Tullner Vergewaltigungs-Prozess

20. Juni 2018 16:45; Akt: 20.06.2018 17:52 Print

Nach Freispruch: Junger Afghane wird abgeschoben

Jener Afghane, der rechtskräftig vom Vorwurf der Vergewaltigung einer 15-Jährigen in Tulln freigesprochen wurde, soll abgeschoben werden.

Die Angeklagten beim Prozess in Tulln. (Bild: Daniel Schreiner)

Die Angeklagten beim Prozess in Tulln. (Bild: Daniel Schreiner)

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Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) habe die Beschwerde gegen das Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichts abgewiesen, bestätigte seine Anwältin Michaela Krömer.

Der junge Mann werde voraussichtlich am 23. Juni abgeschoben, sagte Krömer, die den 19-Jährigen im Asylverfahren vertrat. Sie kritisierte, dass man ihrem Mandanten die Möglichkeit verwehrt habe, Asylgründe mündlich darzulegen. Es habe nur ein einziges Interview im gesamten Verfahren und keine mündliche Verhandlung gegeben. Der VfGH habe aber in seiner Entscheidung keine Grundrechtsverletzung festgestellt, so die Juristin.

Zudem wurde Haftentschädigung beantragt, teilte Rechtsanwältin Andrea Schmidt mit und bestätigte entsprechende Medienberichte. Der 19-Jährige war 315 Tage in Untersuchungshaft gesessen, bevor er heuer im März gemeinsam mit einem Gleichaltrigen aus Somalia im Zweifel freigesprochen wurde. Eine Entscheidung über den Antrag gibt es den Angaben zufolge bisher noch nicht. Seit einer Novelle des Strafrechtlichen Entschädigungsgesetzes im Jahr 2005 haben rechtskräftig freigesprochene Angeklagte auch dann Anspruch auf Haftentschädigung, wenn der Freispruch im Zweifel erfolgte. Die Höhe der Entschädigung beträgt laut Gesetz 20 bis 50 Euro pro Tag des Freiheitsentzugs.

Die Staatsanwaltschaft hatte den beiden jungen Männern vorgeworfen, eine damals 15-Jährige am 25. April 2017 auf dem Weg vom Bahnhof Tulln zur Wohnung ihres Vaters verfolgt und mehrfach vergewaltigt zu haben. Die Schöffenverhandlung im März am Landesgericht St. Pölten hatte großteils unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden. Die Angeklagten hatten sich nicht schuldig bekannt und von einvernehmlichem Sex gesprochen. Ihre Verteidigerinnen hatten zudem auf Widersprüche in den Aussagen der 15-Jährigen verwiesen. Die Freisprüche im Zweifel wurden in Folge rechtskräftig. Das Urteil sorgte für Diskussionen.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • zimbo am 20.06.2018 17:22 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich ist er in Schubhaft !

    Abgesehen wird er bald wieder da sein.

  • Mia am 20.06.2018 18:56 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Entschädigung

    auch noch ist ja der reine Wahnsinn. Ein paar kräftige Watschen und dann rein in die Herkules. Aber wohin wird er wirklich abgeschoben ? Wetten, dass er bald wieder bei uns ist, wo er ja machen kann was er eigentlich will und dafür auch noch belohnt wird.

    einklappen einklappen
  • Bonanza66 am 20.06.2018 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    Abschiebung

    Sehr gut. Ist die abschiebung schon heute?

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Alex1 am 07.07.2018 06:12 Report Diesen Beitrag melden

    Was sind das für Gesetze

    Diese anwältin gehört gleich mit außer Landes gebracht. Haftendschädigung gehst noch.

  • Hades am 22.06.2018 05:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mal sehen,

    Würde mich nicht wundern, wenn er am 24.06. immer noch hier ist.

  • Rot, Josef am 21.06.2018 19:22 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich...

    Unglaublich was diese Leute sich hier erlauben...die wollen schutzbedürftig sein??

  • Investigation am 21.06.2018 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt

    keine Asylgründe für diesen 19jährigen um solches Verhalten zu tolerieren od. im Nachhinein legalisieren wollen.Das Opfer hatte keine Rechte und darf künftig weiter leiden,aber für Konsequenzen,Verantwortung sind's alle feig und die Justiz bestätigt es mit unverständlichen Urteilen.Tschüs...

    • Hades am 22.06.2018 05:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Investigation

      dem ist nichts hinzuzufügen.

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  • Hanne am 20.06.2018 20:11 Report Diesen Beitrag melden

    Kopfschüttel

    Eine Frechheit der Freispruch. Abschiebung haha, der wird bald wieder da sein.