Harsche Kritik

16. Juli 2017 09:33; Akt: 16.07.2017 09:46 Print

Neues Tierschutzgesetz: "Einfach zum Weinen"

Tierfreunde schlagen Alarm: Das Tierschutzgesetz Neu bedeute das Aus für private Pflegeeinrichtungen. Wohin nun mit Wuffi & Co.?

Private Tierschutzorganisationen machen gegen das neue Tierschutzgesetz mobil; Symbolfoto (Bild: iStock)

Private Tierschutzorganisationen machen gegen das neue Tierschutzgesetz mobil; Symbolfoto (Bild: iStock)

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Die Wogen der Kritik über das neue Tierschutzgesetz schlagen über dem Parlament schon zusammen. Jetzt machen Tierfreunde mobil gegen das Anfang April beschlossene Gesetz.

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Kritiker prangern an, dass diese Gesetzesänderung nicht nur "völlig am Thema vorbei" geht, sondern auch "unsere Tiere zur Sache" degradiere. Es sei "einfach zum Weinen".

Auf dem Papier scheinen die neuen Regelungen tatsächlich zum Schutz der Tiere zu sein: Teils illegaler Welpenhandel wird eingedämmt und die Vierbeinern sollen so rund um die Uhr durch geschultes Personal beaufsichtigt werden.

In der Realität hat diese Gesetzesänderung allerdings fatale Auswirkungen auf private und kleine Tierhelferorganisationen, so die Kritiker. Was tut man also nun mit Vierbeinern, die kein Zuhause mehr haben?

Großherzigen Helfern wird Hilfeleistung untersagt

Tierheime sind im neuen Gesetz klar als zentrale Anlaufstelle konzipiert. Dort sollen verwaiste Vierbeiner unterkommen, sofern in den notorisch überfüllten Häusern überhaupt noch Platz für sie ist. Angenommen werden diese allerdings nur selten rund um die Uhr, sondern oft nur zu Bürozeiten.

Geht es nach dem Tierschutzgesetz Neu, so dürfen Schützlinge nur noch von Vereinen im Internet angeboten werden, welche auch gleichzeitig ein Tierheim in Österreich betreiben. Und: Für Tierschutzvereine ist eine "Bewilligung zur Tierhaltung" bei der Bezirksbehörde zu beantragen, bevor Tiere öffentlich angeboten werden dürfen. Private Tierschutzvereine sind verzweifelt: Sie müssen tausende Inserate löschen.

Zusätzlich dürfen Pflegestellen ebenfalls nur über einen solchen Verein inseriert werden. Und auch den Pflegestellen wurden bauliche Voraussetzungen auferlegt. Sie müssen einen mindestens 15 Quadratmeter großen, leicht zu reinigenden, Quarantäneraum vorweisen können – verhängisvoll für viele Privatpersonen mit Herz für Tiere, denn ein Badezimmer ist hier nicht ausreichend.

Und noch einmal obendrauf, müssen die Tiere innerhalb von zwei Tagen durch einen Vertragstierarzt untersucht werden, was mit weiteren Zusatzkosten verbunden ist.

Tierschutz wird zur Geldfrage

Für zahlreiche Mitglieder kleinerer Helferorganisationen sind diese Änderung ein herber Schlag. Nicht nur, dass ihre Hilfeleistung noch stärker bürokratisiert wird, müssen sie nun Auflagen erfüllen, welche oft finanziell nicht umsetzbar sind.

"Wir Tierschutzvereine, die kein Tierheim im Inland betreiben, leisten einen wertvollen Beitrag zum Tierschutz. Wir kümmern uns darum, dass 'herrenlose' Tiere gut versorgt sind, tierärztliche Hilfe erhalten, gut sozialisiert werden und einen neuen Besitzer bekommen. Alles passiert auf freiwilliger, unentgeltlicher Basis. Entstandene Kosten werden mit Spendengeldern gedeckt – und nicht mit Zuschüssen, die wir vom Staat erhalten", heißt es dazu im Problembericht der Gesetzesgegner. Die Kritiker haben dazu extra eine eigene Online-Plattform eingerichtet.

Eine Online-Petition gegen das Tierschutzgesetz 2017 hatte am Sonntag bereits knapp 24.000 Unterstützer.

Der offizielle Gesetzestext kann übrigens via der Webseite des Parlaments jederzeit als PDF abgerufen werden.


(rcp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dorogai am 16.07.2017 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Bauernhofkatzen

    Das ist aber nur die Spitze des Eisberges! Fragt sich denn niemand was jetzt mit den vielen Katzenjungen passiert, die in den letzten Jahren von Bauern auf Willhaben usw. angeboten worden sind. Früher hat man am Land überzählige Katzen an die Wand geworfen oder ertränkt. Das ist jetzt wieder so! Gratulation an die Regierung! Voll am Ziel vorbei.

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  • claudia kramer am 16.07.2017 10:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unfassbar

    frechheit um tiere zu schützen geht es nach hinten los unfassbar

  • Peace am 16.07.2017 10:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinn....

    Wo leben wir bitte? Und wer beschließt so einen Schwachsinn? Es gäbe so wahnsinnig gute Ideen für Tierschutz... und dann machen die sowas... echt traurig. Macht mich schon wütend, man sieht dass sich viel zu wenig Gedanken gemacht wird und einfach irgendwas ohne Hirn beschlossen wird.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Margit am 19.07.2017 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Tiervermittlung

    Im Internet bieten Private weiter munter Tiere an. Aber Tierschutzvereine kriegen Anzeigen. Geht gar nicht.

  • Ariane am 18.07.2017 22:36 Report Diesen Beitrag melden

    Hunde

    Tiere sind keine Sache sondern Lebewesen mit Gefühl und Seele was soll dieser ganze scheiß damit die Politiker mehr Geld bekommen was soll der scheiß werdet mal normal die Tiere brauchen unsere Hilfe wie wir auch beim Zoll polizeilichen dienst usw also überlegen ihr dummen Gesetzes Geber oder Macher

  • Dani H. am 18.07.2017 18:11 Report Diesen Beitrag melden

    Auch Tiere haben Gefühle

    Ich habe meine kleine Hündin auch von einer Tötungsstation aus Ungarn adoptiert! Wenn ich könnte, würde ich noch welche adoptieren! Die Leute die sie mir vermittelt haben, geben alles für diese Tiere ohne sich Profit daraus zu schlagen! Es gibt Gott sei dank noch Menschen, die mit Herz handeln und nicht an Geld denken! Das sollte sich mal jeder vor Augen halten! Tiere fühlen wie wir, dass merke ich jeden Tag aufs neue ,wenn meine kleine Peggy mich ansieht! Danke an das Team von Pro4Pet und ihren Einsatz für die hilflosen Fellnasen! Danke auch an alle Vereine die den Tieren so sehr helfen!

  • Wolfgar am 18.07.2017 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Wenig überraschend

    Ja was denn sonst soll man von einer ideologisch im Sozialismus verorteten Regierung erwarten, außer noch mehr Auflagen, noch mehr Bürokratie, mehr staatliche Eingriffe, mehr Kosten usw. In allen Bereichen geht es mit Volldampf Richtung Totalitarismus. Wählt anders, dann ändern sich die Dinge.

  • Angelika Kwisda-Steffen am 18.07.2017 13:59 Report Diesen Beitrag melden

    Tierschutz

    Das ging absolut am Ziel vorbei!! Man kann einfach nur hoffen, dass dieses Tierqualgesetz zurückgenommen oder überarbeitet wird - zum Wohle der Tiere.. ..hoffentlich ist nicht wieder die falsche Lobby dabei...

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