"Betrieb vor Zusammenbruch"

12. Juli 2012 21:05; Akt: 13.07.2012 06:26 Print

Die Justizanstalt Stein gleicht einem Pulverfass

Heiße Tage in der Justizanstalt Stein: Personalvertreter Harald Gerstl: "Viele Mitarbeiter sind akut Burnout-gefährdet. Der permanente Leistungsdruck ist viel zu hoch."

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(Bild: SCHALER FRITZ)

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Heiße Tage in der Justizanstalt Stein: Personalvertreter Harald Gerstl: "Viele Mitarbeiter sind akut Burnout-gefährdet. Der permanente Leistungsdruck ist viel zu hoch."

"Betriebe werden mit aller Gewalt am Leben gehalten – kein Mitarbeiter sitzt mehr auf seinem ursprünglichen Posten", schlägt Personalvertreter Harald Gerstl Alarm. Was den Justizwachebeamten aber auf die Palme bringt: "Kommt hoher Besuch, müssen unzählige Mitarbeiter zusätzlich Dienst machen, damit die Visitoren ja einen guten Eindruck bekommen." Laut Gerstl wird der Betrieb in der Justizanstalt bald völlig zusammenbrechen.

Anstaltsleiter Christian Timm gesteht zwar eine angespannte Personalsituation ein, aber von Zusammenbruch bzw. Schönfärberei weiß der Chef der Justizanstalt nichts: "Ja, Peter Prechtl von der Vollzugsdirektion war zu Besuch. 4 bis 5 Mitarbeiter, die an diesem Tag frei gehabt hätten, mussten Dienst machen. Aber dass wir nur versuchen, die Anstalt in ein gutes Licht zu rücken, ist schlicht falsch."

Rückendeckung erhält Christian Timm von der Vollzugsdirektion: "Der Laden läuft", so Peter Prechtl zu Heute. Harald Gerstl weiß aber noch mehr: "Ich glaube, Timm ist sich der Probleme sehr wohl bewusst."

Joachim Lielacher