Waldviertel

22. August 2018 17:00; Akt: 22.08.2018 12:51 Print

Pernkopf will Wolf von Schutz-Liste streichen

31 Schafe wurden in den letzten Wochen im Waldviertel von Wölfen gerissen. Laut Experten könnte es sich um bis zu 15 Tiere handeln. "Regulierungsmaßnahmen sind unbedingt nötig", sagt Landesvize Stephan Pernkopf.

Marktforscherin Sophie Karmasin, Landes-Vize Stephan Pernkopf und Walter Arnold, Leiter des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie an der VetMet Wien. (Bild:

Marktforscherin Sophie Karmasin, Landes-Vize Stephan Pernkopf und Walter Arnold, Leiter des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie an der VetMet Wien. (Bild: "Heute"/Nittner)

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Nachdem Wölfe im Waldviertel im Laufe des letzten Monats (Anm.: seit 20. Juli) 31 Schafe in umzäunten Arealen rissen, wird nun versucht, die Tiere mit Hilfe von Vergrämungsmaßnahmen wie Schreckschüssen und Gummi-Geschoßen zurückzudrängen – mehr dazu hier.

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Kritik dazu kam von nö. Grünen-Chefin Helga Krismer, die meinte, Landesvize Stephan Pernkopf (VP; Anm.: Er ist der für diese Thematik zuständige Landesrat) solle "das Cowboyspielen unterlassen und nicht ständig den Abschuss des Wolfes fordern".

Pernkopf lässt sich indes nicht beirren. Laut ihm sei, was die Information und das Wissen über die Tiere angeht, "jede Menge Unfug im Umlauf". "Die Tiere haben die vorbildlichen Umzäunungen überwunden, wir haben also ein massives Problem", so der Landesvize. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch betonte er, dass vom Wolf grundsätzlich keine Gefahr für den Menschen ausgeht, allerdings: "Es gibt keinen einzigen Experten, der das ausschließen kann. Und deshalb sage ich es in aller Klarheit: Es sind Regulierungsmaßnahmen nötig. Die Sicherheit der Menschen hat oberste Priorität."

Scheu soll wieder erlernt werden

Mit den Vergrämungsmaßnahmen handle man dezidiert nach dem Wolfsmanagement-Plan, der auch von NGOs wie dem WWF abgesegnet wurde. Unterstützung für die Maßnahmen bekommt der Landesvize vom Landesjagdverband. "Wölfe sind als äußerst intelligente Raubtiere sehr lernfähig. Wenn sie gelernt haben, Zäune zu überwinden und Weidetiere zu reißen, werden sie das immer wieder tun. Es ist daher notwendig, dass Aktionen gesetzt werden, um Wölfen die Scheu vor dem Menschen wieder zu lernen. (...) Sollten die Vergrämungsmaßnahmen keine Wirkung zeigen, muss über den nächsten Schritt – den Abschuss von Problemwölfen – nachgedacht werden", heißt es in einer Aussendung.

"Die Wildbestände in den Wäldern sind so hoch wie noch nie", erklärt Walter Arnold, Leiter des Forschungsinstituts für Wildtierkunde auf der Veterinärmedizinischen Universität Wien den Grund, weshalb sich die Tiere nun wieder vermehren. Laut dem Experten seien Schutzmaßnahmen, wie sie jetzt sind – also quasi eine unkontrollierte Ausbreitung – "nicht zukunftsfähig".

Pernkopf: "Wolf ist in Europa nicht gefährdet"

Landesvize Stephan Pernkopf will nun die EU-Kommission auffordern, den Wolf von der Artenschutz-Liste zu nehmen. In der Slowakei, Schweden, Frankreich oder auch in Sachsen (Deutschland) seien Abschüsse aufgrund der hohen Population bereits erlaubt. Wegen des erwarteten exponentiellen Wachstums sei "kein Schutzstatus mehr notwendig".

Menschen besorgt, in den Wald zu gehen

Dass das Thema "Wolf" auch den Bürgern Sorgen macht, untermauert eine neue, von Marktforscherin Sophie Karmasin durchgeführten Studie. Ein Drittel der darin befragten Personen gab an, aufgrund des Wolfes Angst zu haben, in den Wald oder die Natur zu gehen, was auch negative Folgen auf den Tourismus haben könnte. Laut der Studie würden sich die Sorgen der Bürger minimieren, je weiter der Wolf entfernt ist. Jedoch gibt Experte Walter Arnold zu bedenken: "50 Kilometer pro Tag können die Tiere leicht zurücklegen." Auch die Wolfsfamilie am Truppenübungsplatz in Allentsteig stammt bewiesenermaßen ursprünglich aus Sachsen (Deutschland).

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • helmar am 23.08.2018 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Wer dafür ist dass Wölfe

    Schafe bei lebendigem Leib fressen wird wohl auch nichts dagegen haben dass Schafen und Rindern bei vollem Bewußtsein die Kehle, wie jetzt vermehr vor kommt, durchschnitten wird......warum sindda gerade meistens Städter so tolerant und begeistert?

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  • Ehklar am 23.08.2018 09:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur ich

    Klar, wer in Wien wohnt hat keine Angst vor Wölfen! Aber wenn weniger Leute durch den Wald hatschen oder Fahrrad fahren, hat das auch etwas Gutes.

  • Maria am 23.08.2018 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Seit diese Wölfe bei uns im Waldviertel sind kann man nicht mehr spazieren und walken gehen im Wald.Lebensqualität hat sich sehr verschlechtert.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Maria am 23.08.2018 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Seit diese Wölfe bei uns im Waldviertel sind kann man nicht mehr spazieren und walken gehen im Wald.Lebensqualität hat sich sehr verschlechtert.

    • Nil am 24.08.2018 01:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Maria

      Besser als in Wien da sind mehr Kriminelle unterwegs als Normalbürger

    • Elisa am 24.08.2018 04:57 Report Diesen Beitrag melden

      Wolf

      Die Lebensqualitaet verschlechtert sich durch den Mensch! Immer mehr wird verbaut, Gewaesser fuellen wir mit Plastik an, Luft verpesten wir...was kann da schon ein Wolf...

    • Chris am 25.08.2018 07:10 Report Diesen Beitrag melden

      Steyr 545

      Ich bin zwar erst 11 aber nur wegen den Wölfen muss ich mit dem Traktorin den Wald fahren.

    • Werner am 28.08.2018 15:49 Report Diesen Beitrag melden

      Xx

      Maria hat recht. Möchte sehen was alle lustigen sagen würden wenn sie im Wolf gebiet eben würden !!!

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  • helmar am 23.08.2018 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Wer dafür ist dass Wölfe

    Schafe bei lebendigem Leib fressen wird wohl auch nichts dagegen haben dass Schafen und Rindern bei vollem Bewußtsein die Kehle, wie jetzt vermehr vor kommt, durchschnitten wird......warum sindda gerade meistens Städter so tolerant und begeistert?

    • Elisa am 24.08.2018 04:54 Report Diesen Beitrag melden

      Mensch

      Dann schau dir Co2 Schlachtungen an, Tiere in Massentierhaltung, Tiertransporte, Kkenschreddern, Ferkelkaszrieren ohne Schmerzausschaltung usw... Was Mendchen den Tieren antun, da kommt der Wolf sein lebtag net hin....

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  • Anita Gilschwert am 23.08.2018 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Laut EU-Umweltkommissar Karmenu Vella ist die Änderung des Schutzstatus für Wölfe nicht geplant! Niemand braucht Angst vor Wölfe zu haben. Ich habe mehr Angst vor Menschen, die bestimmte Geschöpfe töten wollen, nur weil es gerade nicht in den Kram passt!

  • Ehklar am 23.08.2018 09:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur ich

    Klar, wer in Wien wohnt hat keine Angst vor Wölfen! Aber wenn weniger Leute durch den Wald hatschen oder Fahrrad fahren, hat das auch etwas Gutes.