Verbot ab 1. Juli

29. Juni 2017 17:03; Akt: 29.06.2017 17:32 Print

Tierschutzvereine müssen tausende Inserate löschen

Private Tierschutzvereine sind verzweifelt: Ab 1. Juli tritt ein neues Gesetz in Kraft, das ihnen die Tiervermittlung verbietet.

Ab 1. Juli dürfen private Tierschutzvereine keine Tiere mehr anpreisen. (Bild: Screenshot)

Ab 1. Juli dürfen private Tierschutzvereine keine Tiere mehr anpreisen. (Bild: Screenshot)

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Eigentlich sollte das neue Tierschutzgesetz ein großer Schlag gegen illegale Tierhändler sein. Private Inserate zur Tiervermittlung im Internet sind ab 1. Juli strafbar. Doch das trifft auch kleine private Tierschutzvereine, die gegen den Paragrafen Sturm laufen.

Ohne ein Tierheim im Rücken können Betreiber von Tierschutzvereinen und Pflegestellen ihre Schützlinge nicht mehr weitervermitteln. Der Gesetzgeber verbietet uns einen Teil unserer Tätigkeit, lautet der Tenor.

Tierschutz-Katastrophe
Die Konsequenz des neuen Paragrafen 8a des Tierschutzgesetzes ist, dass am Freitag tausende Inserate auf willhaben.at, Facebook und den Internetseiten der Vereine gelöscht werden müssen. Nicht einmal Flyer darf man mehr aufhängen.

Private Vereine müssten über eine Betriebsstätte mit einer verfliesten, isoliertern Quarantänestation und einen Kurs absolviert haben, der 600 Euro kostet. Für die oft ehrenamtlich arbeitenden Vereine eine unerfüllbare Auflage.

Die Tierheime, zu denen sie hilfesuchende Menschen mit gefundenen und oft kranken Tieren schicken müssen, sind überfüllt.

Wie vermitteln?
Was der Gesetzgeber nicht erklärt ist, wie Privatpersonen in Zukunft neue Besitzer für ihre Tiere finden sollen. Auch der Wiener Tierschutzverein findet das einen "unfassbaren gesetzlichen Pallawatsch".

Eine Online-Petition für ein neues Tierschutzgesetz hat bereits über 5.000 Unterstützer.

(csc)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans am 29.06.2017 18:48 Report Diesen Beitrag melden

    Sinnloses Gesetz

    Also ein neues Gesetz, dass wohl für den "Tierschutz" erdacht wurde, verhindert, dass Tierschutzvereine und Tierheime vernünftig arbeiten können. Also wirkt es dann doch genau gegen den Tierschutz. Unpackbar!

  • Liza am 30.06.2017 07:35 Report Diesen Beitrag melden

    Paradox

    An den meisten Kommentaren hier sieht man, dass die meisten keine Ahnung haben was die privaten Tierschutzvereine leisten und bisher abgefangen haben. Das neue Gesetzt unterstützt genau die, die endlich zu Verantwortung gezogen werden sollten (Bauern, Vermehrer, Tierhandlungen die nach wie vor Tiere verkaufen,....) und hindert diejenigen die gut Arbeit leisten. Das ist wieder typisch für unsere Gesetzgebung. Zumal im Vorfeld von vielen großen Vereinen Gespräche gesucht und alle ignoriert wurden. Ich sehe schwarz was da auf uns zukommt. Die armen Tiere :(

  • Martin am 29.06.2017 19:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ironie ist....

    ...wenn ich mich dafür einsetze, das etwas nicht sein darf und dann selbst davon betroffen bin. Oder ist das einfach angewandte Dummheit ?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Vignettenman am 01.07.2017 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    ohne Angst und ohne Hirn

    Wieder mal echter Unsinn. Das Gesetz betrifft ja nur Österreicher. Ich glaube kaum das die Exekutive nach Ungarn (oder sonstwohin) fährt wenn so einer im Internet inseriert. Das Geschäft wird sich also über die Grenze verlagern und sonst garnixxx. Und mit den TSVs hab ich auch kein Mitleid, die sind nicht grundlos überfüllt. Wenn man arbeitet ist ein Tier halt zeitweise alleine. Grund genug für Tierheime einem keinen Hund zu geben. Also selbst Schuld.

  • Pferdetaxi am 30.06.2017 08:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Damit werden auch die Organisationen gestoppt,...

    ... die massenhaft Tiere aus Ungarn, Rumänien etc. aus Tötungsstationen holen, gestoppt - ob das Gesetz Sinn macht, muss jeder selbst abschätzen... Jedenfalls sind die Auflagen um Tiere zu vermitteln, für viele nicht zu stemmen! Es ist zu befürchten, das gerade in der Sommerzeit jede Menge Tiere einfach irgendwo ausgesetzt werden, weil eine kontrollierte Vermittlung nicht mehr möglich ist! Bei dem Gesetz hat mit Sicherheit jemand nicht zu Ende gedacht!

  • meinsenf am 30.06.2017 07:56 Report Diesen Beitrag melden

    illegaler Handel

    Die Nachfrage bestimmt das Angebot: Wer ein Tier illegal aus einem Kofferraum kauft, unterstützt illegalen Handel. Es gibt so viel Tiere in österreichischen Heimen und Auffangstationen, die es verdienen, ein gutes Plätzchen vermittelt zu bekommen.

  • Liza am 30.06.2017 07:35 Report Diesen Beitrag melden

    Paradox

    An den meisten Kommentaren hier sieht man, dass die meisten keine Ahnung haben was die privaten Tierschutzvereine leisten und bisher abgefangen haben. Das neue Gesetzt unterstützt genau die, die endlich zu Verantwortung gezogen werden sollten (Bauern, Vermehrer, Tierhandlungen die nach wie vor Tiere verkaufen,....) und hindert diejenigen die gut Arbeit leisten. Das ist wieder typisch für unsere Gesetzgebung. Zumal im Vorfeld von vielen großen Vereinen Gespräche gesucht und alle ignoriert wurden. Ich sehe schwarz was da auf uns zukommt. Die armen Tiere :(

  • Wieder ich ... am 30.06.2017 06:41 Report Diesen Beitrag melden

    hmm?

    Was passiert eigentich, wenn mir ein Tier in Not "zuläuft" ? ;-) Also so quasi aus einem privaten Verein direkt in meinen Garten?

    • EvitaP am 30.06.2017 11:33 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Problem

      Dann hast du kein Problem, das Tier wurde ja vorher nicht inseriert.

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