Künstliche Befruchtung

15. Mai 2018 17:39; Akt: 15.05.2018 18:00 Print

Baby "zu hell": Paar klagt Kinderwunsch-Klinik

In einer niederösterreichischen Kinderwunschklinik soll es zu einer Panne gekommen sein. Die Eltern aus Nigeria wollen klagen.

Symbolbild  (Bild: iStock)

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Das Kind eines "tiefschwarzen" nigerianischen Paares kam mithilfe einer Kinderwunschklinik zur Welt. Allerdings ist es "hellbraun", weshalb das im Burgenland lebende Paar an eine Verwechslung glaubt und die Klinik, die mit künstlicher Befruchtung nachhalf, verantwortlich macht. Das berichtet die "Wiener Zeitung" am Dienstag.

Scheidung drohte
Bevor man zu diesem Schluss kam, gab es jedoch Streit. Der Vater des "zu hellen" Kindes glaubte zunächst, seine Frau hätte ihn mit einem weißen Mann betrogen und wollte sich scheiden lassen. Später versöhnte sich das Paar jedoch wieder und klagt nun auf Schmerzensgeld.

DNA-Tests
Denn zwei DNA-Tests haben bestätigt, dass der Papa, der sich "rührend" um das Kind kümmert, nicht der leibliche Vater seiner mittlerweile eineinhalbjährigen Tochter ist. 17.000 Euro, die bereits angeboten wurden, sind dem Paar zu wenig. Ihr Anwalt bezeichnet das Angebot als "Hohn".

Nun wird es jedoch juristisch kompliziert. Da das Paar 180 Tage vor und nach der Geburt des Kindes verheiratet war, gilt die gesetzliche Vermutung, dass er auch der Vater des Kindes ist. Das zuständige Gericht in Mattersburg muss nun das Nichtbestehen der Vaterschaft feststellen, bevor über das Schmerzensgeld überhaupt verhandelt werden kann.

Für die Tochter könnte dann ein Schaden durch die ganze Sache entstehen, wenn sie später in der Schule oder im Kindergarten wegen der unterschiedlichen Hautfarbe zu ihren Eltern gemobbt wird. Das würde einen sozialen und gesellschaftlichen Nachteil bedeuten, heißt es.

Wer ist der Vater?
Es kommt allerdings noch eine weitere Person dazu: der leibliche Vater des Mädchens. Der wäre in den Samenproben der Kinderwunschklinik zu finden und müsste, dem Gesetz nach, Unterhalt zahlen.

Die Kinderwunschklinik will zu alldem keine Auskunft geben - aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht und zum Schutz der Privatsphäre der Patientinnen.

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(red)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marie am 15.05.2018 18:15 Report Diesen Beitrag melden

    Okay

    Das kind kann einem nur leid tun, bei solchen Eltern.

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  • Knurr am 15.05.2018 19:44 Report Diesen Beitrag melden

    Schlagzeilen

    Wo bleibt in diesem Fall der mediale Rassismus-Aufschrei? Eltern die ihre Zuneigung zu ihrem Kind nach dessen Hautfarbe richten? Das sollte doch Schlagzeilen wert sein, oder?

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  • Ich am 15.05.2018 21:17 Report Diesen Beitrag melden

    Lesen hilft

    Ich glaube die meisten hier verstehen den Artikel nicht. Die Kinderwunsch Klinik hat das Sperma vertauscht hier geht es nicht um Samen Spende. Wenn ich in eine Klinik gehe und werde mit den Spermien eines fremden anstatt mit den meines Mannes befruchtet Klage ich auch!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Godo Fischer am 16.05.2018 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    Fahrlässigkeit macht die Probleme!

    Es ist schrecklich, dass eine solche Situation passierte. Fahrlässigkeit erzeugte diese entsetzlichen Nachfolgen. Alle, die schuldig sind, müssen bestimmte Konsequenzen ziehen.

  • Roland Renne am 16.05.2018 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso Unterhalt?

    Dass der leibliche Vater noch Unterhalt zahlen soll, ist mir ein Rätsel. Der kann doch auch nichts dafür, dass sein Sperma vertauscht wurde. ...und hat evtl. jetzt auch ein Kind von einem anderen Vater daheim.

  • Freudenhäusel am 16.05.2018 10:26 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Alle die sich da so über die Eltern möblieren, weil sie den Artikel ( bewusst) falsch verstehen : wie kommt ihr darauf ,dass die Eltern " streng gläubig " sind ( noch dazu gibt es in Nigeria auch genug Christen) und dass sie das Kinderwunschzentrum nicht selbst bezahlt haben ,weil sie nichts arbeiten und kein Geld haben . Wo steht das im Artikel?? Zur Info: Es gibt auch unter den Afrikanern Akademiker mit einem entsprechenden Job/ Gehalt z.B. Unomitarbeiter, Botschafter,...

  • Gerlinde am 16.05.2018 08:33 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Ich verstehe die Eltern. Was wäre, wenn helle Eltern plötzlich ein dunkles Baby hätten?Aufgabe der Klinik war, dem jungen Paar zu einem eigenen Kind zu verhelfen.

  • Dr. Seltsam am 16.05.2018 06:36 Report Diesen Beitrag melden

    Fremdgehen nicht ausgeschlossen

    Wer sagt denn, dass die Frau nicht ihren eigenen Seitensprung versucht damit zu kaschieren, dass sie die Sache der Kinderwunschklink in die Schuhe schiebt? Im Übrigen ist es nicht ungewöhnlich, das Väter ein Kuckuckskind von ihrer Partnerin untergeschoben bekommen, leider. Nur fällt es normalerweise nicht aufgrund der Hautfarbe auf.

    • Chris am 16.05.2018 07:22 Report Diesen Beitrag melden

      Sie meinen

      Dass die Dame vielleicht zwischendurch mal Vanillepudding statt Schoko probiert haben könnte?

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