Niederösterreich

11. September 2018 07:00; Akt: 11.09.2018 07:16 Print

Mit Sozialgeld Haus im Kosovo gebaut: Bedingte Haft

Wegen schweren gewerbsmässigen Betruges musste ein 45-Jähriger in Wr. Neustadt vor Gericht. Er soll über 60.000 Euro Mindestsicherung und Pflegegeld zu Unrecht erhalten.

                                (Bild: salpa)

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Betrugsprozess am Montag am Landesgericht Wiener Neustadt. Gleich zu Beginn wurde die Richterin stutzig, als die persönlichen Daten und im Zuge dessen die Staatsbürgerschaft nachgefragt wurde: "Österreich und Kosovo", so der Angeklagte. Die Richterin: "Ist das überhaupt legal?" Doch diese Frage beschäftigte das Gericht nur am Rande. Denn der Vorwurf lautete: Schwerer gewerbsmäßiger Betrug, der Angeklagte soll über Jahre unrechtmässig Sozialgelder vom Staat bzw. vom Land NÖ erhalten haben.

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Mit Geld Haus gebaut

Von 2010 bis 2017 war der 45-Jähriger immer wieder längere Zeit im Ausland (meist in seiner Heimat), meldete aber die Reisen nicht. Und: Seine Frau soll ein psychisches Trauma aus dem Krieg haben - daher erhielt das Paar Pflegegeld (Pflegestufe 2). Insgesamt soll der Kosovare laut Anklage 59.297,71 Euro im Rahmen der nö. Mindestsicherung und Pflegegeld in der Höhe von 2.160 Euro zu Urecht erhalten haben. Mit dem Geld bzw. Teilen des Geldes soll der Mann ein Haus im Kosovo gebaut haben, Haus Nummer 2 (auf einem fremden Grundstück) ist gerade im Entstehen.

Vor Gericht waren zahlreiche Zeugen (Nachbarn, Neffe und Bruder) geladen. Sein Neffe ließ kein gutes Wort über seinen Onkel aus: "Das ist ein Mensch, mit dem man nicht befreundet sein will." Der Bruder des Angeklagten: "Seine Frau hat keine psychischen Probleme, hat kein Kriegstrauma wie von ihm und ihr behauptet."

Schwierig: Der 45-Jährige antwortete vor Gericht nur via Dolmetscher, obwohl der ganze Schriftverkehr bezüglich Bezügen (sowie Beschwerden, Einsprüchen etc.) stets in bestem Deutsch geschrieben war. "Das war mein Sohn", so der Angeklagte. Der 45-Jährige blieb dabei: "Alles nur Lügen."

Die Richterin glaubte den Zeugen und verurteilte den Angeklagten zu 14 Monaten bedingter Haft (nicht rechtskräftig).

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(Lie)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marianne Gaugl am 11.09.2018 08:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne

    Bestraft sollten die Beamten von den Sozialämtern werden. warum erhielt der Mann soviel und so einfach Sozialhilfe ? Hat das keiner überprüft ? Wenn man hier in Österreich um Pflegegeld ansucht, dauert es ziemlich lange und dann wird genauestens überprüft, ob einem überhaupt eine Pflegestufe zusteht, in vielen Fällen wird abgelehnt.

    einklappen einklappen
  • Capriccio am 11.09.2018 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    Mir vergeht die Lust zu arbeiten

    und mit meinem Steuergeld solche Leute zu finanzieren.

    einklappen einklappen
  • Franz Huber am 11.09.2018 07:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    typisch

    das man erst so spät drauf kommt ist eine Schande. Wenn die Frau dieses Trauma hat muss man das ja kontrollieren.... das ist wie bei Menschen mit Behinderung... man muss das begutachten lassen ob das der Fall ist sonst könnte ja jeder wegen sowas Anfragen.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Seppandy am 12.09.2018 17:06 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr abschreckend

    14 Monte bedingt schreckt total ab: Unser Geld und Kosovare für immer Weg.

  • Mussmanverstehen am 11.09.2018 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    14 Monate bedingt

    Dieser Einzelfall lacht uns aus.

  • Heidelbeere am 11.09.2018 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig!

    Traurig...eine Bekannte von mir mit 50% Behinderung muss um jede Hilfe manchmal schon betteln....bitte keine Haft, da gehts viel zu gut. Jeden Tag 12h+ auf ne Arbeit stellen und abbezahlen lassen....

  • Mia am 11.09.2018 15:52 Report Diesen Beitrag melden

    Und zu der

    bedingten Strafe von 14 Monaten (lach) bekommt er die doppelte Mindestsicherung und seine Frau das doppelte Pflegegeld. Muss doch das zweite Haus noch fertiggestellt werden. Sonst wären in Österreich doch alle nur Rassisten.

  • Heidelbeere am 11.09.2018 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar

    Wow und eine Bekannte muss zwecks ihrer 50% Behinderung um jede Hilfe kämpfen....traurige, traurige Welt. Keine Haft, da gehts ihm viel zu gut bei uns! Ab zum abarbeiten. 12+ Stunden pro Tag!