Wiener packt aus

04. Oktober 2017 06:30; Akt: 04.10.2017 09:48 Print

IS-Heimkehrer Oliver: "Ich wollte euch schlachten"

von Clemens Oistric - Heute Abend spricht der geläuterte Dschihadist auf Puls 4 über seine Erlebnisse. "Heute" hat Passagen des erschütternden Gesprächs vorab als Video.

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Ein Verblendeter wagt sich nun erstmals ins Scheinwerferlicht – bleibt dabei aber im Schatten: IS-Heimkehrer Oliver N. gab Puls 4 ein Interview – "Heute" sah die Doku (21.00 Uhr im TV) als einziges Medium vorab.

Er radikalisierte sich in Wien

Einmal Dschihad und retour: Oliver N. ist 19, auf einem Auge blind, hat keine Milz mehr und nur noch eine Niere. Er trägt Jeans und Kappe als er Puls-4-Reporterin Magdalena Punz in einem Abrisshaus das Interview gibt, das selbst der Sender Fox-News aus den USA gerne gehabt hätte. "Heute" sah die 50-minütige Dokumentation, die heute, Mittwoch, um 21.00 Uhr läuft, vorab.

Oliver N. erzählt unverblümt, wie er sich in einer Wiener Moschee zusehends radikalisiert hatte ("Ich wollte schlachten"), irgendwann sogar seinen geliebten Hund ("unrein") hergab und sich in Syrien der Mörder-Bande IS anschloss.

"Wollte guter Muslim sein"

Gänsehaut, als der frühere Lehrling schildert, wie vor seinen Augen Frauen und Babys ermordet, alte Leute ausgepeitscht wurden: "Ich wollte ein guter Muslim sein und lange nicht wahrhaben, in was ich da hineingeraten bin."

Dann der Sinneswandel: "Die größten Zweifel kamen mir, als ich gesehen habe, wie jemandem die Hand abgehackt wurde." Ausstieg? Undenkbar. "Man kann nicht sagen: Leute, ich hab keinen Bock mehr, tschüss."


Oliver N. erzählt die Geschichte seiner Radikalisierung.

So gelang ihm der Ausstieg

Bei einem Bombenangriff unweit seiner Wohnung in Raqqa kam Oliver N. 2015 beinahe um. Als er zwischen Leben und Tod schrammte, grübelte er: "Ich habe an Dinge gedacht, die ich noch gerne gemacht hätte. Geheiratet, Kinder bekommen."
Er stellte sich die Frage: "Komme ich ins Paradies? Waren meine Taten gut genug?"

Unter dem Vorwand, sich in Istanbul behandeln zu lassen, schaffte er es nach Österreich, wo er zu 2,5 Jahren Haft verurteilt wurde. Heute ist er in Freiheit und hält Vorträge: "Ich will andere vor meinem Schicksal bewahren. Es ist schade, dass es passiert ist, aber ich habe es überlebt. Viele andere überleben es nicht."

Doku von Reporterin Magdalena Punz am Mittwoch Abend auf Puls 4

Um 20:15 Uhr startet der Themenabend auf Puls 4 mit einem "Pro & Contra - Spezial" zum Thema "Was schützt vor Terror? Mauern, Überwachung, Sozialarbeit? Höhepunkt des Themenabends wird die rund 50-minütige Doku über Oliver N. sein. Puls 4 konnte Oliver N. für eine Exklusiv-Doku gewinnen, die direkt nach "Pro & Contra - Spezial" um 21:00 Uhr ausgestrahlt wird.

"Heute" fragte Magdalena Punz über ihre Eindrücke den angeblich geläuterten Dschihadisten betreffend. Punz: "Er erzählt seine Geschichte sehr authentisch und ich glaube ihm, dass er aufklären möchte." Die Puls-4-Reporterin hat den Fall Oliver N. seit 2014 verfolgt, sich vor dem Exklusiv-Interview wiederholt mit ihm getroffen: "Wir waren uns gegenseitig sympathisch und haben eine Vertrauensbasis aufgebaut. Das Interview selbst ist dann an zwei Tagen aufgezeichnet worden."

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • P. Bauer am 04.10.2017 06:50 Report Diesen Beitrag melden

    So nicht!

    Entsetzlich, dass Österreich so jemanden zurücknimmt!

  • Tina am 04.10.2017 07:16 Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar

    was in Österreich alles möglich ist. Jetzt wird er bis zu seinem Lebensende vom österreichischen Staat durchgefüttert. Oder bekommt er schon eine Pension ?

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  • Tomcat76 am 04.10.2017 07:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unbegreifbar

    Für mich unbegreiflich, dass man einem Teilzeitmoslem eine mediale Plattform bietet.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Elisabeth am 06.10.2017 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    In den Irak

    ausliefern. Den Geläuterten.

  • Gabriel am 05.10.2017 18:31 Report Diesen Beitrag melden

    Wir helfen doch gerne.

    Mit unseren Börsen und wenn denen danach ist sogar mit unseren Kehlen.

  • Heuteleser am 05.10.2017 06:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tatsächlich geläutert?

    Mir ist in der Sendung aufgefallen, daß er diese Terroristen immer noch "Brüder" nennt. Ich habe so meine Zweifel an seiner Einsicht.

  • Da am 04.10.2017 20:19 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt kann er abkassieren

    Jetzt bekommt er viel sozialhilfe... arztkosten, invalidengeld da er ja keine milz eine niere hat.... der staat kümmert sich schon um ihn... Willkommen Österreich!

  • Johann am 04.10.2017 18:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ist die Stütze

    der Gesellschaft immer noch Moslem? Als Prüfung schlage ich vor, er isst 20dkg Schweineblutwurst. 2,5 Jahre ein Witz, eigentlich eine Frechheit.

    • Angelika. am 04.10.2017 21:46 Report Diesen Beitrag melden

      @Johann

      Na toll, was Sie da vorschlagen, aber Ihr Vorschlag ist mir immer noch lieber, als mancher anderer. Was die dem jungen Mann alles androhen, ist kriminell! Im übrigen heißt es seit annähernd 40 Jahren dag. und nicht dkg. Liebe Grüße.

    • Johann am 06.10.2017 10:10 Report Diesen Beitrag melden

      Liebe Angelika!

      1) Sie haben einen Tippfeler gefunden - Sie dürfen ihn behalten. 2) Warum ist die Wiederaufnahmeprüfung kriminell?

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