Niederösterreich

04. September 2018 06:30; Akt: 03.09.2018 18:05 Print

Kriseneltern dürfen Kinder nicht dauerhaft haben

Als Kriseneltern stehen Karin und Leopold R. für Kids aus schwierigen Verhältnissen allzeit bereit, jetzt wollen sie ein Geschwisterpaar (1, 2) bis zum 18. Lebensjahr groß ziehen. Die Behörde lehnte ab.

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„Als Krisenpflegeeltern haben wir strengere Auflagen als Dauerpflegeeltern. Für den Notfall sind wir gut genug, aber bis zu deren Volljährigkeit lässt man uns Yannik und Julia (Anm.: Namen der Pflegekinder geändert) nicht. Unser Antrag wurde abgelehnt“, ist Karin R. aus dem Bezirk Korneuburg traurig.

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Bis dato hatte das Ehepaar aus Stockerau (Bezirk Korneuburg) fünf Krisenkinder bei sich. Die Angestellte und Krisenmutter (45) sowie Gatte Leopold (55), ein Außendienstmitarbeiter, haben Yannik (2) seit einem Jahr und Schwesterchen Julia (1) seit Julias dritten Lebenstag. „Beide haben eine Behinderung. Das Mädchen hat eine Entwicklungsverzögerung, der Bub eine Belastungsstörung. Sie kommen aus schlimmen Verhältnissen und wir geben beiden die gleiche Liebe wie unserer 7-jährigen leiblichen Tochter“, so Karin R.

Gründe der Ablehnung

Als Gründe der Ablehnung (Anm.: Ablehnung nur für die Dauer) wurden genannt: zu viel Eigenständigkeit, man hätte die Aussage einer Kinderärztin in Frage gestellt, zu wenig Kooperation, man behandle die Krisenkinder wie die eigenen, ein angeblicher sexueller Missbrauch eines Babys sei zu oft erwähnt worden. Die Krisenmama vermutet aber: „Ich war umbequem, habe die Pflegschaft und Kindesabnahmen in NÖ und Österreich generell kritisiert. Auch bei Johanna Mikl-Leitner habe ich Missstände aufgezeigt. Und: Eine Mitarbeiter der BH hat private Probleme und lässt ihren Grant in der Arbeit aus.“

Das sagt BH

Die Bezirkshauptfrau aus Korneuburg Waltraud Müllner-Toifl sagt auf "Heute"-Anfrage dazu: „Es wird alles geprüft und wir halten uns immer an Richtlinien. Konkrete Fälle kommentieren wir aber nicht.“

Anwalt und Mutter kämpfen

Die zwei Knirpse sollen jetzt dennoch zu einer fremden Familie, Karin R. wehrt sich, kämpft, nahm sich einen Anwalt. Der Jurist ortete ein grob mangelhaftes Ermittlungsverfahren bezüglich Eignung der Dauerpflegschaft. Übrigens: Als Kriseneltern ist das Ehepaar R. sehr wohl weiter geeignet.

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(Lie)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • lilly am 04.09.2018 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arme Kinder

    Ich verstehe nicht warum das nicht geht ,sollen doch froh sein das es jemanden gibt der beide Kinder (eines mit Behinderung ) Adoptieren will und sie nicht um Schluss in Heim kommen und dan getrennt werden .Ich wünsche der Familie viel kraft das sie es schaffen .

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  • Luna 2 am 04.09.2018 09:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kriseneltern

    Der Amtsschimmel soll sich lieber um Faelle kümmern wo es wirklich arg ist. Warum dürfen sie nicht bei der Familie bleiben, die sie lieben und kennen.

  • Majorin am 04.09.2018 09:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Bin der gleichen Meinung wie lilly!Sollten froh sein das sich liebevolle Menschen um 2 behinderte Kinder kümmern können!Was soll das? Finds ne Frechheit!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Mama am 05.09.2018 22:49 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Wohle des Kindes

    Lasst euch nicht unter kriegen! Kämpft weiter. Bin selbst Dauerpflegemama. Erste richtige Bindung! Sehr schädigend wenn die Kids wider heraus gerissen werden. Es wird nicht gern gesehen wenn man zuviel redet, Fragen stellt und Dinge aufzeigt. Und bei den neuen Pflegeeltern ist gar nicht fix ob sie mit den Behinderungen der Kids umgehen können und die Geschwister zusammen bleiben können. Super wenn mal jemand an die Öffentlichkeit geht! Es wir eh soviel verschwiegen. Alles Gute

  • Mela ich am 04.09.2018 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    Schutzbefohlen

    Prinzipiell ist es nicht ratsam an die Öffentlichkeit zu gehen zumal Es hier um kinder geht die Schutz brauchen und nicht mit Bildern herum zu zeigen. Das vertrauen ist nun mal das wichtigste und so war es eben nicht richtig. Leider funktioniert es nicht immer. Aber man hätte auf den nicht Öffentlichkeit weg gehen sollen und weiter versuchen. Somit kann es sein das eben keine Kinder mehr betreuen dürfen. Leider tun mir da die kleinen sehr leid.

    • Liz am 04.09.2018 14:20 Report Diesen Beitrag melden

      Naja

      Ich hätte die Fotos weg gelassen. Sich an die Öffentlichkeit zu wenden ist aber in dem Bereich die einzige Möglichkeit damit der Rest der Bevölkerung erfährt was da alles schief läuft

    • Tini am 05.09.2018 07:06 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig so

      Die Öffentlichkeit hat das Recht, alles über die Zustände bei der JWF zu erfahren. Gut so, daß sich endlich eine Familie traut und diesen Weg, im Sinne der Kinder gewählt hat, um auf Mißstände aufmerksam zu machen, die vertuscht werden sollen. Grundlose Familientrennungen sind leider an der Tagesordnung, mehr als man vermuten würde, aber so etwas überprüft leider niemand.

    • Mama am 05.09.2018 22:51 Report Diesen Beitrag melden

      Misstände

      Es gibt soviele Misstände super wenn mal jemand öffentlich etwas aufzeigt!

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  • kindeswohl am 04.09.2018 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    vorsicht

    ich wünsche der mutter, dass sie ihre kinder zurück bekommt. kriseneltern haben sich für krisen angeboten und in dem fall der leibl. mutter ihre kinder wegstreiten zu wollen, das geht schon mal gar nicht!!! somit haben die behörden recht, wenn sie als ablehnung, zuviel eigenständigkeit und nicht kooperativer zusammenarbeit festgestellt haben. alles gute für die leibliche mutter!

    • EH1955 am 04.09.2018 11:22 Report Diesen Beitrag melden

      Gnade diesen Kindern ...

      Was denken Sie, weswegen diese Kinder der leiblichen Mutter von der BH entzogen wurden? Was denken Sie, welche Zukunft diesen Kindern bei der leiblichen Mutter droht?

    • Liz am 04.09.2018 14:18 Report Diesen Beitrag melden

      Falsch

      Es geht doch gar nicht um die leiblichen Eltern sondern und dass die Kinder jetzt wieder in eine fremde Familie müssen

    • Ina am 04.09.2018 17:35 Report Diesen Beitrag melden

      Moment......

      Sie sollen ja nicht zu der leiblichen Mutter zurückkehren, sondern in eine andere Pflegefamilie!

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  • Lilly am 04.09.2018 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Das ist sogar kindeswohlgefährdend. Das ist die erste gute Bindung die diese Kinder haben und die wird gekappt. Dass Kinder ein Jahr in Krise sind ist sowieso eine Frechheit. Ich denke sogar, man sollte soweit gehen und den Eltern ein Jahr geben mit viel Unterstützung und danach gibt es keine Möglichkeit mehr Kinder ohne dass diese selbst den Wunsch äussern, zu den Eltern rückzuführen.

  • Baby am 04.09.2018 09:36 Report Diesen Beitrag melden

    Behörde?!?

    Da gibt es zwei unschuldige Kinder, denen die Möglichkeit eines Familienlebens gegeben wird und dann kommt die Behörde und sagt nein. Kriseneltern dürfen sie weiterhin sein, aber die weniger kontrollierten Dauerpflegeeltern dürfen sie nicht werden. Da stimmt aber einiges nicht. Dürfte wohl doch in der Behörde der Wurm drin sein. Du armes Österreich mit diesen "Beamten", wo steuerst du nur hin?

    • Tini am 05.09.2018 07:11 Report Diesen Beitrag melden

      Kontrolle fehlt

      Mißstände herrschen dort, wo die Kontrolle fehlt, denn niemand überprüft die JWF.

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