung in Griechenland, doch die Geldgeber sind zuversichtlich, dass Euros ins Land fließen.
Die Gespräche Griechenlands mit den Inspektoren der Geldgeber machen Fortschritte. Die Verhandlungen seien vorangekommen, sagte Währungskommissar Olli Rehn dem finnischen Sender "YLE". Rehn äußerte sich zuversichtlich, dass sich die Regierung in Athen in den kommenden Tagen bei den verlangten Einsparungen einig werde. IWF-Chefin Christine Lagarde sagte während eines Aufenthalts in Riad, Gespräche des Währungsfonds mit Griechenland "seien sehr gut und produktiv" verlaufen.

+++ Das Glossar zur Euro-Krise +++

Die Troika aus Europäischer Zentralbank, EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds (IWF) drängt auf Kürzungen von fast zwölf Milliarden Euro. Allerdings gibt es Kreisen zufolge innerhalb der Troika deutlich unterschiedliche Auffassungen über die langfristige Tragfähigkeit der griechischen Schulden. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte in der vergangenen Woche erfahren, dass der IWF den Schuldenabbau verstärken will, während die EU Griechenland mehr Zeit geben will.

+++Angela Merkel reist am Dienstag nach Athen+++

Ohne Hilfe ist das Land Pleite
Ohne die nächste Hilfstranche droht dem Land langfristig die Pleite und der Austritt aus der Eurozone. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Regierung in Athen auf jeden Fall Geld erhalten wird, um eine weitere Destabilisierung des Währungsraums zu verhindern.

Am Samstag traf der griechische Finanzminister Ioannis Stournaras erneut mit Vertretern der Geldgeber-Troika zusammen. Die griechische Regierung will bis Sonntagabend zumindest die Sparmaßnahmen für 2013 unter Dach und Fach bringen. Am Montag treffen in Luxemburg die Finanzminister der Eurozone zusammen.

Sparpaket von 14,5 Milliarden Euro
Das neue Sparprogramm Griechenlands von 14,5 Milliarden Euro, das die Troika billigen muss, ist die Voraussetzung für die Freigabe einer neuen, dringend benötigten Hilfstranche von 31,5 Milliarden Euro. Die Finanzminister der Eurozone werden am Montag nur einen Zwischenbericht erhalten - wann die endgültige Version vorliegen wird, ist bisher offen. Auch beim EU-Gipfel am 18./19. Oktober werden keine Entscheidungen zu Griechenland erwartet.

Nach Einschätzungen des griechischen Finanzministeriums dürften die neuen Einsparungen die Rezession weiter verschärfen. Zuletzt war die griechische Regierung davon ausgegangen, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2013 um 3,8 Prozent schrumpft. Am Freitag hatte das Statistikamt Elstat die Zahlen für 2011 nach unten korrigiert. Demnach schrumpfte die griechische Wirtschaft im vergangenen Jahr nicht um 6,9 Prozent, sondern um 7,1 Prozent.

"Konkrete Entscheidungen" zur Euro-Rettung nötig
Die Regierungschefs der Eurozone müssen nach Ansicht von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso noch in diesem Monat "konkrete Entscheidungen" zur Euro-Rettung treffen. "Wir rüsten die Europäische Währungsunion mit den notwendigen Mitteln zum Erhalt der Gemeinschaftswährung aus. Ich hoffe, dieser Schwung geht nicht verloren", sagte Barroso am Samstag vor Journalisten in La Valetta.

Die europäischen Regierungen dürften ihre Ziele nicht aus den Augen verlieren und müssten die Integration in der Eurozone verstärken. Barroso war auf Malta, um an einem Treffen zwischen fünf südeuropäischen und fünf nordafrikanischen Staaten teilzunehmen.


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