Analyse

07. Dezember 2017 10:43; Akt: 07.12.2017 09:16 Print

Bezirk Scheibbs bei Alko-Crashs traurige Spitze

11,4 Prozent der Unfälle von 2013 bis ins erste Halbjahr 2017 waren in Scheibbs Alko-Crashs. Damit ist der Bezirk österreichweit traurige Spitze.

Im Sommer 2017 überschlug sich ein Brüderpaar in den Bahndamm bei Gänserndorf. Der Lenker, der keinen Führerschein besaß, war alkoholisiert. (Bild: Feuerwehr der Stadt Gänserndorf)

Im Sommer 2017 überschlug sich ein Brüderpaar in den Bahndamm bei Gänserndorf. Der Lenker, der keinen Führerschein besaß, war alkoholisiert. (Bild: Feuerwehr der Stadt Gänserndorf)

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Insgesamt 177 Unfälle, bei denen die Lenker unter Alkoholeinfluss standen, passierten von 2013 bis ins erste Halbjahr 2017 im Bezirk Amstetten, gefolgt von Baden mit 167 und Melk mit 133. Die meisten Todesopfer – nämlich vier – waren in diesem Zeitraum im Bezirk Mistelbach zu betrauern.

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Bezirk Scheibbs österreichweit Spitze

Gemessen an der Gesamtanzahl an Unfällen findet sich aber ein ganz anderer Bezirk an erster Stelle: Scheibbs. 11,4 Prozent aller dort passierten Crashs waren Alko-Unfälle. Damit ist der Bezirk nicht nur niederösterreich-, sondern sogar österreichweit traurige Spitze. Das ergibt eine aktuelle Analyse des "VCÖ". Dahinter findet sich der Bezirk Tulln, in dem 8,9 Prozent der Unfälle unter Alkoholeinfluss der Lenker passierten.

Anzahl der Alko-Crashs in Städten niedriger

Und überhaupt stellt der "VCÖ" bei der Analyse der Zahlen fest, dass die Anzahl von Alko-Crashs in ländlichen Gebieten allgemein höher ist, als in Städten. "In dünner besiedelten Regionen kann mit Nacht- und Discobussen sowie Anrufsammeltaxis die Zahl der Alko-Unfälle verringert werden", meint VCÖ-Experte Christian Gratzer.

Weil diese Projekte aber oftmals an der Finanzierung scheitern, schlägt Gratzer vor, dass ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen zweckgewidmet wird. Auch sichere Gehwege zwischen Siedlungen oder nahegelegenen Ortsgebieten seien eine Möglichkeit. Immer wieder komme es nämlich auch zu schweren Unfällen, wenn Menschen bei Nacht zu Fuß auf Freilandstraßen unterwegs sind.

ÖAMTC: Punschzeit besonders gefährlich

Auch der "ÖAMTC" schlägt Alarm: Besonders in der Punschzeit sei es tückisch, sich nach dem Christkindlmarkt-Besuch hinters Steuer zu setzen, weil die Alkoholisierung falsch eingeschätzt würde. Auch fehlende Alternativen für die Fahrt nach Hause gaben Lenker in einer Umfrage des "ÖAMTC" als Gründe an, weshalb man das Auto nach dem Punschkonsum nicht stehen lasse.

Allein im Dezember letzten Jahres gab es in NÖ 35 Alko-Unfälle, 42 Personen wurden dabei verletzt, berichtet der "VCÖ".

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rorschach am 07.12.2017 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    Also stimmt die Überschrift nicht

    wenn im Artikel steht, dass Amstetten bei den Alko-Unfällen an erster Stelle steht, bei den gesamten Unfällen aber Scheibbs.

  • Nil am 07.12.2017 14:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist richtig

    Da ich beruflich viel in Scheibbs unterwegs bin kann ich bestätigen das man bei Autokennzeichen die mit SB beginnen Vorsicht geboten ist. Die Scheibbser glauben die Straßen wurden nur für sie gebaut, und alle andere Autofahrer werden als Feinde eingestuft.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nil am 07.12.2017 14:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist richtig

    Da ich beruflich viel in Scheibbs unterwegs bin kann ich bestätigen das man bei Autokennzeichen die mit SB beginnen Vorsicht geboten ist. Die Scheibbser glauben die Straßen wurden nur für sie gebaut, und alle andere Autofahrer werden als Feinde eingestuft.

  • Rorschach am 07.12.2017 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    Also stimmt die Überschrift nicht

    wenn im Artikel steht, dass Amstetten bei den Alko-Unfällen an erster Stelle steht, bei den gesamten Unfällen aber Scheibbs.