"Heute"-Interview

08. Oktober 2018 06:00; Akt: 08.10.2018 13:02 Print

Florida-Leo: "Ich liebe Amanda noch immer"

von C. Oistric - Leo S. ist um Haaresbreite einer Haftstrafe in den USA entgangen. In "Heute" spricht er über das Happy End – und seine Gefühle zu einer minderjährigen Amerikanerin.

Leo S.: Noch diese Woche darf er mit seinen Eltern nach Österreich fliegen! (Bild: privat)

Leo S.: Noch diese Woche darf er mit seinen Eltern nach Österreich fliegen! (Bild: privat)

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Jetzt fehlt nur nach der Pass, dann geht es nach zweieinhalb Monaten des Banges zurück in die Heimat. Am Freitag erfuhr der Oberösterreicher Leo S. (18) von seinem Anwalt Christian Thier, dass der Staatsanwalt keine Anklage gegen ihn erheben wird.

Erlösung kam mit Verspätung

In "Heute" spricht Leo S. jetzt erstmals über die Gefühlsachterbahn der letzten Wochen – und erzählt, dass er den für ihn erlösenden Anrufen am vergangenen Freitag zuerst gar nicht mitbekommen hat: "Ich war mit meiner Mama und meinem Papa unterwegs, als uns eine Botschaftsmitarbeiter erreichte. Sie meinte: 'Ihr habt ja schon die erfreuliche Nachricht gehört, oder?' Danach haben wir gesehen, dass unsere Anwaltskanzlei schon versucht hatte, uns zu erreichen."

Leo: "Es gab Freudentränen"

Umso emotionaler dann die folgenden Stunden: "Es gab Freudentränen. Wir sind zuerst einmal in unser Appartment gefahren und haben mit Familie und Freunden in der Heimat gechattet. Alles waren so glücklich. Ich habe das mit meinen Eltern bei einem guten Essen gefeiert", sagt Leo S. im ersten Interview mit "Heute". Wie berichtet, war er im August in Florida acht Tage lang hinter Gittern gesessen, weil er Sex mit seiner erst 15-jährigen amerikanischen Freundin Amanda gehabt hatte.

"Gefühle zu Amanda noch die gleichen"

"Ich war mir nicht bewusst, dass ich eine Straftat begangen habe. Das Damoklesschwert einer Haftstrafe hing danach immer über mir." Der Zuneigung zu der nur zwei Jahre jüngeren Frau tat dies aber keinen Abbruch, im Gegenteil: "Meine Gefühle zu Amanda sind die gleichen – ich liebe sie noch immer. Es hat sich absolut nichts verändert." Ob er sie wieder treffen wird – oder gar zu sich nach Europa einladen wird? Leo zu "Heute": "Was die Zukunft bringt, ist ungewiss."

"Schrecklichste Zeit meines Lebens"

Ob die letzten Wochen ("die schrecklichste Zeit meines bisherigen Lebens") seine Sicht auf Amerika verändert haben? "Die USA waren nie mein Traumland. Ich bin nur dorthin gereist, weil meine Freundin, die ich durchs Chatten kennengelernt hatte, dort war. Durch meine Situation sah ich auch eine andere Seite von Amerika."

Im US-Knast zusammengeschlagen

Erstmals spricht der Mühlviertler auch über die schrecklichen Erlebnisse in Haft: "Die ersten beiden Tage im Gefängnis waren furchtbar. Ich wurde in den vierten Stock gebracht, wo suizidgefährdete und verrückte Personen sind. Ich bin aufgewacht und war voller Blut. Mein Mitinsasse hatte mir einfach ins Gesicht geschlagen. Danach wurde ich in eine andere Zelle verlegt, da fühlte ich mich sicher."

"Konnte kaum einschlafen"

Allzu lange musste er dort aber nicht bleiben. Nachdem ein besorgter Unternehmer 200.000 Euro überwiesen hatte, war Leo S. – wie berichtet – am 9. August mit Auflagen (kein Pass, Handyverbot, Kontaktverbot zu Amanda) freigekommen. "Ohne den großzügigen Kautionssteller, der es mir ermöglicht hat, während der Wartezeit bei meinen Eltern zu sein, hätte ich das Ganze sicher nicht durchgestanden."
Doch die Gedanken an eine mögliche Freiheitsstrafe – bis zu 15 Jahre Knast standen im Raum – ließen ihn nicht los: "Wegen der großen Ungewissheit konnte ich sehr häufig nicht einschlafen" Untertags hat der HTL-Absolvent so oft wie möglich versucht, sich abzulenken: "Am besten gelang es mit Autofahrten, Musikhören und Fersehen."

Leo will nun Führerschein machen

Nun wird gottlob alles gut. Daheim in Oberösterreich, wo Leo höchstwahrscheinlich noch diese Woche ankommen wird, will er jetzt den Führerschein und seine Ausbildung zum IT-Techniker fertig machen. "Es wird aber noch viel Zeit brauchen, das Erlebte wirklich zu verarbeiten. Dafür weiß ich mein Heimatland Österreich jetzt so richtig zu schätzen." Auch an alle Leser zuhause hat Leo eine Botschaft: "Danke für die Gratulation und liebe Grüße an alle, die mit uns mitgefiebert haben."

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Paul am 08.10.2018 07:36 Report Diesen Beitrag melden

    Andere Länder andere Gesetze!

    Junge ,man hat dich aus der Hölle auf Erden gezogen ,wenn du sie weiter liebst buchten sie dich fix ein und das für qualvolle 15 Jahre ! Erfreue dich erstmal der Freiheit!

  • myopinion am 08.10.2018 07:06 Report Diesen Beitrag melden

    Kommt heim

    Freu mich für ihn, dass er nach Österreich zurück darf. Aus meiner Sicht, hat er sich wie ein normaler Teenager verhalten, aber die USA sind halt das Land der unbegrenzten Möglichkeiten....Also auch bei einer Liebe, welche die Gesetze dort nicht erlauben, eingesperrt zu werden. Land der Freiheit ist es damit aber nicht.

  • Selma Hirsebrei am 08.10.2018 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Der kleine Leo bleibt ab jetzt in der Hose

    Er soll seinen kleinen Leo bloss in der Hose lassen . Das macht nur Probleme für alle .

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Peter am 08.10.2018 11:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Florida

    Ja ja im Internet sollte man sich nicht sie große Liebe suchen den da entspricht vieles nicht der Wahrheit! Aber in oö gibt es sicher viele nette Mädels! Im jugendlichen Alter muß man sich auch noch nicht binden lieber die Jugend genießen!

  • Waschi am 08.10.2018 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wischi

    Bei uns gehört das Gesetz auf amerikanische Verhältnisse abgestimmt! Ist nicht einzusehen, wieso sowas straffrei sein soll!!! Der Junge Mann sollte sich besser bei der Arbeit ab reagieren!

  • Knut Randauch am 08.10.2018 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    Er soll die Kleine nach

    Österreich einladen. Nach unserem Gesetz ist es ab 14 legal, Freiwilligkeit beiderseits vorausgesetzt.

  • silver. am 08.10.2018 08:24 Report Diesen Beitrag melden

    Scary time for young men

    Genau das meinte Trump mit seinem Sager. Leos "Freundin" wird bestimmt keine einzige Stunde in einer Zelle verbringen müssen, obwohl sie ihren Ausweis gefälscht und ihn so hinters Licht geführt hat, nur um ihn dann zu verpetzen und sein Leben zur Hölle zu machen. Für seine Kaution hat sie bestimmt auch keinen Cent gezahlt. Und sowas darf frei rumlaufen.

    • Altwien am 08.10.2018 08:44 Report Diesen Beitrag melden

      @Silver

      Dann hätte das Buberl mit dem Kopf, nicht mit dem Unterleib, denken sollen. Der ist 18 und hängt noch an Mamis Rockzipfel!

    • Karin am 08.10.2018 12:50 Report Diesen Beitrag melden

      Betrügerin

      Und diese Betrügerin liebt er noch, der ist echt krank, hätte sie Ihn um Millionen erleichtert, hätte er wahrscheinlich dasselbe gesagt. Dem Jungen ist nicht zu helfen.

    einklappen einklappen
  • ChrisW am 08.10.2018 07:49 Report Diesen Beitrag melden

    Sache überstanden

    Wenn es sich wirklich um Liebe, Verliebtsein bzw. etwas Ernsteres handelt, dann kann ich mir diese Aussage von ihm schon vorstellen. Die Urkunden Fälschung ihrerseits war ja auch jugendlicher Leichtsinn. Sie war sich der Folgen sicher nicht bewußt. So etwas kann dann schon zusammenschweißen. Wer weiß? Leider dürften viele Leute dies alles falsch verstehen. In deren Welt existieren nur Gesetze, Wunsch nach Strafen, Abschiebungen etc. Das Leben macht manche leider sehr ängstlich. Hoffentlich findet die Familie von Leo und er selbst bald wieder den Weg ins Leben zurück.