Niederösterreich

10. August 2018 08:00; Akt: 10.08.2018 08:03 Print

Mann zieht Messer im Zug, nimmt Frau Tschick weg

Todesangst hatte eine 34-Jährige in einem Zug bei St. Andrä-Wördern. Ein betrunkener Libyer (20) hielt ihr ein Messer an, nahm ihr eine Zigarette weg. Urteil: 1 Jahr bedingt.

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"Ich habe jetzt noch immer schlaflose Nächte", sagte das Opfer am Donnerstag am Landesgericht St. Pölten im Zeugenstand.

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Nach einer Flasche Wodka war im Sommer 2016 ein Libyer (20) mit Wohnsitz in Wien in den Zug gestiegen, wollte heim fahren. Im Zug fuchtelte er mit einem Messer herum, die damals 34-Jährige sagte zu ihm: "Bitte hör' auf damit und setz' Dich nieder."

Daraufhin hielt der 20-Jährige der Frau das Messer zwei Mal an den Hals. Dann beruhigte sich der Hitzkopf, setzte sich nieder, sprang wieder auf und setzte der Frau das Messer an die Brust. Dann ließ er kurz wieder vom Opfer ab und nahm ihr dann noch eine Zigarette weg (Anm.: Die Frau hatte die Zigarette hinter dem Ohr stecken).

Passagiere informierten den Lokführer, dieser rief unverzüglich die Polizei, am Bahnhof St. Andrä-Wördern (Bezirk Tulln) holten Beamte den jungen Mann aus dem Zug und nahmen ihn fest. Der Mann wanderte in Haft, wurde enthaftet, tauchte unter.

Bedingte Haft

Darum kam es erst am Donnerstag, rund zwei Jahre nach der Tat, zur Gerichtsverhandlung in St. Pölten. Der Vorwurf des schweren Raubes hielt nicht, es blieb bei schwerer Nötigung, gefährlicher Drohung und Entwendung (Strafrahmen nur bis 1 Monat Haft). Der Staatsanwalt sah nämlich keinen zeitlichen Zusammenhang zwischen Nötigung, Drohung und dem Wegnehmen der Zigarette. Das Urteil: ein Jahr bedingte Haft (rechtskräftig).

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Arno am 10.08.2018 08:16 Report Diesen Beitrag melden

    Sprachlos

    Da sag ich nichts mehr. Eine derartige Unfähigkeit der Justiz hätte ich nicht für möglich gehalten.

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  • Himmelszelt1002 am 10.08.2018 08:36 Report Diesen Beitrag melden

    Todesdrohung mit Messer = folgenlos

    Aha, Justiz: diese Leute dürfen also ungestraft mit Messern bewaffnet in Österreich rumrennen, ohne Konsequenzen? Ich dachte, das sei strafbar? Kann ich das jetzt auch machen? Oder muss ich dazu Immigrant sein?

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  • erik am 10.08.2018 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    nur ein witz

    Und danach außer das es den Steuerzahler viel Geld kostet, wird er abgeschoben?? Meinen Kindern möchte ich das nicht zumuten!!

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • miri am 20.08.2018 07:49 Report Diesen Beitrag melden

    selbstschutz

    ich habe dazu nur eine frage: wer hier vertraut noch der österreichischen justiz? bewaffnete "schutzsuchende" überfallen straffrei unsere frauen und werden nicht bestraft, im gegenteil. also ich halte bei dieser mehr von eigenschutz für mich und meiner familie. auf diese justiz verzichte ich dankend.

  • Reka Boros am 11.08.2018 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    Urteil dubios

    War eh klar. Erst, wenn er richtig zugestochen hätte, wäre das Urteil etwas schärfer ausgefallen. Aber auch nicht sicher.

  • Ina am 11.08.2018 06:49 Report Diesen Beitrag melden

    Aber das Opfer

    wird lebenslang an den Folgen leiden! Wo ist da die Gerechtigkeit?

  • Gasttt am 10.08.2018 23:05 Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Ich kann in Österreich also jemandem ein Messer an den Hals halten und ihm Sachen wegnehmen, ohne dafür eingesperrt zu werden? Gut zu wissen. GUT ZU WISSEN...

    • Kilian K. am 11.08.2018 12:01 Report Diesen Beitrag melden

      herr

      das können Sie, aber wenn Sie Strache und Hofer nicht in Ihrem Lokal haben wollen wird's teuer

    • Kurt K. am 20.08.2018 07:04 Report Diesen Beitrag melden

      Aber

      nur wenn Sie Österreicher mit mindestens ausländischen Wurzeln sind.

    • miri am 20.08.2018 07:51 Report Diesen Beitrag melden

      @Gastt

      uno momento Gastt, sie sind österreicher und werden weggesperrt.

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  • H.C am 10.08.2018 19:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lybier und seine Tschick

    Tür auf, Lybier raus, Tür wieder zu schon bald haben wir wieder eine Ruh!