21. April 2017 16:10; Akt: 21.04.2017 16:10 Print

Frostschäden: 50 Millionen in einer Nacht

Trotz intensiver Vorbereitung wurden die österreichischen Wein- und Obstgärten schwer getroffen. In der Steiermark werden erneut Totalausfälle befürchtet.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Im ganzen Land wurde vor dem nächtlichen Frosteinbruch vorgesorgt, doch einige Gebiete Österreichs hatte es in der Nacht kalt erwischt. Regional Temperaturen von bis zu minus 6 Grad gemessen. Die Österreichische Hagelversicherung beziffert nach ersten Erhebungen die Schäden landesweit auf 50 Millionen Euro. "Das volle Schadensausmaß kann aber erst in einigen Tagen definitiv festgestellt werden", so Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung.

Umfrage
Wie schützen Sie Ihre Pflanzen vor Spätfrost?

"Vom Frost schwer beschädigt wurden vor allem Obst- und Weinkulturen, aber auch Spezialkulturen wie Baumschulen und Spargel. Betroffen sind insgesamt mehr als 12.000 Hektar", enthüllte Weinberger in einer Aussendung.

Totalausfälle in der Steiermark

"Die Schadensbilanz ist dramatisch, vor allem südlich von Weiz: Dort sind großflächig Totalschäden bei den Obstanlagen entstanden – wir kommen in etwa auf einen Gesamtschaden von 34 Millionen Euro", berichtete Josef Kurz von der Hagelversicherung gegenüber dem "ORF". Trotz der prekären Lagen üben sich die Obstbauern in Optimismus. Nach dem fatalen Frost 2016 hatte etwa die Hälfte aller Obst- und Weinbauern für dieses Jahr eine Frostschutzversicherung abgeschlossen.


Rekord-März machte Pflanzen anfällig

Obwohl die Eisheiligen Österreich regelmäßig heimsuchen sind Spätfröste zunehmend gefährlicher für die Pflanzen. Durch den Klimawandel würde die Pflanzen zunehmen früher austreiben. Gerade die jungen Triebe und Blüten der Pflanzen sind extremst empfindlich. Heuer habe der Vegetationsbeginn durch den Rekord-März um bis zu zwei Wochen früher eingesetzt, verrät die Hagelversicherung.

Bundesweit ist noch nicht fix, wie hoch die Schäden an der diesjährigen Ernte tatsächlich beziffert werden, denn ein Großteil ist erst in den nächsten Tagen absehbar. Denn erst wenn sich die Knospen und Blütenblätter braun färben, können abgestorbene Fruchtansätze zweifelsfrei erkannt werden.

Weinbauern in NÖ atmen auf

In Niederösterreich können die Obst- und Weinbauern unterdessen etwas aufatmen. Nach derzeitiger Prognose sind die Schäden durch den Kälteeinbruch geringer ausgefallen, als befürchtet. Die Weinstöcke wurden die ganze Nacht hindurch kontrolliert und bei Minus-Temperaturen durch das Entzünden von Strohballen eingeräuchert. Der Geschäftsführer des niederösterreichischen Weinbauverbandes Konrad Hackl gegenüber dem "ORF" zu Wort: "Generell dürfte es Schäden nur in sehr geringem Ausmaß geben".

In OÖ zittern Marillenbauern um Ernte

In vielen Landesteilen geht das Bangen um die Ernte noch weiter.
Bei den oberösterreichischen Kirsch- und Marillenbauern hofft man noch auf ein gutes Ende. Die Angst über einen Totalausfall, wie bei der letztjährigen Ernte sitzt ihnen noch tief in den Knochen. Mit kleinen Feuern versuchten die Bauern ihre Bäume warmzuhalten. Auf den Marillenplantagen um die Gemeinde Scharten (Bezirk Eferding) hatte es zu Sonnenaufgang frostige minus 2,1 Grad. Jetzt müssen die Marillenbauern weiter bangen, denn auch der kleinste Temperatursturz könnte für die Bäume fatal sein.

(rcp)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martin am 21.04.2017 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine Frostschutzversicherung

    ist leider nicht die Lösung. Wie Versicherungen mit Schadensfällen umgehen, ist nur allzu bekannt. Vor allem, wenn Landesweit und zur gleichen Zeit Schäden aufkommen. Ich wünsche unseren Landwirten, dass ihre Arbeit Früchte trägt. Sie sind unsere Grundlage.

  • Tesladrei am 24.04.2017 01:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weinkultur wer braucht das?

    Der Wein bringt so viel schaden das ist unglaublich und noch immer glaubt man das es ohne nicht geht. Alkohol ist schädlicher wie die Zigaretten aber wenn man nichts trinkt wird man schief angeschaut. Von den Unfalltoden, Vergewaltigungen, alle Krankheiten die entstehen können will man nichts wissen. Ich verstehe auch nicht warum bis heute eine Person die alkoholisiert schaden verrichtet nicht als Vorsatz geahndet wird. Jeder weiß wenn er trinkt kann das schlecht ausgehen, weil er nicht mehr Herr seiner Sinne ist! Die Politik schützt nicht die Opfer sondern die Alkoholiker. Seit 94 alkoholfrei

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tesladrei am 24.04.2017 01:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weinkultur wer braucht das?

    Der Wein bringt so viel schaden das ist unglaublich und noch immer glaubt man das es ohne nicht geht. Alkohol ist schädlicher wie die Zigaretten aber wenn man nichts trinkt wird man schief angeschaut. Von den Unfalltoden, Vergewaltigungen, alle Krankheiten die entstehen können will man nichts wissen. Ich verstehe auch nicht warum bis heute eine Person die alkoholisiert schaden verrichtet nicht als Vorsatz geahndet wird. Jeder weiß wenn er trinkt kann das schlecht ausgehen, weil er nicht mehr Herr seiner Sinne ist! Die Politik schützt nicht die Opfer sondern die Alkoholiker. Seit 94 alkoholfrei

    • Ichhalt am 24.04.2017 11:33 Report Diesen Beitrag melden

      Thema verfehlt....

      Was hat diese Aussage nun mit den Schäden an Obst und Weinkulturen zu tun? Schön das Sie Ihre Alkoholprobleme gelöst haben, das ist aber nicht das Thema des Artikels.

    • Tesladrei am 24.04.2017 12:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ichhalt

      Schreiben sie selber: Schäden an ... Weinkulturen! Was passt hier nicht? Verzeihung das verstehe ich jetzt nicht?

    • Tesladrei am 24.04.2017 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ichhalt

      Meine Meinung zu den Schäden an den Weinkulturen ist kein Verlust sondern ein Gewinn kommt nur drauf an von welcher Seite man diesen Schaden betrachtet. Ich hatte auch kein Alkohol Problem sehe nur keinen Sinn sich den Verstand durch Alkohol einnebeln zu lassen und lustig bin ich auch ohne und Probleme verschwinden auch nicht sondern werden nur Ansichtsweise Zeit verschoben. Bin auch kein Fanatiker oder Moral Apostel sehe das ganz nüchtern.

    einklappen einklappen
  • Martin am 21.04.2017 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine Frostschutzversicherung

    ist leider nicht die Lösung. Wie Versicherungen mit Schadensfällen umgehen, ist nur allzu bekannt. Vor allem, wenn Landesweit und zur gleichen Zeit Schäden aufkommen. Ich wünsche unseren Landwirten, dass ihre Arbeit Früchte trägt. Sie sind unsere Grundlage.