Niederösterreich

07. März 2018 19:18; Akt: 07.03.2018 17:32 Print

Heimskandal: Bursch taucht bei Räumung unter

Drei Jugendheime wurden am Mittwoch geräumt. Morgen gibt Franz Schnabl (SP) eine Pressekonferenz und will Details verraten. Auch die Grünen nahmen Stellung.

Franz Schnabl setzte eine Sonderkommission ein, jetzt kam es zur Räumung. (Bild: privat, Daniel Schreiner)

Franz Schnabl setzte eine Sonderkommission ein, jetzt kam es zur Räumung. (Bild: privat, Daniel Schreiner)

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Noch einen Tag vor der Präsentation der Ermittlungsergebnisse der von Landesrat Franz Schnabl (SP) einberufenen Sonderkommission ging es am Mittwoch in der Causa „Heimskandal“ Schlag auf Schlag: Wegen des Verdachtes der psychischen und physischen Gewalt wurden 16 Jugendliche aus den Heimen Ebenfurth (Wr. Neustadt), Jaidhof (Krems) und Sitzendorf (Hollabrunn) in Einrichtungen des Landes NÖ untergebracht. Einer der Teenager nutzte die Gunst der Stunde und tauchte im Zuge der Räumungsaktion unter.

Wie berichtet soll es in nö. Heimen zu fragwürdigen Strafen (Grashalme zählen, kalt abduschen) und Misshandlungen gekommen sein, der Fall wurde von den Grünen NÖ im Oktober aufgegriffen, kam Ende November an die Öffentlichkeit. Mitte Jänner hatte ein 18-Jähriger ein Mordkomplott gegen einen Geschäftsführer geschmiedet gehabt, wurde verhaftet.

Heim versteht Vorgang nicht

Die Pressesprecherin der Heime zu "Heute": Kurz vor 7.30 Uhr haben Mitarbeiter des Landes NÖ, GS6 an den Standorten Ebenfurth, Jaidhof und Sitzendorf an der Schmida an der Tür geläutet. Sie haben Bewohnern und TG-Mitarbeitern unangekündigt mitgeteilt, dass alle Kinder heute ausziehen müssen. Auf die Frage „Warum?“ haben sich die handelnden Personen auf den Bericht der Sonderkommission berufen. Wir haben mit der Sonderkommission monatelang sehr kooperativ zusammengearbeitet. Bis zur Stunde haben wir den Endbericht der Sonderkommission nicht gesehen bzw. durften auch keine Einsicht halten."

Helga Krismer (Grüne) fühlt sich zu Recht bestätigt: "Am 8. Oktober 2017 wurden die Grünen Niederösterreich auf ein Facebook-Posting eines Psychotherapeuten aufmerksam, der um Hilfe für einen Jugendlichen bat. Der Jugendliche sei obdachlos (musste im Auto schlafen), nachdem er einer Jugendeinrichtung verwiesen wurde. Das war der Beginn einer Recherche, die Verdachtslagen zutage brachte. Bei Kinder- und Jugendschutz gibt es keine Kompromisse. Ich sah hier ein Versagen der Landesregierung und nur das Aufzeigen der Grünen NÖ hat diese Vorgänge ans Licht gebracht."

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(Lie)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • zachaeus am 08.03.2018 04:51 Report Diesen Beitrag melden

    Erspart Euch

    jede Minute, die ihr dafür (medienwirksam) verschwendet. Das bringt nichts - siehe unlängst im BGLD. An den Jugendwohlfahrtsträgern wird nur "moderate" Kritik geübt, es herrscht "entsetztes Getue" und dann werden die Ermittlungen eingestellt. Passta!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • zachaeus am 08.03.2018 04:51 Report Diesen Beitrag melden

    Erspart Euch

    jede Minute, die ihr dafür (medienwirksam) verschwendet. Das bringt nichts - siehe unlängst im BGLD. An den Jugendwohlfahrtsträgern wird nur "moderate" Kritik geübt, es herrscht "entsetztes Getue" und dann werden die Ermittlungen eingestellt. Passta!