Manpower-Chefin warnt Wirtschaft

150.000 Zeitarbeits-Stellen in Deutschland in Gefahr

Leiharbeit in Gefahr

Speziell die Chemie- und die Metallbranche sind von den Zuschlägen betroffen.

Leiharbeit in Gefahr

Speziell die Chemie- und die Metallbranche sind von den Zuschlägen betroffen.

In der Zeitarbeits-Branche stehen aus Sicht der Firma Manpower 150.000 Stellen auf der Kippe. Grund seien Zuschläge für Leiharbeiter in der Metall- und der Chemiebranche vom 1. November an, sagte die Deutschland-Chefin von Manpower, Vera Calasan, der "Wirtschaftswoche".

Einzelne Aufträge würden bereits wegen der Zuschläge und wegen der unsicheren Konjunkturaussichten nicht verlängert. "In einem Worst-case-Szenario gehen wir von einem Umsatzrückgang von 20 Prozent aus." Einzelne Aufträge würden bereits wegen der Zuschläge und wegen der unsicheren Konjunkturaussichten nicht verlängert.

Insgesamt gebe es rund 850.000 Zeitarbeitsjobs in Deutschland. Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie NRW, Luitwin Mallmann, fürchtet sogar die Verlagerungen von Arbeitsplätzen ins Ausland. "Manche Tätigkeit wird in Niedriglohnländer wie Rumänien auswandern."

Zuschläge schuld an möglicher Auslagerung
Betriebe in wichtigen Industriezweigen müssen Hunderttausenden Leiharbeitern bald mehr zahlen. Im November werden erstmals in der deutschen Tarifgeschichte pauschale Branchenzulagen für Zeitarbeiter eingeführt, die länger als sechs Wochen an einen Betrieb ausgeliehen sind.

Die Arbeitgeber hatten bereits gerade bei gering Qualifizierten vor zu hohen Kosten für die Betriebe gewarnt. Das könne hierzulande viele Jobs kosten, hatte der für die Tarifverhandlungen delegierte Koordinator der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände für die Einsatzbranchen von Zeitarbeitnehmern, Volker Fasbender, Mitte Oktober gesagt. "Wir werden in einiger Zeit sehen, wie viele Betriebe sagen, das wird uns zu teuer, wir bauen lieber unsere Auslandsproduktion aus."

Die Tarifparteien in der Metall -und Elektroindustrie hatten sich im Mai zunächst auf die Zuschläge für Leiharbeiter geeinigt, weitere Branchen wie die Chemie folgten. In der Metall- und Elektro-Industrie, die immerhin rund 250.000 Leiharbeiter beschäftige, werde für alle Entgeltgruppen derselbe Zuschlag bezahlt. Dieser steigt nach neun Monaten in einem Betrieb auf 50 Prozent. Etwa in der Chemie bekommen höher Qualifizierte hingegen ein kleineres Plus als Ungelernte.


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