An burgenländischen Schulen

09. August 2018 21:11; Akt: 09.08.2018 21:20 Print

Film "Die Welle" wird vorerst nicht mehr gezeigt

Nachdem eine Gruppe von Schülern "Die Welle" nachgespielt hatte, entschied der Landesschulrat den Film vorläufig nicht mehr im Unterricht zu zeigen.

Screenshot aus dem Film

Screenshot aus dem Film "Die Welle" aus dem Jahr 2008. (Bild: Screenshot)

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Schüler einer Neuen Mittelschule im Burgenland wurden wegen Wiederbetätigung angezeigt. Sie spielten in den Pausen an der Schule "Die Welle" nach. Eine Lehrerin hatte mit den Viertklässlern das Buch besprochen und den Film mit ihnen angesehen – in dem Glauben, die 13- bis 14-Jährigen hätten den Inhalt begriffen.

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Doch das Gegenteil war der Fall. Eine Gruppe von Schülern samt Rudelführer hatte daraufhin begonnen, Szenen nachzuspielen. Sie schlüpften in Rollen von SS-Männern und Juden. Der Fall wurde nun öffentlich.

Pädagogisches Konzept überdenken

Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Auch der Landesschulrat ergreift jetzt Maßnahmen. Laut einem "orf.at"-Bericht möchte man das pädagogische Konzept des Filmes von Regisseur Dennis Gansel, der auf dem Buch von Morton Rhue beruht, evaluieren. "Wir haben uns sofort natürlich mit dem Verfassungsdienst zusammengesetzt. Nachdem das passiert ist, haben wir einmal beschlossen, dass wir das pädagogische Konzept für diesen Film und was im Unterricht passiert, nach Analyse und nach Abschluss dieses Verfahrens, genau anschauen", wird Heinz Josef Zitz zitiert.

Der Roman "Die Welle" basiert auf einem wahren Experiment aus den USA, wo der Geschichtslehrer Ron Jones seinen Schülern 1967 zeigen wollte, wie leicht es ist, sich von den Ideen der Nationalsozialisten beeinflussen zu lassen. Das Experiment hatte schlimme Folgen, die der Film auch zeigt. Leider dürfte das jene Schülergruppe nicht richtig verstanden haben.

Hier der Trailer:

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bernhard am 09.08.2018 21:23 Report Diesen Beitrag melden

    Pädagogisch die falsche Entscheidung

    Frage, was wirkt interessanter? Dinge die verboten, oder die frei zugänglich sind? Logisch. Damit wird der Film für Jugendliche erst recht interessant. Sie werden ihn sich anschauen und dann ist keiner da, der mit ihnen den Film aufarbeitet.

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  • stealth71 am 10.08.2018 00:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dieser Film ist wichtig,

    weil er für Jugendliche die Ursachen, aber auch die damals erzeugte Faszination in ihrer Sprache erklärt und verständlich macht, warum am Heldenplatz und in den Straßen so viele gejubelt haben, wie schnell so etwas wegen wenigen, aus dem Ruder laufen kann und warum nur wenige den Mut hatten, dagegen anzukämpfen. Ich halte das Aussetzen für einen Fehler.

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  • Auchnemeinung am 09.08.2018 21:58 Report Diesen Beitrag melden

    Gerade dieser Film

    zeigt auf, wie einfach es ist, Menschen zu manipulieren. Und dann folgen alle dem Rattenfänger. Dieser Film ist eine Warnung, ein Wachrütteln, er soll zum Nachdenken anregen! Ein Verbot, halte ich, für völlig falsch.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • P.O.Idinger am 11.08.2018 07:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigene Meinung

    Verstehe nicht, warun der Lehrer schuld sein soll. Uns wurde der Film auch gezeigt vor zig Jahren, und wir kamen selber drauf, was die entscheidenden Mechanismes waren und noch immer sind. Eine besondere Botschaft war aber in diesem Zusammenhang: Bilde dir immer deine eigene Meinung.

  • Michael Lauterböck am 10.08.2018 15:17 Report Diesen Beitrag melden

    Unbedingt weiter zeigen!

    In einer Zeit, die durch den rechten Populismus so stark geprägt ist, ist es gerade dann unerlässlich, diesen Film und seine Aussage sogar verstärkt in das allgemeine Bewusstsein zu rücken! Es dürfte das Problem meiner Meinung nach nicht der Film sondern die lasche Umgangsweise der Pädagogen sein!

  • Na Servas am 10.08.2018 15:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nix neix

    Dieser Film wird tagtäglich von unserer neuen Regierung zelebriert.

  • Reinhard am 10.08.2018 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    Tatsächlich sollte der Landes-

    schulrat hinterfragen warum die Aufsichtspflicht vernachlässigt wurde. Es wäre sonst sofort aufgefallen dass die Schüler Szenen nachspielen und die Botschaft des Films nicht aufgearbeitet wurde. Das Problem ist meiner Meinung nach nicht der Film sondern die lasche Umgangsweise der Pädagogen.

  • Bernd Schuster am 10.08.2018 08:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    aso

    so weit sind wir schon das Bücher und Filme verboten werden ? nächster schritt Bücher und Filme Verbrennen ? Wenn ein Volk zufrieden ist gibt es keinerlei Gefahr oder ? wir sind doch angeblich so reich und zufrieden

    • realisthoch3 am 11.08.2018 09:41 Report Diesen Beitrag melden

      @Bernd schuster

      Film wird in burgenländ. Schulen nicht mehr gezeigt.Und?Wo steht,dass er sonst verboten wurde.Man muss ihn ja an Schulen nicht zeigen,zuhause ist genZeit dafür.Bei den heutigen schülern u eltern hätte ich ihn gar nicht gezeigt.Es gibt genug Dokus aus der Zeit des 2.WK.Da kann einem als Lehrer dann wenigstens nichts vorgeworfen werden.Waren wir dabei,als Vorfälle passierten?Nein!Also können wir vermuten u nicht urteilen!

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