Niederösterreich

11. Oktober 2018 08:30; Akt: 11.10.2018 06:46 Print

Kühe gequält: Bauer vor Gericht um Namen besorgt

Ein Landwirt aus dem Waldviertel musste in Krems vor Gericht: Er hatte seine Rinder vernachlässigt, die Tiere waren in einem schlimmen Zustand. Seine Sorge: "Steh' ich jetzt in der Zeitung?"

Der Bauer von hinten am Kremser Gericht. (Bild: privat)

Der Bauer von hinten am Kremser Gericht. (Bild: privat)

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Wenig gefühlvoll, kaum Empathie zeigte ein 42-jähriger Landwirt aus dem Waldviertel am Dienstag in Krems vor Gericht. Der Vorwurf: Tierquälerei.

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Er soll laut Anklage von März bis Mai die Tiere grob vernachlässigt und ihnen Qualen zugefügt haben – die Kühe standen im Dreck, das Fell der Tiere war nass und verschmutzt, die Halsgurte zum Teil in der Muskulatur eingewachsen, das Vieh hatte kaum Platz, Klauenbildungen wurden nicht behandelt.

"Wenn das im Dorf bekannt wird"

"Nach Ostern ist es so schnell warm geworden und ich musste aufs Feld", rechtfertigte sich der Angeklagte vor dem Richter. "Und dadurch hatte ich plötzlich so viel Feldarbeit, dass ich die Pflege der Tiere aus den Augen verloren habe", zeigte sich der Bauer zwar geständig, aber völlig emotionslos. Gefühle zeigte der Bauer erstmals, als der Landwirt Medienvertreter im Gerichtssaal bemerkte. "Wenn das im Dorf bekannt wird, verliere ich mein Ansehen."

Dann fragte er den Richter, ob sein Name in der Zeitung stehen werde. Der Richter verwies auf das Mediengesetz und verurteilte den Bauern zu drei Monaten bedingter Haft wegen Tierquälerei. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mugl am 11.10.2018 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Tierquälerei

    Wie schon einmal erwähnt, unser Tierschutzgesetz ist ein Witz, vor allem die Strafen. Die Tierquäler lachen sich ins Fäustchen bei den lachen Urteilen! Eine Schande sowas!

  • helmar am 11.10.2018 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Das redet sich sowieso herum

    Und das zu Recht. Wer nicht willig oder fähig ist seine Nutztiere ordentlich zu versorgen sollte damit auf hören. Es ist zu hoffen dass jetzt das Kontrollnetz durch die Behörden für ihn sehr engmaschig geflochten werden wird. Und der Amtstierarzt nicht zögert bei weiteren Missständen den Stall zu schließen und die Tiere beschlagnahmen zu lassen.....denn solche zum Glück seltene Fälle sind es welche die vielen ordentlich arbeitenden Bauern in Misskredit bringen. Und auch die bäuerlichen Organisationen dürfen sich nicht womöglich schützend vor solche "Viehbauern"stellen.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Mugl am 11.10.2018 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Tierquälerei

    Wie schon einmal erwähnt, unser Tierschutzgesetz ist ein Witz, vor allem die Strafen. Die Tierquäler lachen sich ins Fäustchen bei den lachen Urteilen! Eine Schande sowas!

  • helmar am 11.10.2018 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Das redet sich sowieso herum

    Und das zu Recht. Wer nicht willig oder fähig ist seine Nutztiere ordentlich zu versorgen sollte damit auf hören. Es ist zu hoffen dass jetzt das Kontrollnetz durch die Behörden für ihn sehr engmaschig geflochten werden wird. Und der Amtstierarzt nicht zögert bei weiteren Missständen den Stall zu schließen und die Tiere beschlagnahmen zu lassen.....denn solche zum Glück seltene Fälle sind es welche die vielen ordentlich arbeitenden Bauern in Misskredit bringen. Und auch die bäuerlichen Organisationen dürfen sich nicht womöglich schützend vor solche "Viehbauern"stellen.

    • murksi am 11.10.2018 12:26 Report Diesen Beitrag melden

      Der macht sich

      Sorgen,um seinen guten Ruf????? Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt! Was redet er denn da,wie ein jeder weiss,bleibt in einer Ortschaft nie lange etwas geheim...und noch etwas...die Strafen gehören empfindlich erhöht..vielleicht denken da einige mehr nach und behandeln ihr Vieh besser,das wär schön!

    • helmar am 12.10.2018 12:30 Report Diesen Beitrag melden

      Es sind nicht viele Bauern

      Welche so handeln, aber immer noch zu viele. Sie sind es wegen der sich Bauern welche ihre Tiere ordentlich halten schief an sehen lassen müssen. Und solche Betriebe sollten wenn sich solche Vorfälle noch mal fest stellen lassen, behördlich geschlossen werden.

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