Nach Polizei-Schusswechsel

12. Mai 2012 11:52; Akt: 12.05.2012 14:36 Print

Selbstmord-Amokläufer war psychisch krank

Jener 25-Jährige, der sich in der Nacht auf Freitag bei einem Schusswechsel mit der Polizei in St. Pölten selbst getötet haben dürfte, war offenbar psychisch krank.

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Der Mann habe schwere psychische Probleme gehabt, sagte Polizeisprecher Markus Haindl am Samstag. In den Tagen vor dem Vorfall habe es auch immer wieder Probleme und Anzeigen wegen seines Umgangs mit seinem Hund gegeben. Der Mann war am Donnerstagabend mit seinem Dobermann und einer Axt in der Nähe seiner Wohnung im Stadtteil Spratzern unterwegs gewesen. Weil er dabei den Hund gequält haben soll, hätten Passanten die Polizei verständigt.

Als eine Streife eintraf, bedrohte der Verdächtige die Beamten mit der Hacke, ehe er in seine nahe gelegene Wohnung im zweiten Stock eines Mehrparteienhauses flüchtete, wo er sich verschanzte, weshalb die Cobra als Verstärkung angefordert wurde. Beim ersten Kontaktversuch habe der Beschuldigte laut dem Polizeibericht "gezielte Schüsse auf die Beamten des Zugriffsteams und einen Zugriffshund" abgegeben. Die Polizisten, die das Feuer erwiderten, blieben unverletzt, Schäferhund "Spike" wurde jedoch tödlich getroffen.

Waffensichere Schilde

Um nicht weitere Beamte zu gefährden, sei der Einsatz in der Folge erst gegen 2.15 Uhr und mit herbeigeschaffter Spezialausrüstung in Form langwaffensicherer Schilde fortgesetzt worden. Der Mann selbst sei dann nur wenige Minuten später tot in seiner Wohnung aufgefunden worden. Er hatte sich selbst mit seiner Waffe in den Mund geschossen, ergab die Obduktion am Freitagnachmittag.

In der Wohnung des 25-Jährigen wurden fünf Langwaffen und Munition sichergestellt. Ob die Waffen legal waren, müsse noch ermittelt werden. Dies werde - so wie auch die übrigen Ermittlungen zum Tathergang, etwa der Zahl der abgegebenen Schüsse, auch noch einige Tage dauern, schätzte Haindl.