Niederösterreich

28. August 2018 10:29; Akt: 28.08.2018 11:58 Print

Mit Auto in Spital gerast: Lenker (69) muss in Haft

Mit seinem Volvo war ein 69-Jähriger im Jänner in die Bäckerei des Spitals Mistelbach gekracht, 14 Personen wurden verletzt. Jetzt stand der Lenker vor Gericht.

 (Bild: privat, Thomas Lenger)

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Nur einen Tag nach dem spektakulären Autounfall im Krankenhaus Horn ("Heute" berichtete) war es Mitte Jänner zu einem noch dramatischeren Pkw-Unfall gekommen.

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Ein 69-Jähriger war mit dem rechten Bein vom Gaspedal unter die Bremse gerutscht und krachte beim Versuch, sein Bein zu befreien mit seinem Volvo mit Automatikgetriebe in die Bäckerei bzw. das Café des Landeskrankenhauses Mistelbach. 14 Personen wurden dabei verletzt, fünf Personen sogar schwer. Die Opfer landeten auf der Intensivstation ("Heute" berichtete).

Opfer musste Bein abgenommen werden

Einer Frau musste nach einem Gefäßabriss und Organversagen der Unterschenkel amputiert werden, die weiteren Schwerverletzten erlitten neben Rippenbrüchen, Prellungen und Platzwunden auch Hämatome an Organen.

Brisant: Laut Anklage der Staatsanwaltschaft Korneuburg hätte sich der 69-jährige, an Parkinson erkrankte und nur mit Rollator mobile Lenker, der auch Pflegegeld der Stufe 4 bezieht, an diesem Tag gar nicht hinters Steuer setzen dürfen. Zum Unfallzeitpunkt hatte der Mann neben Blutdrucksenkern und Medikamenten zur Linderung der Parkinson-Symptome auch zahlreiche Schmerzmittel (Fentanyl, Seractil) und Neocitran gegen eine Erkältung intus.

Auto kracht in Spitals-Bäckerei

Lenker muss in Haft

Am Dienstag musste der Lenker am Landesgericht Korneuburg auf die Anklagebank. Der 69-Jährige wurde zu einem Jahr teilbedingter Haft verurteilt - vier Monate davon unbedingt (nicht rechtskräftig). Denn laut Richter Manfred Hohenecker hätte der Mann niemals in diesem Zustand ein Auto lenken dürfen. Offen bleibt noch die Frage, ob der Mann ob seines Gesundheitszustandes die Gefängnisstrafe überhaupt antreten kann - die Hafttauglichkeit wird demnächst geprüft.

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(Lie)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Vicky S. am 28.08.2018 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar

    Wie kann man mit dieser Krankheitsgeschichte überhaupt noch eine Fahrerlaubnis haben? Der Mann kann doch nicht klar im Kopf sein, sonst würde er in so einem Zustand kein Auto mehr lenken! Das Urteil ist der Witz des Tages...

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  • Missi am 28.08.2018 12:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ..

    Und genau darum sollten viele ältere Fahrzeuglenker zu einer Überprüfung. Krank und Pflegestufe aber Auto fahren.

  • Weißnix am 28.08.2018 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Verwirrt

    Also warum ich vor dem Führerscheinkurs zum Amtsarzt musste um festzustellen ob ich überhaupt körperlich in der Lage bin ein Fahrzeug zu lenken (Kniebeugen etc.) ist mir ein Rätsel wenn dann einer der nur mehr mit Rollator gehen kann Auto fährt.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Scharfdenker Fritz am 31.08.2018 16:46 Report Diesen Beitrag melden

    der gläserne Bürger

    Weil der geistig abnorme Rechtsbrecher nicht zu erkennen ist, kann man die Gesellschaft nicht vor ihm schützen. Jeder Amtsarzt würde die Fahruntauglichkeit dieses Parkinsonkranken erkannt haben, gäbe es den Führerschein nicht auf Lebenszeit. Ist die Behörde noch nicht draufgekommen, dass man für das Erneuern des Führerscheins Gebühren einheben könnte. Alter in Kombination mit Medikamenten-Daten von der Krankenkasse könnten die Einberufung zur amtsärztlichen Untersuchung auslösen. Wenn andere Menschen gefährdet sind, hört sich mE Datenschutz, Selbstbestimmungsrecht u. Patientenautonomie auf.

  • Autofahrer am 29.08.2018 08:55 Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinn

    Ich fasse es nicht, was dieser gewissenlose Mensch den Opfern angetan hat, möge ihn sein Gewissen bis zum letzten Atemzug daran erinnern.

  • Mia am 29.08.2018 06:53 Report Diesen Beitrag melden

    Mit der

    Fahrerlaubnis ist das so eine Sache. Bei uns sind 2 junge Männer, welche durch Drogenkonsum psychisch so gestört sind, was man ihnen auch ansieht. Eine Arbeit wird ihnen nicht zugemutet und sie sind daher in Frühpension. Aber Führerschein wurde ihnen nicht entzogen. Und das verstehe ich überhaupt nicht.

  • MK am 28.08.2018 19:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Mein Vater war mit Pflegestufe 4 bettlägrig, konnte Nahrung nicht mehr alleine zu sich nehmen, etc und der fährt noch mit dem Auto? Da wäre auch eine Rückerstattung des Pflegegeldes angebracht!

  • Capriccio am 28.08.2018 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Fentanyl ist ein Opioid

    und in Verbindung mit Seractil und Neocitran eine chemische Bombe!!! Mein Mitgefühl gilt den Opfern dieses verantwortungslosen Menschen.

    • Penelope am 28.08.2018 19:45 Report Diesen Beitrag melden

      Eben

      Zwar sind Opioide bereits gefährlicher als 0,5 Promille Blutalkohol, aber noch immer nichts im Vergleich zu Benzodiazepinen - und auch auf dem Zeugs fahren einige herum; darauf wird aber nicht getestet... Hauptsache man macht jetzt Aktion Scharf gegen Cannabis, welches nach epidemiologischer Studie der NHTSA aus dem Jahr 2015 mit 9000 Teilnehmern die Unfallgefahr überhaupt nicht erhöht. Man sieht, Österreich setzt seine Prioritäten wie immer "richtig".

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