Laa/Thaya

07. Dezember 2017 06:01; Akt: 06.12.2017 23:45 Print

Herzkrank: "Kasse zahlt mir Tests zum Überleben nicht"

von M. Nowak - Norbert K. (55) hat eine künstliche Herzklappe, muss sein Blut regelmäßig testen. Die Krankenkasse will die nötigen Messstreifen nicht bezahlen.

Norbert K. bekam die überlebenswichtigen Streifen trotz Verordnung nicht bewilligt. (Bild: privat)

Norbert K. bekam die überlebenswichtigen Streifen trotz Verordnung nicht bewilligt. (Bild: privat)

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Vor zwei Jahren wurde Norbert K. (55) aus Laa an der Thaya (Bez. Mistelbach) am Herz operiert, lebt seither mit künstlicher Herzklappe und plastischer Aortenerweiterung. Regelmäßig muss er sein Blut mit Medikamenten verdünnen. Dafür braucht er überlebenswichtige Schnelltests.

Für die Messstreifen bekam er eine Verordnung vom Hausarzt, reichte diese bei der niederösterreichischen Gebietskrankenkasse ein. Am Montag kam überraschend ein negativer Bescheid, die Krankenkasse zahlt die Tests nicht.

Begründung? Fehlanzeige

"Die Verordnung wurde ohne Begründung abgelehnt. Ich habe bis zu meiner Herzoperation immer gearbeitet, war so gut wie nie krank und habe immer meine Versicherungsbeiträge gezahlt", versteht Norbert K. nicht, warum die Schnelltests nicht bewilligt wurden. Für eine Packung der überlebenswichtigen Messstreifen zahlt man rund 160 Euro.

"Mit meiner Berufsunfähigkeitspension geht sich das noch aus. Aber wie sieht das bei Leuten aus, die nur die Mindestsicherung beziehen?", will K. wissen. Den ehemaligen Sachbearbeiter wurmt auch der Umgang: "Man könnte zumindest so viel Respekt entgegenbringen, dass man einen kleinen Brief bei Ablehnungen beilegt."

Seitens der NöGKK wird in einer Stellungnahme gegenüber "Heute" darauf hingewiesen, dass bereits im März eine Packung bewilligt worden war. Diese hätte bis Februar reichen müssen. Das hohe Messintervall sei nicht notwendig gewesen. Über medizinische Gründe, die eine höheres Intervall rechtfertigen würden, sei man nicht informiert worden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kurz Heinze am 07.12.2017 09:14 Report Diesen Beitrag melden

    Vorsorgeauftrag

    Wegen gesetzlichen Vorsorgeauftrag klagen. Hat bei mir auch sofort geholfen. Wurde alles bewilligt. Aber sie probieren es halt.

  • Heinz B. am 07.12.2017 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    Mindestsicherungsbezieher

    Also die Antwort wie s bei einem Mindestsicherungsbezieher aussähe kann den Herrn gegeben werden. Ausländischer Midnestsicherungsbezieher Bewilligung JA, inländischer Mindestsicherungsbezieher Bewilligung NEIN.

  • Mambo am 07.12.2017 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Die machen es sich leicht

    Wenn die Krankenkasse der Meinung ist, dass solche Messungen standardmäßig in einem größeren Intervall durchzuführen sind, sich aber offenbar schon der Tatsache bewusst ist, dass es mögliche medizinische Gründe geben kann, warum der Intervall zu verkleinern ist, hätte sie doch erst mal versuchen können, die Information einzuholen, ob solche Gründe vorliegen, als den Antrag einfach abzulehnen, noch dazu kommentarlos. Sie hätte doch wenigstens schreiben können:" Da uns keine medizinischen Gründe für einen kürzeren Intervall bekanntgegeben wurden, müssen wir den Antrag ablehnen".

Die neusten Leser-Kommentare

  • Calimero am 07.12.2017 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu teuer

    Nicht einmal Windeln werden oft bezahlt !

    • Dosi am 08.12.2017 09:27 Report Diesen Beitrag melden

      Calimero

      Auch mit den Blutzuckermessstreifen kommt man nicht aus!

    einklappen einklappen
  • Heinz B. am 07.12.2017 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    Mindestsicherungsbezieher

    Also die Antwort wie s bei einem Mindestsicherungsbezieher aussähe kann den Herrn gegeben werden. Ausländischer Midnestsicherungsbezieher Bewilligung JA, inländischer Mindestsicherungsbezieher Bewilligung NEIN.

  • hawidere am 07.12.2017 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    INRistwichtig

    "...ohne Blutverdünnung wären sie nicht in unmittelbarer Lebensgefahr.." Stimmt so nicht ganz. Ein paar Tage auf das Marcoumar vergessen wird wenigen ernsthafte Probleme bereiten, aber ein paar Wochen können bereits tödlich sein. Mein mehrwöchiger Aufenthalt im Lungenhaus Baumgartner Höhe mit haarscharfem Ausgang sollte aussagekräftig genug sein.

  • Mambo am 07.12.2017 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Die machen es sich leicht

    Wenn die Krankenkasse der Meinung ist, dass solche Messungen standardmäßig in einem größeren Intervall durchzuführen sind, sich aber offenbar schon der Tatsache bewusst ist, dass es mögliche medizinische Gründe geben kann, warum der Intervall zu verkleinern ist, hätte sie doch erst mal versuchen können, die Information einzuholen, ob solche Gründe vorliegen, als den Antrag einfach abzulehnen, noch dazu kommentarlos. Sie hätte doch wenigstens schreiben können:" Da uns keine medizinischen Gründe für einen kürzeren Intervall bekanntgegeben wurden, müssen wir den Antrag ablehnen".

  • kara nem Bensi am 07.12.2017 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Das schreit nach Rache!

    Es wird in dem Bericht zwar erwähnt, dass "1 Packung" 160 Euro kostet, aber wieviele Streifen drin sind, wird nicht verraten. Ein paar Minuten google-suche ergeben: es sind 48 Streifen, und der online-Verkaufspreis beträgt knapp 144 (dazu möglicherweise Versandkosten). Wahrscheinlich gibts auch billigere. Bei einem Verbrauch von 3/Monat würde sich also ein zum Himmel schreiender Kostenaufwand für den Patienten in Höhe von monatlich 9 oder 10 euro ergeben. Wenn die Kassa zB die Hälfte davon zahlt, sinds noch 5 Euro.