Internationaler Vergleich

11. September 2018 11:58; Akt: 12.09.2018 08:22 Print

Das verdienen Österreichs Lehrer wirklich

Die jährlich erscheinende OECD-Studie "Bildung auf einen Blick" zeigt, wie viel Österreichs Lehrer im internationalen Vergleich verdienen.

Gehälter im Vergleich. (Bild: heute.at)

Gehälter im Vergleich. (Bild: heute.at)

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Österreich Lehrer verdienen vergleichsweise gut. Das zeigt ein Blick in die aktuell präsentierte "Bildung auf einen Blick"-Studie der OECD, die jährlich die wichtigsten Bildungsdaten der Mitgliedsstaaten untereinander vergleicht.

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Hierzulande verdienen Lehrer laut OECD zwischen 31.000 Euro Burttojahresgehalt (Einstiegsgehalt) und 41.000 Euro/Jahr mit 15-jähriger Berufserfahrung.

Von 40 untersuchten Staaten rangieren die Lehrergehälter in Österreich damit insgesamt auf Platz 8 der Studie. Von den untersuchten Staaten verdienen Lehrer nur noch in Luxemburg, Deutschland, der Schweiz, Spanien, Australien und den Niederlanden im Durchschnitt mehr Gehalt als bei uns.

Lehrergehälter: Extreme Unterschiede in der EU

Betrachtet man die internationalen Entwicklungen, dann zeigt sich klar, dass es in den meisten untersuchten Ländern im Bereich der Lehrergehälter zu Lohnsteigerungen gekommen war. Im OECD-Durchschnitt stiegen die Gehälter der Pädagogen zwischen 2005 und 2017 um rund 6,6%, die Gehälter im Primärbereich stiegen dabei am stärksten.

Trotz dieses internationalen Trends bleiben weiterhin eklatante Unterschiede in der Entlohnung der europäischen Lehrkräfte bestehen. Besonders deutlich wird dies wenn man sich den "Spitzenreiter" und "Verlierer" der Lehrergehälter ansieht.

Während sich ein Lehrer im Sekundarbereich I (damit ist in Österreich die "Unterstufe" für Schüler zwischen 11 und 15 Jahren gemeint) in Luxemburg über ein fürstliches Mindestgehalt in Höhe von ca. 95.000 Euro freuen darf, müssen deren Pendants in Lettland mit nur ca. 16.000 Euro im Jahr auskommen. Diese Zahlen betreffen jedoch nur die gesetzlich garantierten Gehälter und beinhalten keine Bonus-Zahlungen, wie etwa für Urlaubsgelder oder ergebnisorientierte Bonus-Zahlungen.

Frauen verdienen in allen Ländern schlechter als Männer

In Deutschland beispielsweise verdienen weibliche Lehrkräfte mit Hochschulabschluss rund 26 (!) Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Bemerkenswert ist, dass sich diese Unterschiede über alle Bildungsniveaus und alle untersuchten Staaten, mit ganz wenigen Ausnahmen, hindurchziehen. In Österreich stellt sich der Gehaltsunterschied zwischen den Geschlechtern allerdings wesentlich weniger intensiv dar. Im Durchschnitt verdienen weibliche Lehrkräfte hierzulande um 2,13 % weniger als männliche Pädagogen, aber: in der Primärstufe I verdienen Österreichs Lehrerinnen sogar um 7,2 Prozent besser als die Männer.

Insgesamt sind rund 90 Prozent des Lehrpersonals in Österreich weiblich.

Nur wenige befinden sich nicht in Ausbildung

Erfreulich ist, dass sich in Österreich nur rund 10 Prozent der Jugendlichen zum Zeitpunkt der Datenerhebung weder in einem Arbeits- noch in einem Ausbildungsverhältnis befunden hatten. Das ist im OECD-Schnitt ein absoluter Spitzenwert, allerdings liegt der Wert bei Personen mit Migrationshintergrund mit 25 Prozent deutlich höher.

Migranten tun sich im österreichischen Bildungssystem, statistisch gesprochen, generell schwer. Die OECD rechnet Personen die im Ausland geboren wurden in Österreich deutlich geringere Chancen auf einen Bildungsabschluss ein. Das zeige sich in letzter Konsequenz aber auch am Arbeitsmarkt, wo es Migranten schwerer hätten Fuß zu fassen, so die OECD.

Weitere Daten zum österreichischen Bildungssystem:

- Hohe Beschäftigungsquote: Die Lehrausbildung führt 87 Prozent der Absolventen in einen Job. Das ist gleich hoch wie bei Uni-Absolventen!

- Keinen Pflichtabschluss haben 11 Prozent der 25- bis 34-Jährigen: Sie haben ein deutlich höheres Risiko, arbeitslos zu werden (19 Prozent).

- Schulabbrecher: Jeder Zehnte bricht die Schule ab.

- Die Akademikerquote liegt aktuell bei 32 Prozent (OECD-Schnitt: 37 Prozent). Dazu zählen aber teils BHS-Abschlüsse. Über ein Diplom (Master, Bachelor, Doktor…) verfügen nur 17 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher (OECD-Schnitt: 30 Prozent).

- Frauen verdienen weiterhin weniger als Männer - und das auch bei identer Ausbildung. Beispiel: Eine 35- bis 44-jährige Frau mit einem Abschluss einer höheren Schule (BHS, Gym) erhält 75 % des Gehalts eines gleich ausgebildeten Mannes.

- Die Akademikerquote liegt aktuell bei 32 % (OECD-Schnitt: 37 %). Dazu zählen aber teils BHS-Abschlüsse. Über ein Diplom (Master, Bachelor, Doktor…) verfügen nur 17 % der Österreicherinnen und Österreicher (OECD-Schnitt: 30 %)

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(red)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • erik am 11.09.2018 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    Unterschied

    Und weiter? In allen Sparten gibt es Verdienstunterschiede, genauso wie Miete,Lebensmittel etc. Schweiz ist auch anders!!

  • Habakuk am 11.09.2018 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Überbezahlt

    Lehrer in der Primärstife verdienen bis zu 80.000 p.a. und dazu rund 3 Monate Urlaub! Das ist überbezahlt, aber absolut!!! Oder muss so ein hohes Gehalt sein, da die veilen Urlaubsreisen sehr kostspielig sind?

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  • Paul am 11.09.2018 14:11 Report Diesen Beitrag melden

    Der "Stundensatz" macht's aus!

    Da verdoppelt sich der "Verdienst" bei manchen LehrerInnen gleich mal problemlos.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • pipolo am 12.09.2018 19:39 Report Diesen Beitrag melden

    UNSIN

    und das für nicht mal eine Halbtagsarbeit. Alle 50 Minuten 10 Minuten Pause.

  • Birgit am 12.09.2018 11:23 Report Diesen Beitrag melden

    80000

    Oh Mann, bin Lehrerin im 20. Dienstjahren an einer Mittelschule und bekomme noch immer nicht einmal ein Drittel brutto von den 80000 im Jahr. Kann ich das irgendwo nachfordern? Das wäre dann über eine Million , die mir laut Artikel in den 20 Jahren zu wenig bezahlt worden sind.

    • milchmädchen am 12.09.2018 12:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Birgit

      Können Sie nachfordern! Kommen Sie bitte mit einem Beleg vorbei, der bestätigt, daß Sie 40 Stunden pro Woche an ihrem Arbeitsplatz waren. Oder 220 Tage im Jahr gearbeitet haben.

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  • PeterKarl am 12.09.2018 11:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lehrer und 38 Stunden Woche

    Wäre dafür, dass alle Lehrer die Arbeitszeit in der Schule verbringen MÜSSEN. Könnten da ihre Heimarbeit durchführen und wenn es nötig ist auch Nachhilfe für alle die es brauchen geben.

  • Pansen am 12.09.2018 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Na dann...

    ... wenn das ja alles so toll ist, so viel Gehalt, so viel Urlaub. Wie kann es dann sein dass es so einen eklatanten Lehrermangel gibt, und immer weniger den Job machen wollen. Hauptsache man sich wieder auf eine Berufsgruppe einschießen um von wirklich wichtigen Themen abzulenken. Das Traurige ist, es funktioniert.

    • pipolo am 14.09.2018 07:42 Report Diesen Beitrag melden

      UNSIN

      Die 3Monate Urlaub sind ja Tatsache. Oder wollen die Lehrer das auch bestreiten? Nicht mal Halbtagsarbeit, dafür oft wegen Burnaut in Frühpension.

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  • M.M. am 12.09.2018 10:08 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht genug Urlaub um Lehrer zu helfen

    Manchmal bin ich echt sprachlos, wenn ich ein paar Kommentare lese. Es gibt unterschiedliche Lehrer, will nicht jeden kritisieren. Einer schreibt, Lehrer müssen Arbeiten korrigieren, HÜ anschauen, Ausflüge ... Naja, was sonst, sollte auch so sein. Ist es die Aufgabe der Eltern, den Kindern den Stoff noch einmal zu Hause beizubringen, weil der Lehrer nicht mehr als 2 Mal erklären möchte? Eltern sollen jetzt bei Lernstunden in der Schule sein, früher gab es so etwas nicht! Ausflüge gehen ohne Eltern nicht! Es gibt berufstätige Eltern, wie sollen wir das schaffen? Wer gibt mir soviel Urlaub??