Drama in Horn

05. August 2017 10:52; Akt: 05.08.2017 12:32 Print

Toter Rekrut (19): Jetzt Obduktion angeordnet

Nach dem Tod eines Rekruten nach einem Fußmarsch in Horn ordnete die Staatsanwaltschaft Krems eine Obduktion an - der 19-Jährige wurde als sportlich beschrieben.

Tod des 19-Jährigen wird untersucht. (Bild: Wikipedia)

Tod des 19-Jährigen wird untersucht. (Bild: Wikipedia)

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Der Tod des 19-Jährigen nach einem Fußmarsch in Horn beschäftigt nun auch die Staatsanwaltschaft Krems. Sie hat eine Obduktion angeordnet.

Das Verteidigungsministerium gab erste Ergebnisse der Unfallkommission bekannt: Zu dem Vorfall war es nach rund einer Stunde Marschzeit während einer Pause gekommen. Der 19-Jährige hatte über Schwindel geklagt, trotz Rettungsmaßnahmen verstarb er im Spital.

Psychologen nahmen Arbeit auf
Der junge Mann wurde als sportlich beschrieben, war Wasserballspieler in Wien. Zuvor habe es keine Anzeichen auf medizinische Probleme gegeben, hieß es aus dem Verteidigungsministerium. Bei dem Marsch sei die große Hitze am Donnerstag berücksichtigt worden, erklärte ein Sprecher. Laut dem behandelnden Arzt besteht der Verdacht einer bakteriellen Infektion. Daher wurden laut Aussendung vorbeugende medizinische Maßnahmen für die Gardesoldaten sowie das Personal der Kaserne in Horn ergriffen. Gleichzeitig nahmen die Experten des Heerespsychologischen Dienstes ihre Arbeit auf.

Das Bundesheer hatte zur Untersuchung des Vorfalls eine Unfallkommission eingesetzt, die der Aussendung zufolge eng mit der Staatsanwaltschaft kooperiert. Laut ersten Ergebnissen der Kommission wurde aufgrund der hohen Temperaturen der Dienstplan dahingehend abgeändert, dass Stationsbetrieb und Marsch getrennt wurden. Damit sei die Überprüfung der Erreichung der Ausbildungsziele im Stationsbetrieb weitestgehend im Waldgelände im Schatten durchgeführt worden. Gegen Hitze-Vorwürfe wehrt sich das Bundesheer.

Obst, Mineralwasser und Pausen
Für den Marsch wurden laut Aussendung vorbeugende Maßnahmen zur Linderung der Hitzebelastung befohlen. Dies habe eine zusätzliche Versorgung mit Obst und Mineralwasser sowie zusätzliche Pausen und Trinkwasser umfasst. Das Ausbildungspersonal war demnach angewiesen, die Soldaten zum Trinken zu ermuntern. Zusätzlich zur gefüllten Feldflasche sei jedem Soldaten eine Eineinhalb-Liter-Mineralwasserflasche gegeben und während des Marsches ein zusätzlicher Versorgungspunkt mit Wasser eingerichtet worden. Die Strecke verlief im ersten Teil weitestgehend im freien Gelände, im zweiten Teil im bewaldeten Taffa-Tal.

Um das Marschtempo zu reduzieren, wurde der langsamste Soldat als Erster in der Gruppe eingeteilt - dabei handelte es sich nicht um den verstorbenen Rekruten, hieß es. Für den Fußmarsch sei Marscherleichterung angeordnet worden - dazu gehörten unter anderem das Unterleibchen als oberstes Bekleidungsstück, eine Helmtragebefreiung und häufigere Pausen.

(wes)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maria am 05.08.2017 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Zeitverschwendung

    Jungen Männern wird Zeit ihres Lebens gestohlen, um Krieg zu spielen, dies gehört abgeschafft.

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  • Karl am 05.08.2017 13:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weitestgehend.....

    Im Absatz fünf heißt es, die Übungen wurden weitesgehend im Schatten absolviert, im nächsten Absatz wiederum, weitestgehend im Freien Gelände im Taffatal. Die Ausbilder wurden angewiesen etc. etc. , wie sah die Durchführung aus? Das müssen die Kameraden wissen. Ich bin das Taffatal durchgewandert, von Horn zur Rosenburg, nööö, kein Schatten! Weitestgehend. Ruhe in Frieden, der armen Familie aufrichtiges Beileid!

  • ippi_opa am 05.08.2017 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BH vergeudete zeit

    Wie im Krieg die Soldaten vor an die Front zum sterben und die Obere Schicht im Klimatisierten Casino. Auch wenn es im Wald war die Luft war schon heiß genug und wahrscheinlich mit 25kg Gepäck. Bleibt in eure Kaserne und wartet auf kühleres Wetter. Ihr Ober möchte gern Kriegsspieler habt sowieso nicht alle Tassen im Schrank.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Boletus edulis am 07.08.2017 07:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jaja

    "Wir stimmen für die Wehrpflicht, weil sonst die Rettung nicht mehr fährt". gehört vor der Volksbefragung/-abstimmung.

  • Thomas am 07.08.2017 02:35 Report Diesen Beitrag melden

    Sinnlose Diskussionen.

    Wenn er bei einem Training für seinen Wasserballsportverein gestorben wäre, würde das keine Menschenseele interessieren, aber so ist natürlich das "unmenschlich grausame ÖBH" dran Schuld, natürlich bevor man überhaupt weiß, woran er gestorben ist. So oder so, mein Beileid den Eltern die nun nicht nur den Tod ihres Sohnes sondern auch den ganzen Medienrummel ertragen müssen.

    • stri1 am 07.08.2017 16:19 Report Diesen Beitrag melden

      Sinnlos ist nur die Wehrpflicht!

      Wenn er bei einem Training für seinen Wasserballsportverein gestorben wäre, wäre es tragisch aber FREIWILLIG gewesen. Hier wurde dazu GEZWUNGEN!!! Ich denke, dass das einen gravierenden Unterschied darstellt!

    • Thomas am 07.08.2017 23:54 Report Diesen Beitrag melden

      Warum sinnlos?

      Haben sie überhaupt die geringste Ahnung von der Bandbreite der Aufgaben, die das ÖBH wahrnimmt? Sowas könnte ein Berufsheer niemals stemmen. Ein kleines Land wie Österreich wird immer auf die Wehrpflicht angewiesen sein. Des weiteren besteht ja immer noch die Möglichkeit des Zivildienstes, eine Aufgabe die der Gesellschaft ebensoviel zurück gibt, die aber oft körperlich weniger fordernd ist. Diese Entscheidungsfreiheit hat in Österreich jeder.

    • stri1 am 08.08.2017 09:02 Report Diesen Beitrag melden

      Ja habe ich

      Ja denn ich war beim Bundeheer, und unsere Einheit ist zu vielen zivilen Einsetzen ausgerückt. Wenn man die ganzen Zivilversager (zu meiner Zeit ca. 80%) beim Bundesheer "entsorgen" bzw. sie zum Arbeiten bringen würde, wäre genug Geld da für ein Berufs- und Freiwilligenheer, das laut Expertenmeinung sogar günstiger wäre. Sowohl das BH als auch der Zivildienst sind Zwangsrekrutierung und somit eine moderne Form von Sklaverei.

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  • Helga M. am 06.08.2017 01:39 Report Diesen Beitrag melden

    Aha

    Wer freiwillig Dienst beim Heer schiebt, ist doch bereit für sein Land zu sterben. Denkt hier irgendwer, dass sich Kriege nach dem Wetter richten? Warum sollte das Heer und die Übung schuld sein. Bevor da irgendwem die Schuld gegeben wird sollte doch mal die Untersuchung abgewartet werden.

    • stri1 am 07.08.2017 16:11 Report Diesen Beitrag melden

      freiwillig????

      Glaubt hier irgendjemand wirklich, dass dieser Rekrut freiwillig dabei war? Jeder taugliche Wehrpflichtige hat nur die Wahl zwischen Pest und Cholera oder auszuwandern!

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  • Pferdetaxi am 05.08.2017 21:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Heer versucht mit allen Argumenten ...

    ... den Vorfall "schön zu reden"! Es waren definitv 39 Grad, und auch im Schatten war es unerträglich! Es ist anzunehmen das beteiligte Kameraden eingeschüchtert wurden, hiffentlich findet einer der Kameraden den Mumm, die Wahrheit zu erzählen.... Herzliches Beileid der Familie!

  • Richard S. am 05.08.2017 21:32 Report Diesen Beitrag melden

    Folgen der Wehrpflicht

    Jeder der damals für die Beibehaltung der Wehrpflicht gestimmt hat, ist mitverantwortlich für den Tod des jungen Rekruten. Denn wäre er nicht zum Bundesheer eingezogen worden, würde er noch leben. Junge Männer die zum Bundesheer gehen, können im Vorhinein nicht wirklich ahnen, wie sie dort gef...t werden. Ich habe noch gut die Worte der ehemaligen Landeshauptfrau Gabi Burgstaller im Kopf "das Bundesheer hat noch keinem geschadet." Das soll sie jetzt den Angehörigen mal erklären.

    • Franz am 05.08.2017 23:22 Report Diesen Beitrag melden

      Fristlos entlassen

      das möchte ich nicht so sehen das Bundesheer ist eine wichtige und Gute Einrichtung , aber es kommt darauf an wenn einige Frustrierte ihre Macht rauslassen und so Handeln das hat mit dem Heer nicht zu tun sondern die es auf so bestialische Art ausführen ,deshalb die dafür Verantwortlich sind das bei diesen Wetter der Marsch abgehalten wurde anklagen inkl. Fristloser Entlassung

    • Magda am 06.08.2017 08:50 Report Diesen Beitrag melden

      Weitblick

      Sehr guter Kommentar, danke.

    • Richard S. am 06.08.2017 16:45 Report Diesen Beitrag melden

      @Franz

      Zitat von Franz:"das möchte ich nicht so sehen das Bundesheer ist eine wichtige und Gute Einrichtung" Nur um eines klar zu stellen, ich habe nichts gegen das Bundesheer, ich bin nur gegen "moderne Sklaverrei" (Wehrpflicht)

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