Niederösterreich

16. November 2017 10:00; Akt: 16.11.2017 10:09 Print

Tierschützer in Rage: Jäger wollen Greifvögel schießen

Heftige Kritik von WWF und BirdLife am nö. Jagdverband: Grund ist ein aktueller Newsletter, darin wird der Abschuss von Greifvögeln gefordert.

Der Jagdverband will offenbar mittelfristig auf Greifvögel schießen dürfen. (Bild: iStock, R. Katzinger)

Der Jagdverband will offenbar mittelfristig auf Greifvögel schießen dürfen. (Bild: iStock, R. Katzinger)

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"Der Abschuss bedrohter Tierarten kommt anscheinend wieder in Mode, nachdem offen gegen Wolf, Fischotter und Co – allesamt gefährdete Arten – gezielt Stimmung gemacht wird. Nun sind die Greifvögel an der Reihe", ist Arno Aschauer, Teamleiter Artenschutz bei WWF Österreich entsetzt.

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Grund für die Aufregung ist ein Newsletter des nö. Jagdverbands. Darin werde die mittelfristige Jagderlaubnis auf Greifvögel gefordert, weil diese für den Rückgang an Niederwild (Rehe, Hasen, Füchse etc.) verantwortlich seien. Europaweit sind aber alle Greifvogelarten unter Schutz gestellt.

Matthias Schmidt, Greifvogelexperte von BirdLife Österreich: "Es hat den Anschein, als ob der NÖ Landesjagdverband daran arbeitet, Greifvögel in Zukunft als vermeintliche Jagdkonkurrenten ausschalten zu wollen. Das können wir nicht akzeptieren!"

Bekenntnis gefordert

BirdLife und WWF forderten deshalb ein Bekenntnis vom Landesjagdverband zum Greifvogelschutz. Daraufhin nahm Niederösterreichs oberster Jäger, Josef Pröll, gegenüber dem ORF NÖ Stellung. Es könne keine Rede davon sein, dass man den Greifvogelschutz in Frage stelle, man könne Abschüsse aber nicht ausschließen, wenn sich die Situation verschärfe, so Pröll.

Wörtlich heißt es in der Jagdverbandaussendung vom 9. November, die "Heute" vorliegt: "Mittelfristig fordern wir eine zusätzliche Prädatoren Kontrolle durch eine sinnvolle und wissensbasierte Greifvogelbejagung, um dieses aus dem Ruder gelaufene Gleichgewicht zwischen Beutegreifer und Beutetiere wieder herzustellen. Einzelne Greifvögel Arten haben in ihrer Rolle als Kulturfolger zu einer Verarmung der Brutvogelarten geführt und sind im Begriff, der Vielfalt und dem Artenschutz kontraproduktiv entgegen zu wirken."

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Censorship am 16.11.2017 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Schädling wettert gegen Konkurrenz...

    In der Natur gibt es nur einen Schädling, den Menschen. Welche Bestände sollen Greifvögel denn bedrohen? Will man wieder die Mär vom Schafe und Kinder tötenden Adler aufbringen, damit betrunkene Freizeitknaller ihre Trophäe bekommen? Damit auch ja kein natürlicher Jäger ihre Rot-, Schwarzwildmonokulturen antastet? Es gibt in den heimischen Wäldern ZU VIEL Rot- und Schwarzwild, deshalb muss man seine degenerierten Ziele auch über den Winter füttern! Der Aufruf zeugt vom niederen Charakter nicht weniger Hobbyknaller....

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  • Bärli am 16.11.2017 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    Immer die "guten" Jäger

    Klar, Jäger wollen schiessen. Wenn sie nach dem Gasthausbesuch gut drauf sind, Niederwild schon dezimiert ist, die Gatterjagd nicht aktuell - dann kommen alle anderen dran. Elstern uups war ein Greifvogel, Wildschweine uups war ein Treiber, Krähen, Füchse mit Kindern im Bau, Fischotter, also alles. Wann hört der Wahnsinn auf? Wann macht man regelmäßige Psychotests? Wann läßt man die Natur in Frieden? Wann sind Menschen und Tiere wieder sicher?

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  • L.H. am 16.11.2017 11:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    p.p.

    Der Josef Pröll tut so ob in Niederösterreich tausende Greifvögel umher fliegen warum will der Mensch nicht begreifen es gibt nur einmal was Gutes und Schönes und das ist die Natur der Mensch ist eben ein schlechtes Lebewesen der kennt keine Regeln

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jutta Boess am 17.11.2017 20:36 Report Diesen Beitrag melden

    Greifvögel sind schützenswerte Lebewesen

    Jetzt haben die Jäger einen neuen Konkurrenten um IHR Wild endeckt.Die wollen ihr Rehe usw. SELBST abschiesen und IHRE Beute nicht den Greifvögeln überlassen.

  • L.H. am 16.11.2017 11:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    p.p.

    Der Josef Pröll tut so ob in Niederösterreich tausende Greifvögel umher fliegen warum will der Mensch nicht begreifen es gibt nur einmal was Gutes und Schönes und das ist die Natur der Mensch ist eben ein schlechtes Lebewesen der kennt keine Regeln

  • Censorship am 16.11.2017 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Schädling wettert gegen Konkurrenz...

    In der Natur gibt es nur einen Schädling, den Menschen. Welche Bestände sollen Greifvögel denn bedrohen? Will man wieder die Mär vom Schafe und Kinder tötenden Adler aufbringen, damit betrunkene Freizeitknaller ihre Trophäe bekommen? Damit auch ja kein natürlicher Jäger ihre Rot-, Schwarzwildmonokulturen antastet? Es gibt in den heimischen Wäldern ZU VIEL Rot- und Schwarzwild, deshalb muss man seine degenerierten Ziele auch über den Winter füttern! Der Aufruf zeugt vom niederen Charakter nicht weniger Hobbyknaller....

    • Bärli am 16.11.2017 11:26 Report Diesen Beitrag melden

      Lust am Töten

      Freizeit-, Hobbyjäger, die auch noch fürs blutige Töten bezahlen. Das echte Establishment, die "Grosskopferten", die sich alles leisten können. Auch das Töten aus Lust und Spaß.

    • Manderchen am 21.11.2017 23:13 Report Diesen Beitrag melden

      Die Jagd-Ein Widerspruch in sich

      Dann sollte man einfach das Niederwild konzequenterweise aus der Liste des jagdbaren Wildes gestrichen werden. Dann gäbe es auch keinen Rückgan

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  • Yve Stritzi am 16.11.2017 10:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein

    Des Is uncool ... bin auch dagegen

  • Bärli am 16.11.2017 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    Immer die "guten" Jäger

    Klar, Jäger wollen schiessen. Wenn sie nach dem Gasthausbesuch gut drauf sind, Niederwild schon dezimiert ist, die Gatterjagd nicht aktuell - dann kommen alle anderen dran. Elstern uups war ein Greifvogel, Wildschweine uups war ein Treiber, Krähen, Füchse mit Kindern im Bau, Fischotter, also alles. Wann hört der Wahnsinn auf? Wann macht man regelmäßige Psychotests? Wann läßt man die Natur in Frieden? Wann sind Menschen und Tiere wieder sicher?

    • Markuss am 16.11.2017 12:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bärli

      Das Gleichgewicht in der Kulturlandschaft gehört geschützt. Das ist die Aufgabe der Jagd und der Jäger. Tierschützer sehen das anders. Warum? Weil sie es nicht besser wissen, oder weil sie die Realität nicht akzeptieren wollen?

    • Rita am 16.11.2017 14:59 Report Diesen Beitrag melden

      Schädlinge

      Tagtäglich sterben Hasen etc. durch den Straßenverkehr, also durch Menschen. Die Greifvögel haben den geringsten Anteil. Auf die Idee, einen Teil der Autofahrer abzuschießen kommt aber niemand, wieso auch. Wenn das Niederwild schon so dezimiert ist, warum sehe ich dann bei Fotos von Jagden immer -zig tote Hasen u.s.w.? Wenn es schon so wenig sind, sollen halt die Jäger diese nicht auch noch abknallen. Aber wenn die nicht töten können, laufen sie ja unrund! Die Natur hat noch nie den Menschen zum Erhalt des Gleichgewichts gebraucht.

    • Sigmund am 16.11.2017 15:24 Report Diesen Beitrag melden

      Perspektive

      Füchse mit Kindern im Bau ... klingt wie einem Kinderbuch entnommen. Von Geburt an werden diese Füchslein jedoch von ihren Eltern zu Hasenmördern erzogen. Reue scheinen sie nicht zu kennen. Fordern wir nun eine flächendeckende Psychotherapie für die Fuchskinder oder erkennen wir einfach an, dass es doch einen gewissen Unterschied zwischen Mensch- und Tier gibt?

    • Toni am 16.11.2017 19:35 Report Diesen Beitrag melden

      Gesundheitspolizei

      Einen Fuchs als Mörder bezeichnen? Der Fuchs ist eine Art Gesundheitspolizei und verhindert dadurch auch die Ausbreitung von Krankheiten. Er ist ein Nützling, da er sich unter anderem von Mäusen ernährt. Was ist Ihrer Meinung nach ein Jäger, der einen Hasen schießt?

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