Gute Idee?

25. Mai 2018 06:00; Akt: 25.05.2018 19:18 Print

Studie zeigt: Bio kann ganz Österreich ernähren

Wenn wir den Fleischkonsum zurückschrauben oder Lebensmittelabfälle reduzieren, könnte Österreich komplett auf ökologische Landwirtschaft umstellen.

Bio könnte Österreich ernähren, zeigt eine neue BOKU-Studie. (Bild: iStock)

Bio könnte Österreich ernähren, zeigt eine neue BOKU-Studie. (Bild: iStock)

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"Eine hundertprozentige Versorgung Österreichs mit heimischen, ökologisch hergestellten Lebensmitteln ist möglich", heißt es in der am 23. Mai veröffentlichten Bio-Studie der Universität für Bodenkultur Wien.

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Hoher Fleischkonsum macht Menschen krank

Voraussetzung für eine flächendeckende biologische Landwirtschaft sei jedoch die Reduktion des Fleischkonsums um 10 % oder der Lebensmittelabfälle um 25 %. Ersteres wird in der Bio-Studie besonders hervorgehoben.

Weniger Fleisch zu essen wäre für die Gesundheit der Bevölkerung von großer Bedeutung, wie betont wird. "In Österreich ist der Fleischkonsum dreimal höher als empfohlen und für verbreitete schwere Gesundheitsprobleme verantwortlich", betont Studienautor Martin Schlatzer (BOKU). Zudem würde der Schritt zu Bio zur Verminderung der Importabhängigkeit von Kraftfuttermittel führen.

Bio gut für heimische Bauern

Die gänzliche Umstellung auf Bio brächte nach Studienautor Thomas Lindenthal nicht nur Vorteile für die Umwelt, sondern wäre auch aus gesamtgesellschaftlicher und volkswirtschaftlicher Sicht sinnvoll. Biolandbau könnte eine "wichtige und wirkungsvolle Antwort" auf den Internationalen Wettbewerbsdruck sein, so Lindenthal, Intermistischer Leiter des Zentrums für Globalen Wandel und Nachhaltigkeit an der Universität für Bodenkultur.

In diesem Wettbewerbsdruck verortet der Studienautor den Rückgang heimischer landwirtschaftlicher Betriebe. Eines von vielen Problemen, welche die Österreichische Landwirtschaft plagen - hinzu kommen Klimawandel, Verlust der Biodervisität, Zunahme von Bodenerosion (Abtragung der Böden) und Bodenversiegelung.

Regierungsprogramm derzeit "mehr als enttäuschend"

Für eine tatsächliche Umstellung müsse die Politik jedoch erst die nötigen Rahmenbedingungen schaffen und "die Ökologisierung der Landwirtschaft wieder zum zentralen politischen Ziel" machen, so Leonore Gewessler, Geschäftsführerin der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000,

„Leider ist das Regierungsprogramm aber gerade in diesem Bereich mehr als enttäuschend. Es findet sich darin weder ein klares Bekenntnis zur Förderung der Biolandwirtschaft noch zur Reduktion des Pestizideinsatzes, weiters mangelt es an gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung“, kritisiert Gewessler.

Infos zur Studie

Die Bio-Studie wurde im Auftrag der ORF-Initiative "Mutter Erde" in Kooperation mit führenden Organisationen wie GLOBAL 2000, BirdLife oder Greenpeace initiiert und im Rahmen des Schwerpunkts "Schau, wo dein Essen herkommt!" am vergangenen Mittwoch veröffentlicht.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Free am 25.05.2018 14:34 Report Diesen Beitrag melden

    Bio vielen unnötigen Gütesiegel

    Man sollte die Lebensmittelerzeugung unter die Lupe nehmen, das heißt der KVI deckte breits auf. Nur alleine bei der Lebensmittelerzeugung wo überall Zucker drinnen ist. Aber der REWE macht illegale Werbung: DU BIS ZUCKER - WIE VIEL ZUCKER BRAUCHST DU NOCH? Vor allem ist Kinderwerbung verboten. Warum wehren sich die Lebensmittelbranche, wenn sie (Lebensmittel) Kennzeichnung, was alles in einen Produkt (Inhalt) drinnen ist. Auch die vielen unnötigen Gütesiegel sind sinnlos. Genauso die ORF-Initiative "Mutter Erde" ist bzw. betrifft die Landwirtschaft und dafür gibt es ein Ministerium!

  • murksi am 25.05.2018 07:40 Report Diesen Beitrag melden

    Mutter Erde

    das ist echt interessant...sehe mir alle Sendungen an.Wie schön wäre es,wenn die guten Ratschläge umgesetzt würden,es würde uns alle gut tun.Der Mensch muss zu seinen eigenen Wohl mitdenken und entscheiden.Wenn manche sagen,das ist mir egal,die haben sowiso nichts verstanden!

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  • P. estizid am 25.05.2018 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    das grüne Argument

    dieselbe Idee habe ich vor 15 od. 20 Jahren mal als Leserbrief an die Presse geschrieben, wurde sogar abgedruckt damals so weit ich mich recht erinnere. Das wäre eine Sensation für das Land; Jahrzehntelang hat man den Boden chemisch vernichtet und in allen Produkten die wir essen gibt es diese Rückstände...

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Robert am 07.06.2018 22:11 Report Diesen Beitrag melden

    Hi, welche

    Hi, welche Eseln haben denn diese Studie gemacht ??? Das Daß nicht funktionieren kann sagt einem der normale Menschenverstand !

  • Wolfgang Winkler am 30.05.2018 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    jaja und dann hat der Wecker geläutet und man ist aufgewacht - wie verstrickt müssen diese Sinapsen ausgebildet sein um so einen einseitigenSchwachsinn zu verbreiten

  • weissnicht am 28.05.2018 00:17 Report Diesen Beitrag melden

    Über Nachhaltigkeit

    Bio ist gut für die Umwelt. Wenn die Leute wieder 50% ihres Einkommens für das Essen ausgeben müssen (wie vor 200 Jahren) und sich sonst nichts leisten können, werden die Berge von Elektronikschrott kleiner, es werden nicht mehr so viele Flugreisen gebucht und die Staukolonnen auf den Autobahnen weren auch kürzer :-)

  • PeterKarl am 27.05.2018 18:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bio

    das ich nicht lache. Bio Kartoffel kommen jetzt schon alle aus Israel oder Ägypten.

    • murksi am 28.05.2018 16:28 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht alle

      bei uns gibt es auch Biokartoffel aus Nachbars Garten...Herrlich!

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  • Johann am 27.05.2018 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    Viva

    Revolution! Viva dem institutionalisierten Veggie-Day.