Urteil

16. Mai 2018 13:54; Akt: 17.05.2018 13:38 Print

Tödlicher Bootsunfall: 10 Monate Haft für Manager

In Klagenfurt wurde heute über einen tödlicher Bootsunfall am Wörthersee verhandelt. Beide Angeklagte wurden (nicht rechtskräftig) schuldig gesprochen.

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Während einer Fahrt mit einem Motorboot kam es im Juni vergangenen Jahres zu einem fatalen Unfall. Einer der Bootsinsassen fiel ins Wasser, wobei sein Kopf in die Schiffsschraube kam. Er war sofort tot. Der Lenker des Bootes, eine ehemaliger Medienmanager, und der Vertreter des Bootsbesitzers standen am Mittwoch vor Gericht. Das Urteil: Zwei Schuldsprüche (nicht rechtskräftig).

Die Staatsanwaltschaft warf dem Manager grob fahrlässige Tötung und Gefährdung der körperlichen Sicherheit vor: Er war betrunken, als er das Motorboot lenkte. Die Höchststrafe beträgt im Falle einer Verurteilung bis zu drei Jahre Haft. Der Zweitangeklagte war als Vertreter des Bootsbesitzers an Bord. Er muss sich wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassung verantworten.

Beim Prozess am Mittwoch ging es öfters heiß her. Die teils angriffige Befragung der Gutachter durch die beiden Verteidiger zog sich in die Länge. Er belastete den Hauptangeklagten schwer, der Zweitangeklagte hingegen hätte den Unfall nicht verhindern können.

Richter platzt der Kragen
Mehrmals musste der Richter Rügen aussprechen. Der Verteidiger des Hauptangeklagten zog die Verletzungen des Opfers in Zweifel und deutete an, dass sie nicht so massiv waren, wie von der Anklage geschildert. "Jetzt reicht es mir bald. Der halbe Arm war weg. Ich kann Ihnen gern jedes einzelne Bild zeigen", rief der Richter.

Prozess um tödlichen Bootsunfall am Wörthersee

Die Schlacht der Gutachter (auch die Verteidigung hatte einen hinzugezogen) dauerte lange, schließlich forderte die Verteidigung noch einen Ortsaugenschein und die Enthebung des ungeliebten Gutachters. Diese Anträge wurden allesamt abgelehnt.

Endlich Urteil
Bis zum Schluss verantwortete sich der Erstangeklagte "nicht schuldig". Er sei erschüttert, sagte er in seinem Schlusswort: "Die Darstellung des Gutachters war völlig abstrus. Ich habe nicht gedacht, dass man die Wahrheit so verdrehen kann, um mir die Schuld zu geben."

Nach einem langen Prozesstag sprach der Richter schließlich doch noch ein Urteil. Beide Angeklagte sind schuldig. Wegen grob fahrlässiger bzw. fahrlässiger Tötung wurden sie zu zehn Monaten unbedingter Haft bzw. drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt . Die Urteile sind nicht rechtskräftig. Sollten sie es werden, muss der Erstangeklagte 10 Monate ins Gefängnis.

Der Anwalt des ehemaligen Medienmanagers hat bereits Berufung angekündigt. Der Verteidiger des Zweitangeklagten gab keine Erklärung ab.

(red)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • erdhaxn am 16.05.2018 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Wiedermal lächerliche Urteile!

  • Werner J. am 16.05.2018 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zeugen ?

    Man kann in so einem tragischen Fall nur froh sein nicht Beteiligter gewesen zu sein oder jemals zu werden, aber unerklärlich ist, warum die "Wahrheit" nicht stichhaltig nachvollziehbar ist, da doch noch mehrere andere "Partyfreunde" mit im Boot waren ??

  • Alfons Berger am 17.05.2018 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Der prominente Medienmanager (dessen Name ohnehin schon bekannt ist), will mit allen Mitteln eine Verurteilung verhindern! Dabei werden die abstrusesten Theorien gekaufte (private) Sachverständige präsentiert. Anscheinend hat sich der Retourgang des Bootes (was dem Opfer das Leben kostete) von selbst eingelegt!!! Wenn man schon so einen fatalen Fehler gemacht hat, sollte man auch den Mumm haben ihn zuzugeben und nicht mit allen Mitteln abzustreiten.

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  • Alfons Berger am 17.05.2018 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Der prominente Medienmanager (dessen Name ohnehin schon bekannt ist), will mit allen Mitteln eine Verurteilung verhindern! Dabei werden die abstrusesten Theorien gekaufte (private) Sachverständige präsentiert. Anscheinend hat sich der Retourgang des Bootes (was dem Opfer das Leben kostete) von selbst eingelegt!!! Wenn man schon so einen fatalen Fehler gemacht hat, sollte man auch den Mumm haben ihn zuzugeben und nicht mit allen Mitteln abzustreiten.

  • Werner J. am 16.05.2018 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zeugen ?

    Man kann in so einem tragischen Fall nur froh sein nicht Beteiligter gewesen zu sein oder jemals zu werden, aber unerklärlich ist, warum die "Wahrheit" nicht stichhaltig nachvollziehbar ist, da doch noch mehrere andere "Partyfreunde" mit im Boot waren ??

  • erdhaxn am 16.05.2018 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Wiedermal lächerliche Urteile!