Niederösterreich

05. September 2018 09:00; Akt: 04.09.2018 16:45 Print

Pflegeeltern: Kinder sollen Mitte September weg sein

Traurige Nachrichten für Karin R.: Das Geschwisterpaar Yannik und Tanja könnte bereits Mitte September weg sein. "Ein unfassbarer Skandal", sagt Ina Aigner (FP) dazu.

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Die Krisenpflegeeltern Karin (45) und Leopold R. (55) aus Stockerau werden Yannik (2) und Julia (1) vermutlich in den nächsten Wochen abgeben müssen. „Eine Sozialarbeiterin meinte jetzt, es wurde alles juristisch geprüft und die Kinder könnten schon fix Mitte September weg sein“, so Karin R.

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"Unglaublicher Skandal"

Rund um das Pflegschafts-Drama („Heute“ berichtete) schaltete sich jetzt auch die Politik ein. „Es ist ein unglaublicher Skandal, dass die Behörde aufgrund einer persönlichen Abneigung der Familie gegenüber die Dauerpflegschaft verweigert. Die Kinder haben nach über einem Jahr liebevoller Betreuung längst einen persönlichen Bezug zu dem Elternpaar aufgebaut. Nur weil das einer kleinkarierten Beamtin nicht passt, soll das Geschwisterpaar aus ihrem familiären Umfeld gerissen werden, das ist wirklich letztklassig“, so Ina Aigner (FP).

Die blaue Landtagsabgeordnete weiter: "Die Behörde hat in diesem Fall von Anfang an versagt. Gemäß den Richtlinien für Kriseneltern gibt es eine zeitliche Begrenzung der Krisenunterbringung von sechs Monaten. Diese wurde de facto nicht eingehalten: das Geschwisterpaar lebt mittlerweile ja seit über einem Jahr bei den Kriseneltern. Jetzt, nachdem die Familie die Dauerpflegschaft beantragt hat, spielt sich die Behörde auf einmal groß auf und will den Kriseneltern die Kinder so rasch wie möglich abnehmen. Eine Tragödie: Die Kleinen nennen ihre Krisenpflegeeltern mittlerweile längst ‚Mama‘ und ‚Papa‘. Auch bei den sonst üblichen, regelmäßigen Hausbesuchen war die Behörde untätig. Die zuständige Sozialarbeiterin sollte einmal im Monat bei den Kriseneltern vorbeischauen – seit Februar 2017 (Anm.: Familie R. hatte ja schon 5 Krisenkinder) waren es nicht mehr als vier Hausbesuche."

"Expertise ausschlaggebend"

Die zuständige SP-Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig: „Der Fall ist bekannt und wurde auch eingehend durch die Experten der Abteilung geprüft. Zudem bin ich der Meinung, dass wenn es um das Wohl von Kindern geht, die Expertise von Fachleuten ausschlaggebend sein muss und parteipolitische Spielchen keinen Platz haben sollten.“

Mutter Karin R. ist nur traurig und auch ein wenig skeptisch: "Die Kinder waren schon bei den neuen Eltern, haben sie schon kennengelernt. Ab nächster Woche soll die Anbahnung jeden Tag erfolgen. Es ist zum Beispiel bei Yannik nicht leicht - er hat Wutanfälle, wenn er nicht zur richtigen Zeit das Essen bekommt."

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(Lie)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tini am 05.09.2018 07:27 Report Diesen Beitrag melden

    Ferndiagnosen

    Hat sich noch nie jemand gefragt, wie JWF-Mitarbeiterinnen, die über das Schicksal von Kindern entscheiden eigentlich zu ihren Erkenntnissen kommen? Eine Beamtin, die kaum oder keine Hausbesuche macht, ohne die Kinder über einen längeren Zeitraum beobachtet zu haben, will besser bescheid wissen, als die Familie, die seit Monaten liebevoll Kinder betreut?

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  • Karl am 05.09.2018 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Seltsam

    Das Ansinnen der Pflegeeltern ist verständlich. Wenn man zusichern könnte, dass die kleinen Kinder später nicht wieder hin und hergerissen werden (in Krisensituation aufwachsen) und einen sicheren Platz für die Zukunft einnehmen könnten, dann verstehe ich wenn man sich an alles wie vereinbart zu halten hat. Nur bin ich sicher der besste Platz wurde bereits gefunden und die Kleinen hätten jetzt ein liebevolles, sicheres zu Hause. Ich hoffe sehr, dass man die Kinder in den Vordergrund gibt und sich zurücknimmt bei einer doch recht seltsamen Vorgehensweise.

  • Elfi am 05.09.2018 21:25 Report Diesen Beitrag melden

    Willkür

    Expertise von Fachleuten? Wenn ich das schon höre, bekomme ich Aggressionen. Wie man hier mit kleinen Kindern umgeht ist ein Skandal. Das sind Lebewesen und nicht leblose Gegenstände ohne Geühle die man irgendwo abstellt.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Mela ich am 06.09.2018 21:48 Report Diesen Beitrag melden

    Arme Kinder

    Da haben wirs. Kann man sowas nicht immer in die Öffentlichkeit ziehen. Es geht um Kinder die kein guten Start hatten. Alle sind schuld und selber ist keiner an etwas schuld. Warum kann man wenn es um Kinder geht, nicht Den Normalen Kontakt suchen. Kriseneltern wird man nicht einfach mal so.

  • Gasttt am 06.09.2018 18:55 Report Diesen Beitrag melden

    Schon wieder...

    Das Zensieren mit dem Mosaik-Filter müsst ihr aber noch üben. Die Kinder sind deutlich zu erkennen.

  • Elfi am 05.09.2018 21:25 Report Diesen Beitrag melden

    Willkür

    Expertise von Fachleuten? Wenn ich das schon höre, bekomme ich Aggressionen. Wie man hier mit kleinen Kindern umgeht ist ein Skandal. Das sind Lebewesen und nicht leblose Gegenstände ohne Geühle die man irgendwo abstellt.

  • Karl am 05.09.2018 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Seltsam

    Das Ansinnen der Pflegeeltern ist verständlich. Wenn man zusichern könnte, dass die kleinen Kinder später nicht wieder hin und hergerissen werden (in Krisensituation aufwachsen) und einen sicheren Platz für die Zukunft einnehmen könnten, dann verstehe ich wenn man sich an alles wie vereinbart zu halten hat. Nur bin ich sicher der besste Platz wurde bereits gefunden und die Kleinen hätten jetzt ein liebevolles, sicheres zu Hause. Ich hoffe sehr, dass man die Kinder in den Vordergrund gibt und sich zurücknimmt bei einer doch recht seltsamen Vorgehensweise.

  • Tini am 05.09.2018 07:27 Report Diesen Beitrag melden

    Ferndiagnosen

    Hat sich noch nie jemand gefragt, wie JWF-Mitarbeiterinnen, die über das Schicksal von Kindern entscheiden eigentlich zu ihren Erkenntnissen kommen? Eine Beamtin, die kaum oder keine Hausbesuche macht, ohne die Kinder über einen längeren Zeitraum beobachtet zu haben, will besser bescheid wissen, als die Familie, die seit Monaten liebevoll Kinder betreut?

    • Isnetso? am 05.09.2018 10:09 Report Diesen Beitrag melden

      @Na Servas

      Und wenn es so wäre, was spricht dagegen wenn es den Kindern gut geht.

    • Josch am 05.09.2018 10:25 Report Diesen Beitrag melden

      Skandalöse Meldung!

      @Nay Servas - Ihre Aussage ist ein Skandal -ohne Pflegeeltern würden die Kinden in anonymen Heimen sitzen. Wenn Ihre persönlichen Motive immer nur monetär ausgerichtet sind -müssen Sie das nicht auf Pflegeeltern projezieren. Sie sollten sich schämen. Pflegeeltern sind liebevoller und aufmerksamer als so manche leibliche "Eltern" für die Kinden oft nur ein "Missgeschick" in der Verhütung waren.

    • Doris Burda am 05.09.2018 10:42 Report Diesen Beitrag melden

      @Na Servas

      Sie sollten sich, bevor sie posten, etwas in die Materie einlesen. Krisenpflegeeltern sind, wie der Name schon sagt, kurzfristig und zeitlich begrenzt für gefährdete Kinder da und nehmen diese in ihren Familienverband auf. Und, man braucht dafür eine Aus- und Weiterbildung. Ich glaube nicht dass man von dem Geld leben kann....

    • Jutta am 05.09.2018 11:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tini

      Durch Würfeln, denn für die Kinder interessieren sie dich nicht, wohl auch weil sie überlastet sind. Nur diese Kinder aus der Familie zu reissen zeigt von keinem Einfühlungsvermögen.

    • Na Servas am 06.09.2018 09:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Josch

      Was soll dieser unqualifizierte Kommentar? Wenn sie nicht fähig sind Satzzeichen richtig zuzuordnen und nicht erkennen was eine Frage ist zeigt dass nur, dass ihr Schulbesuch unnötige Zeitverschwendung war.

    • Mela ich am 06.09.2018 21:54 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht einfach

      Sorry , aber das ist nur bei verwandten Pflege einmal im Jahr. Bei fremdpflege öfters im Jahr . Man muss ja auch verstehen das das Jugendamt täglich anrufe von Leuten bekommt die oft sich nur aus Rachegelüste eines Expartners Misshandlungen erfindet. Echte Fälle müssen ebenfalls behandelt werden. Es ist nicht einfach. Aber wenn man ans Krisen Pflegeeltern tätig ist muss man eben damit rechnen das man nicht immer das bekommt was man will. Sie sind nicht die einzigen.

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