Bewerbung 2024

25. April 2017 17:46; Akt: 25.04.2017 20:31 Print

Kulturhauptstadt als Turbo-Boost für St. Pölten

von Elisabeth Czastka - Die Begeisterung für eine Bewerbung als Kulturhauptstadt 2024 wächst. Was kann St. Pölten besser als mögliche Mitbewerber wie Bregenz und Bad Ischl?

Bürger reden mit: Susanne Wolfram, Andi Fränzl, Klaus Michael Urban, Jakob Redl (v.li.) beim Jour fixe. (Bild:

Bürger reden mit: Susanne Wolfram, Andi Fränzl, Klaus Michael Urban, Jakob Redl (v.li.) beim Jour fixe. (Bild: "Heute"/Czastka)

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Frequency, Festspielhaus und eine lebendige Szene. Es tut sich einiges. Aber hat St. Pölten auch das Zeug zu Europas Kulturhauptstadt? Freiraum-Chef Wolfgang Matzl ist fix davon überzeugt, dass sich die Region gegen mögliche Bewerber wie Bad Ischl oder Bregenz durchsetzen könnte. „Die Zeit ist reif“, sagt er. „Unser größter Vorteil ist das Engagement der freien Szene. Das Miteinander funktioniert, besonders in der Kultur.“

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"St. Pölten wird noch immer unterschätzt"
Auch Bühne im Hof-Intendantin Daniela Wandl findet klare Worte: „Das Projekt wäre ein Turbo-Boost für das Image und Selbstbewusstsein von St. Pölten. Wir sind eine kleine Stadt mit einem unpackbaren Angebot. St. Pölten wird von der Außenwahrnehmung noch immer unterschätzt.“ Und Künstler Andreas Fränzl spricht von einer „Riesen-Chance für die Kulturszene und die Belebung der Achse St. Pölten-Melk-Krems“.

Bürger reden mit, Künstler tüfteln an Kampagne
Beim monatlichen Jour Fixe feilen die kreativen Köpfe an der Kampagne Kulturhauptstart. Dieses Mal findet das Arbeitstreffen in der Bühne im Hof statt. Politiker sind bewusst (noch) nicht eingebunden, Motor der Bewegung sind Künstler wie Andreas Fränzl, der sich gemeinsam mit Jakob Redl, Doris Zichtl, Michaela Steiner, Susanne Wolfram, Klaus Michael Urban und vielen weiteren Kulturaktivisten mit viel Engagement für eine Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2024 einsetzt.

Kosten vergleichbar mit Landesausstellung
Spätestens 2018 muss eine Bewerbung abgegeben werden. Politiker auf Stadt- und Landesebene zögern noch. „Den ersten Schritt muss die Stadt tun“, sagt Thomas Gludovatz, der als interessierter Zuhörer beim Arbeitstreffen der Plattform dabei war. Der Festspielhaus-Geschäftsführer stuft St. Pöltens Chancen relativ gut ein: „Hier geht es nicht um neue Prunkbauten, es ist schon viel da.“ Die Kosten seien in etwa vergleichbar mit ein bis zwei Landesausstellungen. Linz verbrauchte vor acht Jahren noch 70 Millionen Euro, die aktuelle europäische Kulturhauptstadt Paphos (Zypern) will heuer mit 8,5 Millionen Euro Budget auskommen, 1,5 Millionen Euro davon steuert die EU bei.

Nach Graz und Linz jetzt St. Pölten?
Und der Effekt? „St. Pölten bietet eine unglaubliche Lebensqualität, hat aber noch immer ein schlechtes Image. In Linz war der positive Effekt der Kulturhauptstadt sehr deutlich spürbar. Man hat gesehen, wie sehr sich das Image drehen lässt“, erklärt Gludovatz. „Diese Großereignisse haben eine eigene Anziehungskraft und die würde ich auch St. Pölten wünschen“, pflichtet Höfefest-Erfinderin Michaela Steiner bei.

Die Plattform Kulturhauptstart will jetzt noch mehr Begeisterung für eine Bewerbung erzeugen. Arbeitsgruppen haben sich bereits gebildet, eine Online-Petition soll folgen. Ex-Hauptstadtplaner Norbert Steiner: „Das kulturelle Potenzial ist da und die Entwicklungsmöglichkeiten sind groß!“

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