Niederösterreich

12. März 2018 07:00; Akt: 12.03.2018 07:07 Print

TV gepfändet: Wienerin zahlt für fremde Frau 665 €

Eine 49-Jährige las vom Schicksal der Sabine M. (45), öffnete Herz und Brieftasche und überwies 663,81 € an den Anwalt des Gläubigers. Sabine M.s Fernseher dürfte gerettet sein.

Wienerin zahlt für Sabine M. 665 Euro Schulden. (Bild: privat)

Wienerin zahlt für Sabine M. 665 Euro Schulden. (Bild: privat)

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Eigentlich sollte man die gebürtige Niederösterreicherin vor den Vorhang holen, doch die jetzt in Wien berufstätigte 49-Jährige bleibt bescheiden, will nur erklären, warum sie für eine fremde Frau 663,81 plus 1,50 € Überweisungskosten (also in Summe 665,31 Euro) übernommen hat.

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Insgesamt 632 Teilnehmer

„Als ich den „Heute“-Artikel gelesen habe, habe ich mit Frau M. mitgelitten und mitgefühlt. Ich hatte Anfang der 90er-Jahre das fragliche Vergnügen mit einem Exekutor. Ich war Anfang 20, verlor meinen Job, ging zum Arzt, musste aber sofort ins Spital. Ich war übers Wochenende nicht versichert und wurde trotz aller Bemühungen nicht rückversichert. Also musste ich 25.000 Schilling (Anm.: über 1.800 Euro ohne inflationäre Bereinigung) beinhart zahlen. Und nein, ich bin nicht reich, sondern nur eine ganz normale Bürgerin.“

Schuldnerin ist baff

Sabine M. ist baff ob soviel Edelmut und hofft, dass nun der Versteigerungstermin am 14. März hinfällig ist und sie auch (oder besser gesagt vor allem) ihren gepfändeten Laptop zurückbekommt. „Ich brauche meinen Laptop, weiss aber nicht, ob und wann ich ihn bekomme, weil mir überhaupt keine Auskunft erteilt wird. Und mit dem Gerichtsvollzieher bin ich ohnedies nicht sehr eng, der sagt mir auch nichts.“ Sabine M. empfindet den Fall und vor allem den Umgang mit ihr dubios, hat die Causa jetzt auch der Arbeiterkammer NÖ übergeben.

Wie berichtet war der zehn Jahre alte Fernseher und der Laptop von Sabine M. vom Bezirksgericht Hollabrunn gepfändet worden. Grund: Eine offene Kabel Plus-Rechnung.

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(Lie)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • edith am 12.03.2018 07:36 Report Diesen Beitrag melden

    tv gepfändet

    könnten sich die 62 reichsten menschen etwas abschauen ,geld teilen wichtiger als gierig horten..danke an diese dame mit herz

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  • Wastl am 12.03.2018 07:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr edelmütig

    von der Dame hoffentlich wird es Ihr gedankt

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  • G.Amlacher am 12.03.2018 08:04 Report Diesen Beitrag melden

    Hochachtung

    Das ist eine Hilfe die ich schon als ausgestorben betrachtet habe. Ich wäre leider nicht in der Lage. Aber wie schon einmal gesagt halte ich diese Pfändung als ungerechtfertigt und unangemässen da sie mit Glück gerade die Kosten decken wird. Mal abgesehen davon braucht man heute einen PC oder Notebook für arbeitssuche und vieles andere.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dumpfbacke am 13.03.2018 19:17 Report Diesen Beitrag melden

    Mag

    Wozu einen Fernseher, ist eh nur Massenverblödung sie soll froh sein, dass sie den los ist

  • Herbert am 12.03.2018 18:44 Report Diesen Beitrag melden

    bei uns ja

    Und unsere Bereicherer verursachen riesige Spitalskosten weil sie sich mit Messern bearbeiten, da gibts keinen Exekutor der die Regresskosten eintreibt, nur der Österreicher- in ist der Esel der Nation.

  • Censorship am 12.03.2018 15:52 Report Diesen Beitrag melden

    Sicher so?

    Dachte Fernseher dürfen nicht mehr gepfändet werden? Es stellt sich dann nämlich die Frage, ob der Exekutor nicht illegal gehandelt hat?

    • Kurti am 13.03.2018 09:41 Report Diesen Beitrag melden

      Sicher so!

      Wo steht, dass Fernseher nicht mehr gepfändet werden dürfen? Reines Wunschdenken, also auch keine illegale Tätigkeit des Gerichtsvollziehers!

    • Censorship am 13.03.2018 16:20 Report Diesen Beitrag melden

      @Kurti

      Weil ich nicht sicher war, deshalb eine Frage?? Einfach einen Text lesen und wirken lassen... ;)

    • Kurti am 13.03.2018 18:49 Report Diesen Beitrag melden

      @Censorship

      Werden Falschinformationen deshalb richtiger? Wenn ich mir nicht sicher bin, poste ich auch nicht. Leider wird heute jeder Kommentar als reine Wahrheit aufgenommen...

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  • jurist63 am 12.03.2018 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Eigenartiger Fall

    Der Fall ist etwas "eigenartig", denn der Exekutor darf im Zuge der Exekution in der Wohnung nur Bargeld oder Schmuck sofort pfänden und mitnehmen. Bewegliches Gut wie Fernseher, Computer, Möbel ect. werden in einer Liste erfasst und dann gibt es einen SCHRIFTLICHEN Versteigerungstermin, bis zu dem die Dinge dem Exekutionsgericht überstellt werden müssen. Ist dies nicht rechtzeitig der Fall, werden diese z.B. mittels Spedition an das Gericht überstellt! Außerdem kann während dieser Frist auch noch eine Exszindierungsklage eingebracht werden! z.B. Fremdes Eigentum gepfändet!

    • informierter nichtjurist am 13.03.2018 08:34 Report Diesen Beitrag melden

      jurist zur nachschulung

      Wenn man mit den Gesetzen nicht mehr ganz auf Augenhöhe ist, sollte man sich einen Kommentar verkneifen. Seit längerer Zeit gibt es auch bei der Justiz die Internetversteigerung, da läuft das etwas anders!

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  • Frag' doch die Maus am 12.03.2018 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    Keiner liebt mich so, wie ich

    Es ist ebenso bemerkenswert wie traurig, wie hart auch hier wieder einige User mit einer hilfsbedürftigen Person ins Gericht gehen. Und das in einem Land, dessen Christlichkeit bei anderen Anlässen immer wieder gern' behauptet und betont wird. Das ist wirklich zum Fremdschämen!

    • KatzefängtMaus am 13.03.2018 19:02 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht alle lieben alle

      Vielleicht kennen einige User die "hilfsbedürftige" Person besser?

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