NÖ/Wien

14. September 2017 06:00; Akt: 14.09.2017 08:43 Print

Mutter in Spital gebracht: Keine Auskunft für Familie

von Isabella Nittner - Nach einem medizinischen Notfall der Schwiegermutter in Wien, ärgert sich Tobias A. (39) aus Mödling über den österreichischen Bürokratie-Dschungel.

Tobias A. (re.): Frechheit, dass man in Notsituationen nicht erfährt, wo Angehörige sind.

Tobias A. (re.): Frechheit, dass man in Notsituationen nicht erfährt, wo Angehörige sind." (Bild: Helmut Graf, Daniel Schaler)

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Wegen eines medizinischen Notfalls der Schwiegermutter in deren Wohnung in Wien, wählte eine Familie direkt aus Mödling per Telefon den Notruf. Die Feuerwehr brach die Wohnungstüre auf, die Rettung brachte die Frau mit akutem Natriummangel ins Spital.

„In welches, konnte man uns beim Notruf noch nicht sagen“, schildert Schwiegersohn Tobias A. im "Heute"-Gespräch. Beim erneuten Durchklingeln in der Notrufzentrale (Anm.: das hatte man den besorgten Angehörigen zuvor geraten), hieß es dann: „Darüber dürfen wir keine Auskunft geben, Datenschutz.“

Erst Ausweis bei Polizei

Die Familie wurde an die Polizei verwiesen, dort müsse man sich erst ausweisen, danach könne man um Info anfragen und bekäme auch Auskunft. "Wir haben extra noch gefragt, ob das auf jeder Polizeidienststelle in Österreich möglich ist. Die Antwort war: Ja", so der Unternehmer.

Doch beim Anruf am Dienstposten in Mödling (dieser war für die Familie am schnellsten zu erreichen) wusste man davon nichts. „Geht uns nix an, war die Antwort“, erzählt der 39-Jährige. Der Grund: Diese Vorgangsweise ist nur in der Bundeshauptstadt üblich.

„Gerade in Randgebieten von Wien ist kann das ja kein Einzelfall sein, da muss man doch wissen, wie die Vorgehensweise der Anderen ist“, so A. und fügt hinzu: "Nachdem ich der Beamtin bestimmt erklärt habe, dass es eine Frechheit ist, in Notsituationen keine Information darüber zu bekommen, wo Angehörige sind, hatte sie Verständnis."

Der 39-Jährige bekam schließlich doch noch Auskunft über den Aufenthaltsort seiner Schwiegermutter: Sie war ins Krankenhaus nach Wien-Hietzing gebracht worden, befindet sich mittlerweile auf dem Weg der Besserung.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Como am 14.09.2017 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Sorgfaltspflicht

    Wie soll die Rettung überprüfen wer am anderen Ende des Telefons sitzt? Die Sorgfaltspflicht ist in Ordnung. Es passiert ohnehin zuviel.

  • Pussy am 14.09.2017 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Telefonische Auskunft

    So eine liebe zur Schwiegermutter kanns nicht gewesen sein wenn man telefonisch alles in Erfahrung bringen will ,telefonisch wird nicht einmal der Ehefrau Auskunft gegeben muss man einen Code ausmachen mit den erfährt dann alle in der Fam wie es den Patienten geht

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  • Bertl K. am 14.09.2017 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    zum Teil verständlich

    da auch jemand der vorhat die Wohnung oder das Haus leer zu räumen anrufen wird, um so ungestört seinem Handwerk nachgehen zu können ! Klar ist sowas dann als Angehöriger lästig aber tragbar, sieht man sich die ansonst schweren Schäden gegenüber an ! Wenn dem Verwandten wirklich was daran liegt, bleibt der wie im Artikel bestätigt auch daran und erhält seine Auskunft. "jedem recht getan ist was niemand kann", lautet ein altes Sprichwort-

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mac am 14.09.2017 20:36 Report Diesen Beitrag melden

    Auskunft

    Keine auskunft ohne Ausweis?unsere lieben gäste hatten gar keinen bekamen jede auskunft und sozialleistung!ein unterschied muss schon sein zu einem österreicher!!

  • Bertl K. am 14.09.2017 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    zum Teil verständlich

    da auch jemand der vorhat die Wohnung oder das Haus leer zu räumen anrufen wird, um so ungestört seinem Handwerk nachgehen zu können ! Klar ist sowas dann als Angehöriger lästig aber tragbar, sieht man sich die ansonst schweren Schäden gegenüber an ! Wenn dem Verwandten wirklich was daran liegt, bleibt der wie im Artikel bestätigt auch daran und erhält seine Auskunft. "jedem recht getan ist was niemand kann", lautet ein altes Sprichwort-

  • Como am 14.09.2017 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Sorgfaltspflicht

    Wie soll die Rettung überprüfen wer am anderen Ende des Telefons sitzt? Die Sorgfaltspflicht ist in Ordnung. Es passiert ohnehin zuviel.

  • Pussy am 14.09.2017 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Telefonische Auskunft

    So eine liebe zur Schwiegermutter kanns nicht gewesen sein wenn man telefonisch alles in Erfahrung bringen will ,telefonisch wird nicht einmal der Ehefrau Auskunft gegeben muss man einen Code ausmachen mit den erfährt dann alle in der Fam wie es den Patienten geht

    • Sam Sykora am 14.09.2017 12:22 Report Diesen Beitrag melden

      Herr

      Code im Krankenhaus, nicht bei der Rettung ;) was wenn die Angehörigen gerade nicht in Reichweite waren ? Ist mir auch schon mal passiert, habe erst am nä. Tag erfahren, wo sich meine Angehörige befand. Einheitliche Richtlinien wären toll...

    • Hurz am 14.09.2017 14:00 Report Diesen Beitrag melden

      Einheitliche Richtlinen

      danke genau um das ging es in dem Artikel ja ;-)

    • Pferdetaxi am 15.09.2017 00:37 Report Diesen Beitrag melden

      Hier ging es nicht darum,...

      ... wie es der Patientin geht, sondern primär, wohin die Patientin verbracht wurde - und darüber gabs keine Auskunft!

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