Trauer in NÖ

08. August 2017 20:13; Akt: 08.08.2017 20:14 Print

Obduktion: Rekrut starb bei Marsch an Hitze!

Keine Hinweise auf eine bakterielle Infektion ergab die Obduktion des toten Soldaten: Er dürfte bei Horn in den Tod marschiert bzw. getrieben worden sein.

Kaserne: Der 19-Jährige kehrt nicht mehr zurück. (Bild: privat (Symbol))

Kaserne: Der 19-Jährige kehrt nicht mehr zurück. (Bild: privat (Symbol))

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Überhitzung des Körpers (er soll am Schluss 44 Grad Fieber gehabt haben) habe zum Herzstillstand geführt. Etwaige Vorerkrankungen des Rekruten werden laut Kremser Staatsanwalt Franz Hütter noch untersucht. Es gebe aber laut Staatsanwalt keinen Hinweis auf eine relevante bakterielle Erkrankung des Grundwehrdieners.

Wie berichtet war der 19-Jährige bei einem Marsch bei großer Hitze zusammengebrochen, ins Horner Spital gebracht worden – dort starb der grundsätzlich sehr fitte und aktive Wasserballspieler. Laut Insidern habe der Bursche beim Marsch schon über Probleme geklagt, seine Kameraden sollen ihm sogar Marschgepäck abgenommen haben. Knapp 200 Menschen aus dem näheren Umfeld des Soldaten waren vorsorglich mit Antibiotika versorgt worden.

Vater erhebt schwere Vorwürfe

Der Grundwehrdiener habe sich "während des Marsches schlecht gefühlt", schildert ein besorgter Vater eines Kameraden des Verstorbenen in einem Interview mit dem "Falter". Nach dessen Zusammenbruch sei "nicht sofort die Rettung verständigt" worden. Stellvertretend für seinen Sohn wäre er deshalb vor die Medien getreten. Diesem sei es "wichtig, dass die Zustände in dieser Kaserne ans Licht kommen".

Bei einer Übung am Vortag sollen "mehr als 20 Männer" in Ohnmacht gefallen sein, so der Familienangehörige. "Hier wird offensichtlich nicht auf das Leben der jungen Männer geachtet".

"Niemand beschwert sich! Die Burschen werden vom ersten Tag an eingeschüchtert und drangsaliert. Und wehe einer wagt es, gesundheitliche Probleme anzusprechen", klagte der Mann.

Die Untersuchungen in dem Fall sind noch nicht abgeschlossen. Dietmar Rust, der Sprecher des Verteidigungsministeriums, teilte in Reaktion auf den "Falter"-Bericht mit, dass es bei etwaigem Fehlverhalten durch die Ausbildner "keine Toleranz" geben werde.

Marscherleichterung angeordnet

Das Bundesheer hatte schon am Tag nach dem schrecklichen Vorfall eine Stellungnahme veröffentlicht. Auf Grund der Gluthitze wäre der Marsch vorwiegend in schattigem Waldgelände durchgeführt worden.

Für den Marsch seien vorbeugende Maßnahmen zur Linderung der Hitzebelastung befohlen worden. Die Rekruten hätten im Unterhemd und ohne Helm marschieren dürfen und jedem wären zusätzlich noch 1,5 Liter Wasser ausgegeben worden.

Um das Marschtempo zu reduzieren, sei der langsamste Soldat als Erster in der Marschgruppe eingeteilt worden. Dabei hätte es sich allerdings nicht um den verstorbenen Soldaten gehandelt, so das Bundesheer.

Weiters heißt es in der Aussendung: "Nach einer Stunde Marschzeit kam es während einer Marschpause zu dem Vorfall. Daraufhin wurden Erste-Hilfe-Maßnahmen ergriffen und der Rekrut in die Kaserne gefahren". Dort hätte ihn das Sanitätsfachpersonal bis zum Eintreffen des Notarztes behandelt.
Nach notfallmedizinischer Erstversorgung sei der Betroffene in das Krankenhaus Horn eingeliefert worden, wo er trotz intensivmedizinischer Versorgung verstarb.

(Lie/rcp)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • opachello am 08.08.2017 16:52 Report Diesen Beitrag melden

    Doskozil gefordert

    Ich wurde ja nicht veröffentlicht, aber meine Einschätzung war völlig richtig. In manchen Kasernen stinkt der Fisch vom Kopf weg.

    einklappen einklappen
  • katja am 08.08.2017 17:04 Report Diesen Beitrag melden

    wer war der verantwortliche?

    na bitte - in den tod gehetzt!

  • Geschädigter am 08.08.2017 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Einzelfall

    Ah, das ist also diese "Infektion" von der berichtet wurde. Eine ähnliche Ausrede hatte auch das nordkoreanische Arbeitslager, wo det US-Student starb. Ich selbst hab beim BH auch einen gesundheitlichen Schaden erlitten der mich bis heute schwer einschränkt. Vor ein paar Tagen hat mir hier jemand unterstellt zu lügen weil "beim BH noch niemand Schaden genommen hat". Was sagt er jetzt?

Die neusten Leser-Kommentare

  • frank kronenherz am 11.08.2017 21:35 Report Diesen Beitrag melden

    doktor

    Die schwarzen schafe sollen ihr fett abkriegen. Die haben ihm auf den gewissen. Von meinen maennlichen nachfahren, also neffen, geht keiner zum heer. Besser in ein anderes land und sich durchschwindeln. Ein grosser aufschrei fehlt noch. Wenn sowas jemanden von meinen liebsten passieren wuerde, wuerde ich keine ruhe mehr geben. Die tyrannen koennten nicht mehr ruhig schlafen.

  • Suanna am 09.08.2017 18:37 Report Diesen Beitrag melden

    Nachdenken

    Bei machen Kommentare könnte ich kotzen um ehrlich zu sein,Krieg Bundesheer an die Grenzen bringen,aber nicht zu tote bringen. Der Junge Bursche war Sportler der hat sicher einiges ab haben können,bitte denkt an die Eltern die ihren Sohn auf eine so tragische Weise verloren haben und den Aussagen Bundesheer gehört so ect . Eine Überhitzung des Körpers möchte mir nicht vorstellen was der arme Kerl durchgemacht hat und sich gequält hat bis sein Herz aufhört zu schlagen. Stellt auch vor das wäre eure Fleisch und Blut dann würden mache sicher anders denken.

    • Georg. S. am 10.08.2017 17:48 Report Diesen Beitrag melden

      komisch manche Ansichten!!!

      .....tragisch genug dass ein junger Mensch stirbt!!!! jedoch kann ein normal gesunder Bursch (sportlich wie in den Medien dargestellt) in dem Alter jederzeit mit Marscherleichterung 3 km gehen!!!! leider gibt es manchmal auch höhere Gewalt ----- ich glaube es ist einigen nicht bewusst wie schnell man 15km gegangen ist!!!! 15min-18min!!!!!!

    einklappen einklappen
  • Fiakerpferd am 09.08.2017 13:31 Report Diesen Beitrag melden

    Unnötig bei der Hitze ,

    Unnötig Wieso muss man bei solche Hitze einen Marsch machen? Wo sind da die Gutmenschen und die Tierschützer die sich für die Fiakerpferde einsetzen? Hier kein Aufschrei ????

    • Boletus edulis am 09.08.2017 18:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fiakerpferd

      Wo sind die anderen. Selber was bewegen, vorallem den Hintern.

    einklappen einklappen
  • Moritz am 09.08.2017 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar

    Der Arzt hatte aber dann wohl auch einen Hitzeschlag. Bei so einem heißen Tag nicht Mal eine Überhitzung des Körpers in Betracht zu ziehen und beharrlich auf eine bakterielle Infektion zu bestehen ist lächerlich, aber so wollte man sich wohl aus der Affäre ziehen. Die Rettungskette war dann sicher auch alles andere als optimal bei solchem Stumpfsinn!

    • Christoph am 09.08.2017 14:57 Report Diesen Beitrag melden

      Ditto

      Der Oberst Truppenarzt hat mich auch angeschrien, wie ich mit meinen Beschwerden zu ihm gekommen bin. 2 Tage später durfte ich nach fachärztlichem Attest abrüsten.

    einklappen einklappen
  • Max Mittelmayr am 09.08.2017 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Krieg und Frieden

    Vorausgesetzt, dass man Krieg überhaupt als zweckmäßig akzeptiert, so ist es seine innere Logik, den Tod, auch von eigenen Soldaten, als Mittel zum Zweck zu akzeptieren. Für militärisches Training von Wehrpflichtigen in Friedenszeiten kann das nicht gelten, hier ist das oberste Gebot die Gesundheit der jungen Männer zu erhalten. Militärische Ausbildung in Friedenszeiten kann immer nur sehr eingeschränkt unter realistischen Bedingungen erfolgen. Andernfalls müsste man die Soldaten beschießen und Bomben auf sie werfen. Daher hätte dieser Marsch nicht stattfinden dürfen.