DSDS-Opfer

18. September 2012 21:58; Akt: 19.09.2012 10:35 Print

"Ich bin das Monster von RTL"

Im Laufe seiner Karriere hat sich TV-Star Dieter Bohlen viele Feinde gemacht. Sein größter heißt Herbert Paris (69), ist pensionierter Zahntechniker aus Höflein (NÖ) und sagt Dienstag im "Heute"-Interview leise: "Ich war der fröhlichste Mensch. Jetzt liege ich jede Nacht wach und schlucke Psychopharmaka."

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Im Laufe seiner Karriere hat sich TV-Star Dieter Bohlen viele Feinde gemacht. Sein größter heißt Herbert Paris (69), ist pensionierter Zahntechniker aus Höflein (NÖ) und sagt Dienstag im "Heute"-Interview leise: "Ich war der fröhlichste Mensch. Jetzt liege ich jede Nacht wach und schlucke Psychopharmaka."

Der Grund: Ein Urlaub des Niederösterreichers auf den Malediven, Ressort "Sun-Island". Dort drehte der Sender RTL gerade "Deutschland sucht den Superstar 2011-Recall". Heute.at hat berichtet.

Das Resultat bekam ein Millionenpublikum wenige Monate später zu sehen. Vorspann: "Und jetzt, grausam, gefährlich, gefräßig – das Monster aus der Tiefe!" Im Bild: Herbert Paris beim Schwimmen, nur die Augen mit einem Balken verdeckt. Dann steigt er aus dem Wasser. Eine Stimme aus dem Off sagt: "Es ist unberechenbar. Jetzt geht es an Land."

Am Strand sitzt die Jury. Moderator Bohlen spottet: "Der sieht aus wie eine Flasche Bier." Und Co-Moderatorin Fernanda Brandao legt nach: "Wäh, der ist auch noch behaart."

Seit der Ausstrahlung hat sich Opfer Paris oft gekränkt: "Wo ich hinkomme, kichern die Leute: Haha, das Monster ist da." Jetzt will er Genugtuung vor Gericht und "wieder Ruhe finden."

Einziger Trost bis dahin: Die Aufregung hat den ihm den Appetit verdorben. Paris ist erschlankt.

Top-Anwalt Josef Wegrostek und sein Partner Amr Katkhouda kämpfen um Schmerzensgeld für RTL-Opfer Paris – und haben bereits erste Punkte gesammelt: Der Sender hat den Beitrag gesperrt und freiwillig 9000 Euro Entschädigung gezahlt.

Zu wenig in den Augen der Advokaten. Sie klagen weitere 16.000 Euro ein. Denn Herbert Paris habe durch "den menschenverachtenden Bericht" eine "reaktive Depression und 50 Tage psychische Schmerzen" erlitten, was Gutachterin Gabriele Wörgötter attestiert. Prozess am 19. Oktober in Korneuburg.

W. Höllrigl

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